Städtetrip
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Städtetrip Kiew

Beitragsbild reiseblog kiew

Das Zentrum von Kiew – der ukrainischen Hauptstadt – ist wunderschön, ein günstiges Reiseziel und bietet so viel zu sehen, dass ich, bei meinem Besuch über Ostern im April 2018, gar nicht recht wusste, wo ich anfangen sollte.
Ich hatte drei Tage Zeit, um Kiew und die vielen Sehenswürdigkeiten kennenzulernen und war auch sehr gespannt darauf, wie in der Ukraine Ostern gefeiert wird. Das Wetter war bei meinem Besuch in Kiew nicht immer auf meiner Seite – so what?

Damit ihr nicht den Überblick zwischen all den Sehenswürdigkeiten verliert, habe ich diesen Städtetrip in 3 Spaziergänge unterteilt.

Alle sehenswerten Monumente, Häuser, Anlagen … werde ich hier auf keinen Fall abdecken können, trotzdem kommen wir an allen Hauptattraktionen vorbei.

Aber lasst uns einfach mal loslegen.

Inhaltsverzeichnis
Tour 1 – Der Andreasstieg und der Stadtteil Podil
Tour 2 – Auf dem Chreschtschatyk über den Maidan zur Sophienkathedrale
Tour 3 – Kiewer Höhlenkloster und zur Mutter Heimat Statue

U-Bahn fahren in Kiew
Restauranttipp
Feiertage in der Ukraine
Shopping in Kiew

Tour 1
Der Andreassteig (im Stadtteil Podil), das St. Michaelskloster und das Denkmal der Völkerfreundschaft

Auf diesem Spaziergang nehme ich euch mit in einen der ältesten Stadtteile Kiews und an den Dnepr.

1. St. Michaelskloster

Mein Tipp: Beginnt euren Besuch des Andreassteig am Platz des St. Michaelskloster und erkundet den Andreassteig bergab. Das St. Michaelskloster ist Sitz der orthodoxen Kirche und mit ihren goldenen Zwiebeltürmen einfach beeindruckend.

St. Michaelskloster in Kiew

2. St.-Andreas-Kirche

St.-Andreas-Kirche in Kiew

Nur ein paar Meter bergab auf der kopfsteingepflasterten Straße ragen schon die goldenen Türme der smaragdgrünen St.-Andreas-Kirche über die Dächer.

Wer mag, kann die Kirche gegen Eintritt besichtigen. Mir hat die Außenansicht genügt, aber einen Blick von der Aussichtsplattform musste sein.

Der ist auch nicht gratis, aber um einiges günstiger als der komplette Kirchenbesuch.

Aussicht von der St.-Andreas-Kirche - Kiew

Vor der St.-Andreas-Kirche sind oft Marktstände aufgebaut. Die Souvenirs sind nicht immer 100 % ukrainisch, aber es macht trotz allem Spaß, sich die Auslagen anzusehen. Wenn hier für euch nichts dabei ist, dann habt ihr vielleicht in den kleinen Geschäften rund um die Kirche und bergab des Andreassteig mehr Glück.

Markt vor der St. Andreaskirche in Kiew

3. Das „Eine-Straße-Museum“ – eine Zeitmaschine auf kleinem Raum

Nachdem ich drei Mal daran vorbeigelaufen bin, bemerke ich den kleinen Aufsteller vor dem unscheinbaren Eingang des „Eine-Straße-Museum“ (Eintritt 1,50 Euro pro Person). Das Museum liegt fast am Ende des Andreassteig in der Nähe des Riesenrads vom Kontraktowa-Platz.

Ca. 5000 Exponate erzählen in 2 Räumen von dem Stadtteil Podil und der Straße Andreassteig, deren Geschichte länger ist als die Straße selbst. Von der Antike bis zur Neuzeit ist alles dabei – egal ob Mode, Technik, Haushalt, Politik- jeder Abschnitt gleicht eher einem Wimmelbild als einer schnöden Anordnung der Ausstellungsstücke.

Detail Eine Straße Museum in Kiew
Detail Eine Straße Museum - Andreasstieg inin Kiew

4. Kontraktowa-Platz

Ich habe den Kontraktowa-Platz, bei meinem Besuch in Kiew gar nicht als so besonders empfunden. Mag sein, dass es mir an dem Tag einfach zu kalt war, um die anliegenden Gebäude, den Samsonbrunnen und das Sahaidatschnyj-Denkmal richtig zu bemerken.

Kontraktowa Platz in Kiew

5. Ukrainisches Nationalmuseum Tschernobyl

Geradezu wildromantisch sehen sie aus – die Bilder der verwucherten Autoscooter in der ehemaligen Arbeiterstadt Prypjat, die man im Internet bestaunen kann.

Nach der Nuklearkatastrophe, die sich im April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl ereignete, wurden die Bewohner evakuiert – ein Zurückkommen unmöglich. Jahrzehntelang war es, aus gutem Grund, verboten die „Lost City“ zu besuchen. Mittlerweile sind Tagesausflüge erlaubt und die Anbieter überschlagen sich mit Angeboten.

Wer sich für die Geschichte interessiert, aber – wie ich – doch zu viel Respekt davor hat, sich den Ort anzusehen, für den wäre vielleicht ein Besuch im Nationalen Tschernobyl-Museum eine gute Alternative.

