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Skopje Sehenswürdigkeiten: Zwischen Statuen-Wahn, Streetfood und Beton-Charme

Makedonija Square mit Reiterstatue am Abend in Skopje

Skopje ist ein echter Geheimtipp und bietet diesen faszinierenden Mix aus antiker Geschichte, osmanischem Flair und, nun ja, einer ziemlich einzigartigen Menge an modernen Statuen.

Ich habe Skopje Anfang März besucht und war überrascht, wie vielseitig diese Stadt ist. Was ich in der Hauptstadt von Nordmazedonien erlebt habe, welche Sehenswürdigkeiten ihr auf keinen Fall verpassen solltet und all meine praktischen Tipps habe ich euch hier zusammengefasst.


Wann ist die beste Reisezeit für Skopje?

Ich war Anfang März in Skopje und habe die Stadt als sehr entspannt erlebt. Der größte Vorteil in dieser Zeit: Es sind kaum Touristen unterwegs und man hat die Fotomotive fast für sich allein. Bei gutem Wetter ist es tagsüber perfekt für eine Stadttour, auch wenn es abends noch empfindlich kühl werden kann. Allerdings müsst ihr im Vorfrühling mit ein paar Abstrichen rechnen. Die vielen Brunnen in der Stadt sind meist noch nicht in Betrieb, die Bäume sind noch kahl und einige Sehenswürdigkeiten oder Museen haben teils eingeschränkte Öffnungszeiten oder sind ganz geschlossen.

Wer das volle Paket mit sprudelnden Wasserfontänen und sattem Grün im Stadtpark möchte, sollte eher den späten Frühling (Mai/Juni) oder den September ins Auge fassen. Wer es hingegen rustikal und leer mag, für den ist der März ein echter Geheimtipp.

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Top 5 Sehenswürdigkeiten in Skopje

Beginnen wir mit den Highlights in Skopje. Wenn ihr nur einen Tag habt, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Skopje zu entdecken, dann solltet ihr diese Top 5 nicht verpassen. Aber keine Sorge: Das Zentrum von Skopje ist kompakt und lässt sich so wunderbar zu Fuß erkunden, dass ihr definitiv nicht gestresst durch die Stadt hetzen müsst und auch nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen seid.

1. Makedonija Square & die Statuen-Flut

Am zentralen Makedonija Square kommt man einfach nicht vorbei. Er ist das Herz der Innenstadt und wirklich beeindruckend. Das Highlight ist die gigantische Statue „Krieger auf dem Pferd“. Sie ist offiziell Alexander dem Großen gewidmet, den die Mazedonier stolz als einen ihrer größten Helden feiern.

Makedonija Square in Skopje

Die über 14 Meter hohe Statue ist Teil eines riesigen Brunnens, der von Löwenstatuen gesäumt wird und in der warmen Jahreszeit in Betrieb geht. Aber auch rundherum gibt es unglaublich viele weitere Statuen und Brunnen zu entdecken. Das Ganze ist Teil des Projekts „Skopje 2014“, das das Stadtzentrum komplett umgestaltet hat. Man kommt aus dem Staunen (und manchmal auch aus dem Schmunzeln) gar nicht mehr heraus, weil wirklich an jeder Ecke ein neues Denkmal wartet.

Mein Tipp: Besonders gut hat mir der Platz zum Sonnenuntergang gefallen, wenn die Statuen beleuchtet werden und die Stadt eine ganz besondere Atmosphäre bekommt.

2. Die Steinbrücke (Kamen Most)

Vom Makedonija Square sind es nur ein paar Schritte zum Fluss Vardar, der sich durch die Stadt schlängelt und euch direkt zur nächsten Sehenswürdigkeit in Skopje bringt: der Steinbrücke (Kamen Most).

