Italien, Roadtrip
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Sizilien Rundreise in 10 Tagen – Unsere Route über die Insel

Karte unserer Sizilien Rundreise Route in 10 Tagen mit allen Stationen

Diese Sizilien Rundreise führt in 10 Tagen einmal quer über die Insel – von Palermo über die Westküste und das Inselinnere bis in den barocken Südosten.
Die Route verbindet bekannte Sehenswürdigkeiten mit kleineren Orten und eignet sich ideal für eine Reise mit dem Mietwagen.

Die Idee zu dieser Reise entstand eher spontan: Zwei freie Wochen im Januar, günstige Flüge und die Aussicht auf milde Temperaturen machten Sizilien schnell zum perfekten Ziel. Schon seit meinem kurzen Abstecher nach Taormina einige Jahre zuvor wollte ich die Insel intensiver entdecken. Jetzt war die Gelegenheit endlich da.


Catania – erster Halt unserer Sizilien Rundreise

Die Reise startet am Flughafen von Catania und damit am Ausgangspunkt unserer Sizilien Rundreise. Mit dem Shuttlebus geht es für 4 Euro in die Innenstadt von Siziliens zweitgrößter Stadt. Bis dahin hatte ich nur ein Zimmer für zwei Nächte gebucht. Wie es ab dann weitergeht, war noch nicht geplant.

Catania liegt an der Ostküste von Sizilien und ist der ideale Start für eine Rundreise durch den Südosten der Insel. Viele Häuser in der Stadt sind mit schwarzer Lavafarbe getüncht. Man könnte meinen, dass schwarze Häuser eher einen deprimierenden Eindruck hinterlassen, aber weit gefehlt. Die schwarzen Fassaden mit ihren weiß abgesetzten Tür- und Fensterumrandungen sehen richtig stylish aus.

schwarze Fassaden in Catania
Schwarze Fassaden sind typisch für Catania
Kathedrale Sant’Agata
Kathedrale Sant’Agata

Die schwarze Farbe kommt von der Lava des Vulkans Ätna. Er ist der höchste aktive Vulkan Europas und liegt gut 40 Kilometer nördlich von Catania. Damit befindet sich eines der bekanntesten Naturziele Siziliens direkt vor der Haustür der Stadt. In Catania hat man den Vulkan immer im Blick. Egal ob in der Shoppingmeile Via Etna oder vom Aussichtspunkt der Kuppel der Barockkirche Badia di Sant’Agata.

Aussicht auf den Ätna in Catania
Aussicht von der Kuppel der Barockkirche Badia di Sant’Agata.

In den zwei Tagen, die ich in Catania verbracht habe, habe ich mir so viel wie möglich angesehen. Zu meinen Highlights zählt auf jeden Fall ein Besuch auf dem Fischmarkt. Der findet von montags bis samstags von 7 Uhr morgens bis in den frühen Nachmittag statt und gehört zu den schönsten der Insel.

Nach den ersten Eindrücken in Catania beginnt anschließend der eigentliche Roadtrip Richtung Süden. Meine Tipps für Catania haben einen eigenen Blogbeitrag bekommen. Schaut da gerne vorbei. Hier geht es jetzt weiter mit der Rundreise über Sizilien.

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Tag 1 der Sizilien Rundreise: Von Catania nach Syrakus

Ich hatte wirklich überlegt, die Strecke zunächst mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Das hat bei meiner Reise durch dieToskana bestens geklappt. Auf Sizilien sind die Verbindungen auf den ersten Blick ebenfalls super. Allein am Flughafen von Catania starten täglich mehrere Busse in alle Ecken der Insel.

Letztendlich fiel die Wahl doch auf einen Mietwagen. Für eine Rundreise durch Sizilien ist man damit deutlich flexibler und erreicht auch kleinere Orte entlang der Route einfacher. Den Mietwagen habe ich mir nach den zwei Tagen in Catania am Flughafen abgeholt und bin dann Richtung Süden nach Syrakus, dem ersten Ziel der Rundreise, gefahren.

Zwischenstopp in Brucoli

Das Schöne am eigenen Wagen ist ja, dass man überall anhalten kann. Auf dem Weg von Catania nach Syrakus habe ich meinen ersten Stopp im kleinen Fischerort Brucoli eingelegt. Brucoli liegt knapp 6 Kilometer nördlich von Augusta und eignet sich gut für eine kurze Pause entlang dieser Strecke. Wahrzeichen des Ortes ist das Castello di Brucoli.

Das klobige Gemäuer aus dem 15. Jahrhundert schützte den Ort einst vor Piraten und zur Kontrolle des Seehandels. Heute ist es ein Museum. Bei meinem Besuch war das Castello di Brucoli leider komplett verhüllt und mitten im Restaurierungsvorgang. Schade.

Castello di Brucoli
Castello di Brucoli

Abgesehen davon ist in Brucoli nicht sonderlich viel zu holen. Der Ort ist an sich ganz niedlich, aber nicht weiter interessant. Als kurzer Halt auf der Fahrt Richtung Syrakus reicht ein Spaziergang am Hafen aber völlig aus.

Ankunft in Syrakus und Ortigia erkunden

Sobald ich Syrakus erreiche, habe ich das Tagesziel der ersten Etappe erreicht und es fängt an zu regnen. Glücklicherweise hält sich der Regen in Grenzen. Von meiner Unterkunft brauche ich ca. 15 Minuten zu Fuß bis zur Insel Ortygia, dem historischen Zentrum von Syrakus.

Syrakus Lungomare Alfeo
Lungomare Alfeo in Syrakus

Ortygia ist knapp einen Quadratkilometer groß. Hier liegt der Kern der Altstadt. Ich gehe zuerst auf der Westseite der Insel am Hafen entlang bis zu militärischen Festung Castello Maniace und dann ein Stück auf der Ostseite zurück, bevor ich das Zentrum der Altstadt erkunde. Ich schlendere bis weit nach Sonnenuntergang durch die Gassen. Die Altstadt gefällt mir richtig gut und ist ein idealer Ort, um den ersten Tag der Rundreise entspannt ausklingen zu lassen.

Palazzo Impellizzeri Vianisi in Syrakus
Palazzo Impellizzeri Vianisi in Syrakus

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Tag 2 der Sizilien Rundreise: Von Syrakus über Noto nach Ragusa

Stopp in Noto – Barockstadt im Val di Noto

Am nächsten morgen geht es bei Kaiserwetter von Syrakus aus weiter nach Noto, dem ersten Halt auf dem Weg nach Ragusa. Noto ist eine spätbarocke Stadt die mit ihren hellen Prachtbauten einfach nur wunderschön anzusehen ist.

Die Stadt liegt nur rund 40 Kilometer südwestlich von Syrakus und lässt sich daher problemlos in diese Tagesetappe einbauen. Ich laufe einmal durch die Altstadt und schaue zum Abschluss auf der Aussichtsplattform der Chiesa di San Carlo al Corso auf die Stadt.

Noto Cattedrale di San Nicolo
Cattedrale di San Nicolo in Noto

Weiterfahrt nach Modica

Modica liegt nur wenige Kilometer von Noto entfernt und ist der nächste Stopp auf der Route durch das Val di Noto. In Modica angekommen schüttet es wie aus Kübeln. Ich warte ein paar Minuten und tatsächlich lässt der Regen etwas nach. Das ist meine Chance.

Modica gehört neben Noto zu den Städten, die im Stil des sizilianischen Barocks erbaut wurden. Zudem ist Modica bekannt für ihre Schokolade.

Modica
Dicht an dicht – Häuserwald in Modica

Leider komme ich nur ein paar Meter weit, bis der Regen wieder zunimmt. So hat das keinen Sinn, also entschließe ich mich zurück zum Wagen zu gehen und zu einem Aussichtspunkt zu fahren.

Stopp in Scicli

In Scicli habe ich wieder mehr Glück mit dem Wetter und die Sonne lässt sich blicken. Der Ort liegt nur wenige Fahrminuten von Modica entfernt und lässt sich daher gut als kurzer Zwischenhalt auf dem Weg nach Ragusa einbauen.

Scicli ist die nächste barocke Schönheit. Die Altstadt kommt mir kleiner vor als die von Noto. Dafür ist sie genauso schön.

Scicli
Scicli

Ankunft in Ragusa

Oh mann, Sonne, Regen, Sonne und jetzt extremer Regen. Der prasselt einfach nur in Strömen vom Himmel. Zudem wird es langsam dunkel. Das ist halt der Nachteil, wenn man im Winter Urlaub macht. Man muss sich echt spurten um was vom Tag zu haben.