Steinbrücke und das Archäologische Museum in Skopje

Die historische Bogenbrücke stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist das wichtigste Bindeglied zwischen der modernen Neustadt und der osmanischen Altstadt (Čaršija). Von hier aus habt ihr einen super Panoramablick zurück auf den Hauptplatz und den Hausberg Vodno, auf dem das Millennium Cross thront. Erstaunlich ist, dass es auf der Steinbrücke selbst so gut wie keine Statuen gibt. Aber das macht nichts, denn dieses historische Wahrzeichen ist genau so schön, wie es ist.

Ein kleiner Reisehinweis: Egal zu welcher Tageszeit ich die Brücke überquert habe, wurde ich von kleinen Kindern entweder um ein paar Denar angebettelt oder es wurden Luftballons zum Kauf angeboten. Die Eltern waren meist in der Nähe. Ich persönlich habe kein Geld gegeben oder Ballons gekauft. Stellt euch einfach darauf ein, dass man hier öfter angesprochen wird.

3. Der Alte Basar (Stara Čaršija)

Der Old Bazaar in Skopje ist nach Istanbul der zweitgrößte osmanische Basar auf dem Balkan und ein absolutes Muss bei jedem Stadtrundgang. Neben unzähligen Shops, in denen ihr euch mit Souvenirs eindecken könnt, buhlen hier viele Restaurants mit authentischer Küche und kleine Imbissstände um die Gunst der Besucher.

Alter Bazaar in Skopje

Mein Tipp: Je weiter ihr in die schmalen Seitengassen vordringt, desto gemütlicher und ruhiger wird es. Ein echter Hingucker ist die bunte Deko, die viele Straßenzüge überspannt. Von bunten Regenschirmen bis hin zu kleinen Flugzeugen ist alles dabei. Man sieht allerdings auch, dass vieles davon schon etwas in die Jahre gekommen ist.

Mein ehrliches Fazit: Insgesamt hat der Alte Basar einen sehr touristischen Touch. Es ist zwar ein schönes Erlebnis, durch die Gassen zu schlendern, aber man merkt deutlich, dass das Viertel stark auf Besucher ausgerichtet ist.

zwei Häuser und Straßendekoration im alten Bazaar in Skopje
Straßenzug mit Flugzeugdekoration auf den Alten Bazar in Skopje

4. Festung Kale (Skopsko Kale)

Die Festung Kale verbindet Geschichte mit einem der besten Aussichtspunkte über die Stadt. Die Ursprünge der Festung gehen bis ins 6. Jahrhundert zurück. Ein echtes Highlight für das Reisebudget: Der Eintritt ist, wie für fast alle Sehenswürdigkeiten und Museen in Skopje, kostenfrei.

Aussicht auf Skopje und den Berg von der festung Kale

Vor Ort gibt es ehrlich gesagt nicht allzu viel zu sehen, da die Anlage aktuell eher brachliegt und kaum Ausstellungen bietet. Trotzdem lohnt sich der Aufstieg: Ihr könnt auf der massiven Festungsmauer entlangspazieren und den Blick auf das Nationalstadion und die Stadt genießen. Besonders schön ist der Rundumblick auf Skopje vom Fortress View Point.

Mein Tipp: Die beste Aussicht auf die Festung selbst habt ihr übrigens von der Promenade am Vardar auf Höhe der Goce-Delchev-Brücke aus. Ein tolles Fotomotiv!

Blick auf die Festung Kale und den Fluss Vardar in Skopje

5. Mutter-Teresa-Gedenkhaus (Memorial House of Mother Teresa)

Mutter Teresa Gedenkhaus in Skopje

Das fünfte Highlight, das man bei einem Besuch in Skopje nicht verpassen sollte, ist das Mutter-Teresa-Gedenkhaus.

Das Gebäude liegt direkt an der belebten Fußgängerzone Makedonija Street und ist schon allein durch seine außergewöhnliche Architektur ein echter Hingucker.

Selbst wenn ihr nicht religiös seid, lohnt sich ein Besuch im kostenfreien Museum. Ich meine, es ist schließlich Mutter Teresa!