Egal. Meine Unterkunft ist eine der schönsten, in denen ich je übernachtet habe. Von daher ist es ein kleiner Trost, dass man heute nichts mehr machen kann. Ragusa bildet den Abschluss dieser Tagesetappe durch das Val di Noto und ist ein guter Ausgangspunkt für die weitere Rundreise am nächsten Tag. Ich hoffe einfach darauf, dass das Wetter morgen besser ist.

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Tag 3 der Sizilien Rundreise: Weiterfahrt Richtung Westküste

Ragusa Ibla

Sobald der Wecker mich aus dem Traumland klingelt, spurte ich zum Fenster, um die Wetterlage zu checken. Bedeckter Himmel, hier und da etwas blau, dazu leichter Regen.

Na gut. Ich schaue auf dem Smartphone nach, wo auf Sizilien in den nächsten Tagen die Sonne scheinen soll, packe meine Sachen und wir fahren Richtung Sonne.

Ragusa
Schick, schick – Altstadt von Ragusa

Aber halt. Zuvor mache ich noch einen Abstecher in den Stadtteil Ragusa Ibla, dem historischen Zentrum von Ragusa und einem letzten Stopp, bevor die Rundreise weitergeht. Er ist das historische Zentrum mit vielen Barockbauten. Kaum habe ich den Rundgang beendet, prasselt es wieder los. Langsam nervt das Wetter.

Stopp in Caltagirone

Wie sollte es anders sein, regnet es auch in Caltagirone. Die Stadt liegt im Inselinneren und ist der nächste Halt auf der Weiterfahrt von Ragusa in Richtung Westsizilien. Die Stadt gehört ebenfalls zu den spätbarocken Städten des Val di Noto und ist bekannt für ihre Keramik und den Majolikafliesen-Schmuck. Ein Highlight ist die keramikgeschmückte Treppe von Santa Maria del Monte.

Santa Maria del Monte in Caltagirone

Die 142 Stufen erinnern mich glatt an die Treppe Montagne de Bueren im belgischen Lüttich. Und dabei ist sie nicht mal halb so lang. Zum Glück muss ich hier nur runter.

Mehr passiert für mich in Caltagirone nicht. Es regnet die ganze Zeit, meine Kleidung weicht langsam durch, also zurück zum Wagen und weiter in Richtung des nächsten Ziels der Rundreise.

Weiterfahrt nach Agrigent

Anstatt die etwas längere Route zu nehmen, vertraue ich der Wegbeschreibung von Google und wir kurven von Caltagirone aus durch das karge Hinterland Richtung Agrigent. 2/3 des Weges lassen sich gut fahren. Die Landschaft ist nicht besonders eindrucksvoll, aber ok.

Der Regen prasselt auf das Auto, im Radio läuft ein italienischer Hit nach dem nächsten. Da kann ich euch übrigens den Radiosender Radio Margherita empfehlen. Der ist klasse. Es könnte alles schlimmer sein.

Landschaft auf Sizilien
Karg aber schön – die Landschaft auf Sizilien

Und ja, es kam schlimmer. Das letzte Drittel, bevor es auf die Auffahrt zur E931 ging, war vom Straßenbelag her eine Katastrophe. Da war Schritttempo angesagt. Die Auffahrt selbst war nicht zu sehen. Eine riesige Pfütze verdeckte den Übergang von Landstraße zu Schnellstraße. Ich war echt froh, als die Landpartie beendet war und ich schließlich Agrigent erreichte.

Ankunft in Agrigent

Agrigent ist der nächste größere Stopp auf der Rundreise und dient als Ausgangspunkt für die Erkundung der berühmten Tempelanlagen. Diesmal hatte ich eine Unterkunft mitten im romantisch verwinkelten Gassenlabyrinth der historischen Altstadt von Agrigent gebucht. Hier kann man nicht mit dem Auto reinfahren. Wir parken ca. 10 Gehminuten von der Unterkunft entfernt. Näher kommt man nicht ran.

Ihr könnt euch denken, was kommt. Richtig. Strömender Regen. Nach 20 Minuten abwarten verschlimmert sich die Lage mit zunehmenden Windböen. Da bleibt nur eins: Augen zu und durch. Was ich nicht bedacht hatte: Durch die schmalen Gassen, die sich langsam bergab winden, fließt natürlich auch das ganze Wasser runter. Heißt: die Schuhe sind innerhalb von Sekunden klatschnass.

Da der Tag eh für die Tonne war, stört das jetzt auch nicht weiter.

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Tag 4 der Sizilien Rundreise: Agrigent und das Tal der Tempel

Tal der Tempel in Agrigent

Neuer Tag, neues Glück. Die Schuhe sind durchgetrocknet, die Sonne scheint aus allen Knopflöchern und es ist so warm, dass ich T-Shirt gegen Pullover tauschen kann. Herrlich. So hatte ich das gebucht.

Altstadt von Agrigent
Altstadt von Agrigent
Altstadt von Agrigent
Verwinkelte Gassen in Agrigent

Anstatt Zeit zu verlieren, geht es nach einem kleinen Rundgang durch Agrigent direkt weiter zum archäologischen Park im Tal der Tempel, dem wichtigsten Programmpunkt dieses Tages. Die archäologischen Stätten von Agrigent liegen südlich der Stadt und sind eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Sizilien.

Das heutige Tal der Tempel war zu seiner Hochzeit die griechische Stadt Akragas. Der Eintritt kostet 12 Euro p. P. Dafür bekommt ihr viele Steine und den Concordiatempel zu sehen, der zu den am besten erhaltenen Tempeln der griechischen Antike zählt.

Concordiatempel im Tal der Tempel
Concordiatempel im Tal der Tempel

Weiterfahrt nach Sciacca

Da ich viel Zeit im Tal der Tempel verbracht habe, geht es schnurstracks weiter nach Sciacca. Die Hafenstadt ist der nächste Stopp entlang der Südküste und liegt rund eine Stunde westlich von Agrigent. Die malerische Hafenstadt liegt an der Südseite von Sizilien und besticht mit ihrem schönen Hafen.

Hafen von Sciacca
Blick auf den Hafen von Sciacca

Nach einem kurzen Spaziergang zu den Sehenswürdigkeiten wie dem Porta Palermo lasse ich den Nachmittag mit Blick aufs Meer auf einer Bank in der Sonne an der Piazza Angelo Scandaliato ausklingen und genieße hier den ersten längeren Halt am Mittelmeer.

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Tag 5 der Sizilien Rundreise: Weiterfahrt an die Westküste nach Marsala

Marsala oder Trapani? Welche der beiden Küstenstädte im Westen von Sizilien ist die schönere? Ich konnte mich nicht entscheiden und habe kurzerhand eine Unterkunft in Marsala gebucht. Zum einen ist die Fahrzeit kürzer, zum anderen kann man die Salinen, die das Highlight der Region sind, ebenfalls erkunden.

Von Sciacca aus ist die Stadt gut erreichbar und eignet sich ideal als Basis, um den äußersten Westen der Insel zu erkunden. Kaum komme ich in Marsala an, fängt es wieder an zu regnen. Ich habe es aufgegeben mich darüber zu beschweren. Es bringt eh nichts.

Porta Garibaldi in Marsala
Porta Garibaldi in Marsala

Marsala selbst gefällt mir richtig gut. Die Stadt hat einen sehr hellen und freundlichen Charakter. Besonders die Innenstadt mit ihren vielen schönen Bauten und breiten Fußgängerzonen lädt zum entspannten schlendern ein.

Und genau das mache ich bei leichten Regen: ich schlendere durch die Innenstadt, zum Meer und und wieder zurück bis es dunkel wird.

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Tag 6 der Sizilien Rundreise: Von Marsala über die Salinen nach Palermo

Saline della Laguna

Neuer Tag, neuer Regen. Ich checke aus meiner sehr schönen Unterkunft aus, schwinge mich in den Mietwagen und steuere das erste Highlight des Tages an. Mein Ziel ist eine der Salinen, die sich auf der Strecke von Marsala Richtung Trapani befinden.

Sizilien - Saline della Laguna
Saline della Laguna bei Marsala

Weiße Salzdünen, Wasserflächen und Mühlen – die Salinen sind richtige Postkartenmotive. Klasse soll auch ein Ausflug per Boot zur Insel Mozia sein. Darüber berichten kann ich euch nichts. Bei meinem Besuch war die Saline geschlossen. Da blieb mir nur der Blick vom Parkplatz auf die Saline della Laguna.