Was viele nicht wissen: Ihre Familie hatte albanische Wurzeln, aber sie wurde 1910 im heutigen Skopje geboren. Im Museum bekommt ihr einen spannenden Einblick in ihr Leben und ihr weltweites Wirken als Ordensschwester, für das sie 1979 sogar den Friedensnobelpreis erhielt.

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Weitere Sehenswürdigkeiten in Skopje

Wenn ihr mehr als einen Tag Zeit habt oder einfach gerne abseits der bekanntesten Pfade wandelt, hat Skopje noch ein paar weitere Asse im Ärmel. Wie die 5 Hauptsehenswürdigkeiten, dich ich euch vorgestellt habe, sind die weiteren Sehenswürdigkeiten ebenfalls gut zu Fuß zu erreichen.

Porta Macedonia: Der Triumphbogen von Skopje

Was in Paris der Arc de Triomphe ist, ist für Skopje die Porta Macedonia. Doch im Gegensatz zu seinem berühmten französischen Pendant ist dieser Triumphbogen deutlich jünger: Er wurde erst im Jahr 2012 im Rahmen des „Skopje 2014“-Projekts fertiggestellt. Mit einer Höhe von etwa 21 Metern ist er zudem nur knapp halb so hoch wie das Pariser Vorbild.

Der strahlend weiße Bogen steht am Pella Square und markiert symbolisch den Eingang zum zentralen Makedonija Square. Er ist mit aufwendigen Reliefs verziert, die wichtige Szenen der mazedonischen Geschichte zeigen, und wird von zwei weiteren Statuen flankiert.

Porta Macedonia in Skopje

Ein kleiner Insider-Tipp (den ich leider verpasst habe): Erst nach meiner Reise habe ich erfahren, dass es im Inneren des Bogens wohl einen Aufzug geben soll, der zu einer Aussichtsplattform auf dem Dach führt. Da ich das vor Ort nicht auf dem Schirm hatte, konnte ich den Ausblick von dort oben selbst nicht testen.

Falls ihr demnächst in Skopje seid und oben wart: Schreibt mir doch gerne in die Kommentare, ob die Plattform geöffnet war und ob sich der Ausblick lohnt!


Stadtmuseum Skopje

Stadtmuseum in Skopje

Etwas Kultur und viel Geschichte erwarten euch im kostenfreien Stadtmuseum. Aber auch von außen lässt sich das Gebäude sehen.

Es liegt in dem alten Hauptbahnhof an der Kreuzung zur Macedonia Street. Das kastige, sandfarbene Gebäude mit seiner eigenwilligen Uhr erzählt eine ganz besondere Geschichte: Die Zeiger der Bahnhofsuhr blieben am 26. Juli 1963 um exakt 5:17 Uhr stehen.

In diesem Moment erschütterte ein verheerendes Erdbeben die Stadt und zerstörte den Bahnhof sowie weite Teile Skopjes fast vollständig.

Postamt von Skopje

Dass es irgendwann mal ein Postamt auf meinem Reiseblog in die Liste der Sehenswürdigkeiten schafft, hätte ich auch nicht gedacht. Aber Skopje und seine teils eigenwillige Architektur machen es möglich. Das Gebäude der Zentralna Pošta ist ein Paradebeispiel für den sogenannten Brutalismus. Das Postamt wirkt mit seinen runden Formen und dem grauen Beton extrem futuristisch, fast wie ein gelandetes Ufo.

Postamt von Skopje

Den besten Blick auf dieses ungewöhnliche Bauwerk habt ihr meiner Meinung nach vom Boulevard Ilinden. Von dort aus kommen die bizarren Formen am besten zur Geltung und ihr bekommt ein richtig cooles Foto für eure Sammlung.