Weiterfahrt nach Palermo

Nach dem romantischen Ausflug am Vormittag steht ab Mittag ein Kontrastprogramm auf dem Plan. Von den Salinen aus geht es weiter quer über die Insel in Richtung Palermo, der Hauptstadt Siziliens. Je näher ich der Hauptstadt Siziliens komme, desto voller werden die Straßen.

Einen Parkplatz in Palermo zu finden ist nicht einfach. Rund um das Stadtzentrum ist zusätzlich die Umweltzone: Palermo ZTL (ital.: Zona a Traffico Limitato). Hier ohne Registrierung einfach reinzufahren kostet über 150 Euro. Das Geld spare ich mir und drehe lieber noch eine Runde, um einen geeigneten Parkplatz zu finden.

Nach dem Check-in in meiner Unterkunft stürze ich mich ins Getümmel der Großstadt. Mein erster Weg führt mich zum Mercato di Ballarò. Er ist einer der lebhaftesten Märkte der Stadt, die man als Tourist einfach nicht verpassen darf.

Markt Palermo
Markt in Palermo

Das Wetter ist wieder nicht auf meiner Seite. Logisch, dass fast niemand Interesse an einem Marktbesuch bei Regen hat. Demnach sind kaum Menschen unterwegs und viele Stände geschlossen.

Während ich langsam über den Markt schlendere, steigt mir ein komischer Geruch in die Nase. Es riecht nach gebratener Leber. Der nicht gerade schmeichelhafte Duft kommt vom Stand der Pani ca Meusa im Angebot hat. Als ehemaliges Arme-Leute-Essen hat sich das Brötchen belegt, mit in Schmalz gebratener Lunge und Milz zu einer Spezialität in Palermo gemausert. Mein Ding ist es nicht. Ihr könnt mir gerne in den Kommentaren erzählen, ob ihr euch an ein Pani ca Meusa rantrauen würdet.

Palermo Piazza Pretoria
Details vom Brunnen auf der Piazza Pretoria

Weiter geht’s über die Märkte von Palermo bis zum Quattro Canti. Die vier Paläste an der Kreuzung vom Corso Vittorio Emanuele und der Via Maqueda werden auch Teatro del Sole genannt. Je nach Tageszeit wird eine der Fassaden von der Sonne beleuchtet – vorausgesetzt natürlich, dass sie scheint. In der Via Maqueda findet ihr auch die großzügige Piazza Pretoria mit dem riesigen, mit vielen Statuen bestückten Brunnen. An Sehenswertem mangelt es in Palermo wirklich nicht.

Palermo Teatro Massimo
Palermo Teatro Massimo

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Tag 7 der Sizilien Rundreise: Von Palermo nach Monreale und Cefalù

Monreale

Über 45 Minuten für 10 Kilometer mit dem Auto? Wenn man einmal quer durch Palermo muss, das kommt das gut hin. Mein Ziel war der Ort Monreale, ein klassischer Ausflug von Palermo aus und der erste Stopp dieses Tages, der südwestlich der Stadt liegt.

Bekannt ist Monreale durch seine Kathedrale Santa Maria Nuova. Allein von außen macht die Kathedrale einiges her. 102 Meter lang, 40 Meter breit und 35 Meter hoch ist sie und steht als Reisetipp in fast jedem Reiseführer zu Sizilien.

Kathedrale Monreale

Sie wurde 2015 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen. Ich finde, der Ausflug hat sich gelohnt. Es ist schon beeindruckend, welchen Glanz und die vielen Details, die die Kirche im Inneren hat. Einfach Wahnsinn.

Der Eintritt in die künstlerisch gestaltete Kirche ist kostenfrei. Für einen Besuch der Ruano Kapelle, dem Kreuzgang und einen Blick von den Aussichtsterrassen müsst ihr Eintritt zahlen. Von 13 – 14 Uhr ist Mittagspause. In dem Zeitraum könnt ihr die Kirche nicht besichtigen.

Nach dem Besuch geht es zurück durch Palermo und weiter entlang der Nordküste.

Cefalù

Von Monreale geht es zurück durch Palermo und anschließend weiter ostwärts entlang der Nordküste nach Cefalù, dem nächsten Ziel der Rundreise. Die kleine Stadt an der Nordküste Siziliens ist gut auf Touristen ausgelegt und wirklich schick anzusehen.

Aussicht auf Cefalù
Aussicht auf Cefalù

Cefalù gehört zu den I Borghi più belli d’Italia – den schönsten Orten in Italien. Für viele Besucher ist die Kathedrale von Cefalù das Highlight. Die stattliche Kirche im Ortskern lässt sich schon von weitem sehen und ist ebenfalls in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen.

Cefalù
Strand und schöne alte Häuser in Cefalù

Ich fand den Blick von der Mole auf den kleinen Strand und die alten Häuser am besten.

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Tag 8 der Sizilien Rundreise: Quer durch die Berge ins Inselinnere

Der letzte Tag der Sizilienrundreise steht kurz bevor. Morgen geht es mit dem Flieger zurück. Da bleibt die Frage: Was macht am vorletzten Tag?

  • Variante 1: Weiter an der Küste entlang bis Messina und von dort am nächsten Tag zum Flughafen
  • Variante 2: Einmal quer durch das Land und die sizilianischen Berge erkunden und so die Rundreise im Inselinneren ausklingen lassen.

Die Wahl fiel schnell auf Variante 2. In den Bergen soll die Sonne scheinen, an der Küste ist Regenwetter im Anmarsch. Während mein Reisebegleiter zielsicher ins Inland der Insel fährt, blättere ich auf dem Beifahrersitz im Reiseführer. Im Inland gibt es weitere prämierte Orte, die einen Stop lohnenswert sind. Einer von ihnen ist Calascibetta.

Stopp in Calascibetta

Die gut 4000 Einwohner starke Gemeinde liegt 7 Kilometer nördlich von Enna und war ein kurzer Halt auf unserer Route durch das sizilianische Bergland. Wir parken am Eingang der Stadt und machen und zu Fuß auf den Weg. Durch schmale Gassen geht es immer bergauf. Am Brunnen Fontana di Piazza Umberto I, direkt im Herzen des Ortes angekommen, kann ich sagen: Der Ort ist schön, haut mich jetzt aber nicht von den Socken.

Calascibetta - Fontana di Piazza Umberto I
Fontana di Piazza Umberto I
Grotte in Calascibetta
Grotte in Calascibetta

Wir laufen noch ein Stück weiter bergauf, passieren eine Tafel mit einem Spruch von Goethe zu Calascibetta (der war gefühlt auch überall) und erreichen eine Ausgrabungsstätte oder Grotte.

Ich weiß nicht recht, was es ist, habe aber nachgelesen. Die Region rund um Calascibetta ist seit vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Ein paar Kilometer nördlich vom Ort finden sich zudem mehrere Felsengräber.

Mein Highlight in Calascibetta war der Ausblick auf Enna.

Aussicht auf Enna
Aussicht auf Enna

Enna

Noch besser ist allerdings der Ausblick von Enna auf Calascibetta und die Umgebung. Enna liegt im geografischen Zentrum Siziliens und war der letzte größere Halt auf unserer Fahrt durch das Inselinnere. Sie ist die höchste Provinzhauptstadt und das geografische Zentrum von Sizilien. Von hier aus hat man an klaren Tagen einfach eine wahnsinnig gute Aussicht.

Aussicht Enna
Die Aussicht von Enna auf die Landschaft ist super.

Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Enna Alta (Oberstadt) und Enna bassa (Unterstadt). Bei meinem Besuch habe ich mir etwas den Ort angesehen und mir dann ein gutes Plätzchen in der Sonne und mit Aussicht gesucht. Das war sehr schön, aber eisig kalt.

Einen Tipp für Enna habe ich noch für euch: die Pizzen aus der Pizzeria Mediterranea sind klasse. Der Laden hat nur abends geöffnet und die Pizzen sind zu mitnehmen, aber sehr gut belegt und megalecker.

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Tag 9 der Sizilien Rundreise: Rückkehr nach Catania und letzter Stopp in Aci Castello

Jetzt ist es so weit. Der letzte Tag auf Sizilien bricht an und wir fahren Richtung Catania, wo uns am Nachmittag der Flieger zurückbringen wird. Damit schließt sich die Rundreise langsam wieder am Ausgangspunkt.