Bit Bazaar

Fast angrenzend zum touristischen Old Bazaar liegt der wuselige Bit Bazaar. Statt schicker Straßendeko und Restaurants trumpft einer der größten und ältesten Outdoor-Märkte auf dem Balkan mit einem Stand neben dem nächsten auf. Das Warenangebot ist nicht minder vielfältig. Von Schuhen, Klamotten bis Haushaltswaren, Obst und Gemüse bis zu Antiquitäten & Trödel ist alles dabei. Bei manchen Ständen könnt ihr auch mehreres gleichzeitig shoppen.Wie so oft gilt bei Märkten: Wer früh da ist bekommt die besten Sachen, Bargeld ist trumpf und feilschen gehört zum guten Ton.

Meine Tipps für den Marktbesuch:

  • Der frühe Vogel: Wer früh da ist, bekommt die besten Sachen.
  • Cash only: Bargeld ist hier Trumpf, Kartenzahlung sucht ihr meist vergeblich.
  • Handeln: Feilschen gehört zum guten Ton und wird fast schon erwartet.

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Natur, Entspannung und Spaziergänge in Skopje

Wer nach dem ganzen Sightseeing im Stadtzentrum ein wenig durchatmen möchte, findet in Skopje überraschend viel Raum für entspannte Momente im Grünen. Ob direkt am Wasser oder im weitläufigen Park könnt ihr die Stadt von ihrer ruhigeren Seite erleben und die vielen Eindrücke in Ruhe sacken lassen.

Spaziergang entlang der Vardar

Der Vardar ist der Fluss, der sich durch die Hauptstadt schlängelt und euch einen interessanten und entschleunigten Mix an Spaziergang und Sightseeing bietet.

Ufer der Vardar in Skopje

Ihr könnt ganz entspannt am Fluusufer entlangwandern und passiert einige weitere Highlights, wie zum Beispiel die Brücke der Kunst und die drei nachbauten Koggen, die fest in den Fluss einbetoniert sind.

Nachbau einer Kogge in der Vardar in Skopje

Bei meinem besuch waren zwei der drei Koggen mehr Ruine, als Schiff, aber irgendwie gehören sie als skurriles Element einfach zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt dazu. Sobald ich die letzte Kogge hinter der Brücke zum Theater passiert hatte, fiel mir das blaue Schild mit dem Titel „On the Trail of Mother Teresa“ auf.

„On the Trail of Mother Teresa“

„On the Trail of Mother Teresa“ ist ein Kultur- und Pilgerwanderweg der Nordmazedonien und Kosovo verbindet und um 2021 eröffnet wurde. Die Route verbindet den alten Bahnhof von Skopje bis zum St.-Antonius-Kirche/das Kloster in Letnica, Kosovo.

Toše-Proeski-Arena & Stadtpark (Gradski Park)

Ob Fußballfans, Konzertliebhaber oder Besucher auf der Suche nach Entspannung: Der Stadtpark von Skopje (Gradski Park) ist der perfekte Ort für eine kurze Auszeit. Besonders am kleinen Teich direkt vor der imposanten Toše-Proeski-Arena kann man das Gewusel der Innenstadt bestens vergessen und die Seele baumeln lassen. Das Nationalstadion selbst ist mit seiner modernen, geschwungenen Glasfassade ein echter Hingucker und bietet Platz für über 30.000 Zuschauer.

Toše-Proeski-Arena in Skopje

Hier könnt ihr entweder die Nationalmannschaft beim Fußball anfeuern oder, wenn ihr Glück habt, eines der großen Open-Air-Konzerte miterleben – je nachdem, was ihr lieber mögt. Der weitläufige Park grenzt direkt an das Stadion und ist mit seinen schattigen Wegen und Cafés der Treffpunkt schlechthin für die Einheimischen an warmen Tagen. Und auch für Kids gibt’s hier eine Menge Spielplätze zum Austoben.

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Praktische Tipps für eure Skopje-Reise

Damit euer Trip nicht nur voller beeindruckender Fotos, sondern auch völlig stressfrei verläuft, habe ich hier die wichtigsten Fakten für die Planung zusammengefasst. Von der Landung am Flughafen bis hin zu kulinarischen Geheimtipps findet ihr hier alles, was den Alltag vor Ort erleichtert. Diese praktischen Erfahrungswerte helfen euch dabei, Stolperfallen zu umgehen und das Beste aus eurer Zeit in Nordmazedonien herauszuholen.

Anreise vom Flughafen

Vom Flughafen nach Skopje könnt ihr ganz unkompliziert mit dem Shuttlebus fahren. Eine Fahrt kostet pro Person 199 MKD (ca. 3,25 €). Die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa 20 bis 30 Minuten.

Tickets & Abfahrt: Das Ticket bekommt ihr online, am Ticketschalter im Ankunftsbereich des Flughafens oder direkt beim Fahrer. Einen Ticketautomaten an der Haltestelle habe ich nicht ausmachen können. Die Abfahrtszeiten des Shuttlebusses richten sich grob nach den Ankünften der Fluglinien.

Die Haltestellen in der Stadt:

  • Hotel Continental (Blvd. Aleksandar Makedonski)
  • Zentraler Busbahnhof (International Bus Station)
  • Holiday Inn (Innenstadt, Filip Vtori Makedonski 5)

Wichtiger Tipp zur Planung: Vertraut nicht blind auf die Busabfahrtszeiten im Internet – bei meiner Fahrt stimmten diese nicht mit der tatsächlichen Abfahrt überein. Fragt am besten direkt vor Ort nach.

Rückfahrt zum Flughafen: Ich habe den Bus für die Rückfahrt vom Busbahnhof zum Flughafen genutzt. Die Tickets könnt ihr dort direkt an den Schaltern kaufen, wo auch die aktuellsten Abfahrtszeiten aushängen. Die Haltestelle befindet sich nicht direkt auf dem Busgelände, sondern draußen vor der Zegin Apotheke am Boulevard Kuzman Josifovski Pitu.

Mit dem Taxi vom Flughafen in die Innenstadt

Falls ihr lieber direkt zu eurer Unterkunft möchtet: Am Flughafen findet ihr zahlreiche Taxis, die euch für einen Festpreis von umgerechnet 25 Euro in die Innenstadt bringen (oder zu anderen Zielen in der Umgebung).

Das Beste daran: Die Preise sind unübersehbar auf einer großen Tafel direkt am Taxistand vermerkt. So gibt es keine bösen Überraschungen oder langwierige Preisverhandlungen nach der Landung.

Geld wechseln in Skopje – Ja oder nein?

Vor meiner Städtereise nach Skopje habe ich den Tipp bekommen, dass man bestens mit Euro über die Runden kommt und idealerweise kleine Scheine parat haben sollte. Tatsächlich musste ich vor Ort nicht einmal Geld wechseln oder konnte alternativ mit meiner Bankkarte zahlen.

Ein kleiner Tipp dazu: Informiert euch vorab bei eurer Bank, ob und in welcher Höhe Gebühren für Zahlungen im Ausland anfallen. Falls ihr doch einmal mit Euro bar bezahlt, werdet ihr das Wechselgeld höchstwahrscheinlich in der Landeswährung, dem Mazedonischen Denar (MKD), zurückerhalten.

Gut zu wissen: Während man in Cafés, Taxis oder kleinen Läden oft mit Euro durchkommt, solltet ihr in größeren Supermärkten oder bei offiziellen Stellen (wie Museen oder dem Busbahnhof) darauf eingestellt sein, dass oft nur Denar oder Karte akzeptiert werden.

Verständigung in Skopje

In Skopje kommt ihr wunderbar mit Englisch zurecht. Bis auf ein paar Ausnahmen, wie zum Beispiel in ganz kleinen Supermärkten, hatte ich kaum Probleme, mich zu verständigen. Aber selbst dann helfen ein Lächeln und Zeichensprache, wie so oft auf Reisen, sehr weiter.