Gut eine Stunde dauert die Fahrt. Der schneebedeckte Ätna ist immer im Blick. Von Catania aus geht es weiter nach Norden in den hübschen Ort Aci Castello.

Abstecher nach Aci Castello

Schwarzes Vulkangestein ist typisch für den Küstenort. Aci Castello liegt nur wenige Kilometer nördlich von Catania und war unser letzter kurzer Halt vor dem Rückflug. Aci Castello ist an diesem Tag mehr als gut besucht. Rund um die mittelalterliche Burg Castello Normanno ist der Ort auch einfach wunderschön.

Castello Normanno in Aci Castello auf Sizilien
Castello Normanno in Aci Castello auf Sizilien

Eins muss ich hier noch erledigen, bevor es zurück nach Deutschland geht. Ich hatte gute Pizzen und die Arancini waren bestens. Jetzt fehlt mir noch ein Cannoli zum Abschluss der Rundreise.

Cannoli

Fündig werde ich in der Konditorei Pasticceria Caffè & Dolcezze. Ich sag euch: Die Auslage an Kuchen, Törtchen und Gebäck ist riesig. Zudem sieht alles sehr hochwertig und liebevoll zubereitet aus. Wenn es hier nicht schmeckt, dann weiß ich auch nicht.

Die kleinen Cremerollen gibt es in verschiedenen Füllungen. Ich habe die originale, mit Ricottacreme gefüllte Variante probiert. Die war super.

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Unsere Route im Überblick

Neun Tage, einmal quer über die Insel – und einmal durch ziemlich jedes Wetter, das Sizilien im Winter zu bieten hat. Gestartet sind wir in Catania am Fuß des Ätna, von dort ging es Schritt für Schritt entlang der Ost- und Südküste, weiter in den Westen und schließlich über das bergige Inselinnere zurück zum Ausgangspunkt.

Unsere Strecke war dabei weniger eine „klassische Postkarten-Rundreise“, sondern eher eine Mischung aus bekannten Highlights und spontanen Stopps, die sich unterwegs ergeben haben. Neun Tage, einmal quer über die Insel – und einmal durch ziemlich jedes Wetter, das Sizilien im Winter zu bieten hat. Auch wenn wir wettertechnisch nicht immer Glück hatten, waren die sonnigen Momente umso schöner und haben die Insel jedes Mal sofort wieder von ihrer besten Seite gezeigt.

Die Route im Detail:

  • Catania – Ankommen am Ätna und Startpunkt der Reise
  • Syrakus & Ortigia – barocke Altstadt und mediterranes Flair
  • Val di Noto (Noto, Modica, Scicli, Ragusa) – sizilianischer Barock auf engem Raum
  • Caltagirone & Inselinneres – Keramikstadt und ruhigeres Hinterland
  • Agrigent – Tal der Tempel als archäologisches Highlight
  • Sciacca – erster längerer Stopp am Meer
  • Marsala & die Salinen – weiter Blick, Windmühlen und Westküste
  • Palermo, Monreale & Cefalù – lebendige Städte und die Nordküste
  • Enna & Calascibetta – Sizilien von oben, mitten im Herzen der Insel
  • Rückkehr nach Catania mit Abstecher nach Aci Castello – letzter Espresso, letztes Cannolo, letzter Blick aufs Meer

Unterm Strich war diese Rundreise genau richtig für die Jahreszeit: viel Kultur, viel Landschaft, wenig Hochsaison-Trubel. Wer im Winter nach Sizilien reist, muss beim Wetter flexibel bleiben – bekommt dafür aber eine Insel, die sich deutlich ursprünglicher anfühlt als im Sommer.

Und genau das hat für uns den Reiz dieser Reise ausgemacht.

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Habt ihr bereits Sizilien besucht? Was waren eure Highlights?

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2 Kommentare

  1. Da bist du ja ganz schön rumgekommen auf Sizilien! Ich hab vor zig Jahren mal mit der Uni eine Rundtour dort gemacht. Jetzt über Weihnachten uns Silvester waren wir noch mal da – aber „nur“ auf Stromboli und in Palermo.

    • Ja, das war wirklich ein straffes Programm. Ohne den Dauerregen wäre ich sicher nicht so weit gekommen und hätte sicher mal einen Strandtag eingelegt. Den Stromboli möchte ich auch gerne mal besuchen. Vielleicht ergibt sich das noch.

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