Sogar die Öffnungszeiten an den Museen waren neben der Landessprache in kyrillischer Schrift meistens ebenfalls auf Englisch verzeichnet. Auch in Restaurants und Imbissen war es für mich kein Problem, eine Karte auf Englisch zu bekommen oder meine Bestellung so aufzugeben. Trotzdem ist ein freundliches „Dobar den“ (Guten Tag) oder ein „Hvala“ (Danke) nie fehl am Platz und öffnet oft Türen.

Übernachten: Debar Maalo vs. Kisela Voda

Hotels und Unterkünfte gibt es in Skopje genug, aber welche Ecke ist die beste, um geruhsame Nächte zu verbringen? Als Tipp wird oft das Viertel Debar Maalo genannt. Ich habe dort zwar nicht selbst übernachtet, habe mir das Viertel aber bei meinem Rundgang durch die Stadt genau angesehen. Mein Eindruck: Es ist wesentlich schöner, sauberer und moderner als viele andere Ecken der Stadt. Debar Maalo überzeugt zudem mit vielen tollen Restaurants, einer entspannten Atmosphäre und liegt nicht nur stadtnah, sondern auch direkt am großen Stadtpark. Wer Wert auf ein gepflegtes Umfeld legt, ist hier also wirklich gut aufgehoben.

Ich selbst habe im Stadtteil Kisela Voda übernachtet. Meine Unterkunft lag zwar angenehm nah am Zentrum, aber die Umgebung war insgesamt wesentlich rustikaler und eher „grau in grau“ gehalten. Dennoch habe ich mich dort nicht unwohl gefühlt, es war eben das authentische, ungeschönte Skopje. Letztendlich ist die Bewertung eines Viertels aber auch immer nur eine Momentaufnahme. Jede Stadt ist dynamisch und das schrottige Viertel von heute ist vielleicht schon der Hipsterbezirk von morgen. Egal für welche Ecke ihr euch entscheidet: Dank der kompakten Größe der Stadt ist man meistens ohnehin schnell bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Supermärkte und Discounter

Da ich daheim nicht jeden Tag Morgens, Mittags und Abends Essen gehe, mache ich das auf Reisen oder im Urlaub ebenfalls nicht. Zudem finde ich supermärkte in anderen Ländern immer spannend.

In Skopje habt ihr eine große Auswahl an Discountern, Supermärkten und kleinen Convenience Stores, die in fast jedem Stadtviertel zu finden sind. In den vielen Minimärkten bekommt ihr ebenfalls alles Nötige, allerdings in einer kleineren Auswahl. Das Personal spricht dort unter Umständen nicht immer Englisch, aber der Einkauf klappt trotzdem problemlos mit Händen und Füßen. Besonders praktisch: Ich hatte nie Probleme, mit Karte zu zahlen.

Die für mich beste Supermarktkette war Tinex, da die Auswahl dort einfach riesig ist und man wirklich alles für den täglichen Bedarf findet. Auf Platz zwei in meinem persönlichen Ranking liegen die Läden von Kam. Diese sind zwar etwas kleiner, aber die Auswahl reicht vollkommen aus, um sich zum Beispiel mit Snacks für den Tag einzudecken.

Streetfood-Tipp in Skopje: Günstig und lecker

Ihr habt Lust auf einen schnellen Snack, aber ein Restaurantbesuch ist zu viel und ein Apfel aus dem Supermarkt zu wenig? Mein persönlicher Tipp: Lasst die – wie ich finde – für Skopje oft überteuerten Straßenläden im direkten Zentrum links liegen und schaut stattdessen bei Sezam Pizza & Duner in der Dimitrie Cupovski vorbei. Der kleine, gelbe Streetfoodladen liegt strategisch günstig zwischen dem Porta Macedonia und dem Mutter-Teresa-Gedenkhaus direkt an der Bushaltestelle. Die Betreiber waren bei meinem Besuch immer freundlich, die Kartenzahlung hat problemlos funktioniert und die Pizzen sowie das traditionelle Pastrmajlija waren wirklich super.

Britisches Flair? Die roten Doppeldeckerbusse in Skopje

Als ich zum ersten Mal einen der roten Doppeldeckerbusse in der Innenstadt gesehen habe, habe ich mich kurz gefragt, ob das ein Spaß ist. Aber nein: Die typisch britisch aussehenden Busse gehören schon seit Jahren fest zum Stadtbild von Skopje.

Kliment-von-Ohrid-Kirche und roter Doppeldeckerbus in Skopje

Tatsächlich sollen bereits in den 1960er-Jahren britische Originale die Bewohner der Stadt befördert haben. Die aktuellen Modelle stammen zwar von der chinesischen Firma Yutong, sind aber optisch stark an die historischen Londoner „Routemaster“-Busse angelehnt.

Ein Wort zu den Straßenhunden in Skopje

Ich bin generell kein großer Freund von Straßenhunden und im ersten Moment war ich wirklich überrascht: Die Hunde in Skopje sind oft ziemlich groß. Aber so groß sie sind, so entspannt sind sie auch. Meistens liegen sie einfach mitten auf dem Gehweg und dösen vor sich hin. Es scheint, als ob sie sich kaum für die Touristen und Passanten interessieren.

Ich habe bei meinem Besuch in Skopje durchweg keine schlechten Erfahrungen gemacht. Solange man sie in Ruhe lässt, sind sie sehr friedliche Zeitgenossen. Was mir zudem auffiel: Viele der Straßenhunde haben eine bunte Marke am Ohr. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Tiere von der Stadt registriert, geimpft und kastriert wurden.

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Ausflugstipps ab Skopje

Wenn ihr etwas mehr Zeit im Gepäck habt, lohnt es sich definitiv, den Blick über die Stadtgrenzen hinaus zu werfen. Auch wenn die Infrastruktur im Umland manchmal ihre Tücken hat, gibt es zwei Highlights in unmittelbarer Nähe, die ihr euch bei einem Besuch in Skopje nicht entgehen lassen solltet.

Halbtagesausflug zum Millennium Cross

Wenn ihr Skopje aus einer anderen Perspektive erleben wollt, dann lohnt sich ein Ausflug zum Millennium Cross. Das Millenniumskreuz ist eines der Wahrzeichen von Skopje und wurde 2002 errichtet. Es steht auf dem 1.066 Meter hohen Gipfel Krstovar auf dem Hausberg Vodno und ist das perfekte Ziel für einen Halbtagesausflug.

So kommt ihr hin: Mit dem Taxi oder dem Bus geht es zunächst zur Mittelstation „Sredno Vodno“. Der Bus Nr. 25 startet ab dem Busbahnhof. Die Fahrt kostet 35 Denar pro Person. Tickets könnt ihr am JSP-Kiosk vor Ort kaufen.

Von dort bringt euch die Seilbahn (Millennium Cross Cable Car) direkt zum Gipfel. Das Ticket für die Hin- und Rückfahrt kostet ca. 2 Euro pro Person. Wer sportlich ist, kann den Aufstieg auch zu Fuß wagen. Die Wanderwege sind gut markiert und bieten tolle Panoramablicke über die Stadt und die umliegenden Berge.

Kleiner Tipp: Montags und jeden letzten Dienstag im Monat ist die Seilbahn geschlossen. Prüft vorab auch kurz das Wetter, da die Bahn bei starkem Wind ebenfalls nicht fährt.

Die Matka-Schlucht (Matka Canyon)

Einen Ausflug zur Matka-Schlucht darf man sich bei einem Besuch in Skopje nicht entgehen lassen. Die Schlucht liegt ca. 17 Kilometer südwestlich der Hauptstadt. Sie entstand 1937 durch eine Stauung des Flusses Treska, um Skopje mit Elektrizität zu versorgen.

Heute zählt die Matka-Schlucht bei Einheimischen und Touristen zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Umgebung von Skopje. Eingebettet in ein wunderschönes Bergpanorama, könnt ihr den See während einer geführten Bootsfahrt oder einer Kanufahrt auf eigene Faust erkunden. Es gibt auch Wanderwege entlang der Felsen, die tolle Fotomotive bieten. Festes Schuhwerk ist hier empfehlenswert.

Besonders sehenswert ist die Vrelo-Höhle, die ihr vom Wasser aus erreichen könnt. Ein Restaurant für eine Pause vor Ort mit mazedonischen Köstlichkeiten gibt es ebenfalls.

Anreise zur Matka-Schlucht

  • Mit dem Bus: Am günstigsten erreicht ihr den Canyon mit dem öffentlichen Bus Nr. 60. Er bringt euch in ca. 45 Minuten vom Busbahnhof in Skopje direkt zur Matka-Schlucht. Erfragt die aktuellen Abfahrtszeiten am besten direkt an den Ticketschaltern im Busbahnhof.
  • Mit dem Taxi: Alternativ könnt ihr natürlich auch ein Taxi nehmen, was die flexibelste Lösung ist. Verhandelt den Preis am besten vorab oder besteht auf das Taxameter.

Ein kleiner Insider-Tipp noch zum Schluss: Falls ihr plant, am Wochenende dorthin zu fahren, kann sehr voll werden. Daher lohnt sich der Besuch am Vormittag oder unter der Woche. Dann ist es an der Matka Schlucht deutlich entspannter.

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Lohnt sich eine Reise nach Skopje?

Ich finde, Skopje ist definitiv einen Besuch wert. Das Zentrum der nordmazedonischen Hauptstadt ist kompakt und bietet dank seiner vielen Statuen und der teils wirklich interessanten Architektur einen coolen, wenn auch manchmal skurrilen Mix. Da Skopje für Städtereisen in Europa noch immer als Geheimtipp gilt, müsst ihr euch nicht durch Touristenmassen drängen und könnt die Stadt ganz entspannt erkunden. Zudem gibt es so viele Fotomotive, dass euer Speicherplatz definitiv an seine Grenzen kommen wird.

Auch kulinarisch kann ich absolut nicht meckern. Die Auswahl an Restaurants ist riesig und egal, wo ich gegessen habe, es war durchweg lecker. Wenn es ums Shopping geht, findet ihr natürlich auch hier die großen internationalen Marken. Während in der direkten Innenstadt eher Casinos das Bild dominieren, gibt es in der Stadt genug Shoppingmalls für einen ausgiebigen Bummel.

Ein wenig aufpassen muss man allerdings, wo man hintritt. Die Gehwege haben selbst in der Innenstadt oft massenhaft Stolperfallen zu bieten. Zudem sollte man darauf eingestellt sein, dass das Thema Müllentsorgung lockerer gesehen wird und Abfall oft dort liegengelassen wird, wo man gerade geht und steht. Wer das Umland erkunden möchte, sollte wissen, dass es ohne Mietwagen schwierig werden kann: Die Zugverbindungen sind mau und auch die Busse sind – abgesehen von den bekannten Touristenrouten – eher mit Vorsicht zu genießen.

Im Großen und Ganzen kann ich sagen: Skopje ist rustikal, überraschend und ein unschlagbar günstiges Reiseziel, das man einmal gesehen haben sollte.

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Skopje ist definitiv eine Stadt, die polarisiert – entweder man liebt den skurrilen Mix oder man schüttelt den Kopf. Wie sieht es bei euch aus: Reizt euch der „Statuen-Wahn“ oder schreckt euch der Beton-Charme eher ab? Falls ihr schon dort wart, was war euer skurrilster Moment in der Stadt? Schreibt es mir gerne unten in die Kommentare, ich bin gespannt auf eure Eindrücke!

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