Es liegt 290 Meter vom Kontraktowa-Platz entfernt.

6. Parkovy-Brücke und Hidropark

Mein Spaziergang geht weiter am Ufer des Dnepr entlang bis zur Parkovy-Brücke.

Parkovy-Brücke in Kiew

Die Parkovy-Brücke ist ganz klar ein beliebtes Ausflugs-, Sport- und Fotoziel. Sie ist unterteilt in Laufbahn und Spazierweg. Fahrradfahrer begegnen euch hier auch.
Also Augen auf!

Am besten bleibt auf eurem Abschnitt, sonst behindert ihr die Jogger, die auf der Brücke entlanglaufen.

Am anderen Ende der Parkovy-Brücke erreicht ihr den Hidropark. Der erstreckt sich über zwei Dneprinseln und bietet fast alles an Freizeitsport, was man sich denken kann. Schwimmen, am Strand chillen… hier kann man entspannt seine Freizeit verbringen – wenn das Wetter mitspielt.

7. Standseilbahn

Aussicht aus der Standseilbahn über den Dnepr

Die Standseilbahn am Dneprufer lohnt sich doppelt. Für 20 Cent pro Person überwindet ihr zum einen schnell die 75 Meter Höhenunterschied zum St. Michaelskloster und ihr habt eine super Aussicht auf den Dnepr.

Seit 1892 tingelt die Bahn zwischen der Kiewer Unter- und Oberstadt hin und her. Ihre Ein- und Ausstiegspavillons sind Jugendstilartig gestaltet und sind allein deshalb schon eine Fahrt wert.

Für alle, die doch lieber laufen wollen – es gibt mehrere Wege, z. B. über den Volodymyrska Hügel. Nehmt euch dann doch die Zeit und legt eine Pause (z. B. am Amulett von St. Michael) ein oder ihr geht geradewegs zum Chreschtschatyj-Park – dann ist ein Stop auf der Glas Brücke ein super Tipp.

8. Denkmal der Völkerfreundschaft

Mitten im Chreschtschatyj-Park, zwischen Freilichtbühne, Aussichtsplattform und Spielbuden steht das dreiteilige Denkmal der Völkerfreundschaft.

Der 30 Meter hohe Regenbogen, verkörpert die ukrainisch-russische Freundschaft. Er überragt die Skulptur zweier Männer (ein ukrainischer und ein russischer Arbeiter) und das Perejaslaw-Denkmal.

Denkmal der Völkerfreundschaft in Kiew

Seit meinem Besuch im April 2018 hat sich politisch einiges getan – der Kampf um die Halbinsel Krim hat einen tiefen Bruch in der ukrainisch-russischen Freundschaft hinterlassen – seitdem ziert ein aufgemalter Riss den Regenbogen.


Tour 2
Vom Schewtschenko-Park auf der Flaniermeile Chreschtschatyk über den Maidan zur Sophienkathedrale

1. Taras-Schewtschenko Park

Meine zweite Route startet im Stadtteil Schewtschenko, genauer gesagt am Schewtschenko-Park, der zwischen der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität, dem Taras-Schewtschenko-Boulevard und dem Taras-Schewtschenko-Opernhaus liegt.

Taras Schewtschenko war Maler und der bedeutendste ukrainische Lyriker. Wenn ihr mehr über ihn erfahren wollt, könnt ihr einen Besuch im Nationalen Museum Taras Schewtschenko einplanen. Es liegt fast auf halben Weg zwischen dem Park und der Oper.

2. Nationalmuseum Kiewer Kunstgalerie

Während der Vorbereitung für den Städtetrip Kiew habe ich das Nationalmuseum Kiewer Kunstgalerie für mich entdeckt. Es beherbergt die bedeutendsten Kunstsammlungen der Ukraine mit mehr als 12.000 Exponaten.

Dass die Landschaftsgemälde von Iwan Iwanowitsch Schischkin allen Ausstellungsstücken komplett den Rang ablaufen würden, hätte ich nicht gedacht. Seine Malereien sind alleine einen Besuch wert! Sie sind so unglaublich realistisch und riesig – da hat man wirklich das Gefühl, man steht direkt im Wald.

3. Bessarabska-Markthalle

Bessarabska Markthalle - Kiew

Ein richtiges „Must See“ für die Foodies unter euch ist die Bessarabska-Markthalle. In der 2.896 m² großen Halle bekommt man einen super Einblick in die ukrainische Küche. Hier stapeln sich nicht nur Fleisch, Käse und Früchte, sondern auch Gläser mit typisch-regionalen, eingeweckten Köstlichkeiten.

Angebot der Bessarabska Markthalle - Kiew
Innanansicht der Bessarabska Markthalle - Kiew
Eingang der Bessarabska Markthalle - Kiew

Auch die Architekturliebhaber unter euch sollten sich einen Besuch nicht entgehen lassen – nicht umsonst steht die Markthalle seit 1979 unter Denkmalschutz.

4. Chreschtschatyk

Chreschtschatyk in Kiew

Die Architektur einer der Hauptverkehrsstraßen ist in Kiew besonders: Die Südseite des 1,2 Kilometer langen Boulevard Chreschtschatyk ist gesäumt von unglaublich schönen, prunkvollen Wohnhäusern.

Wohnhaus am Chreschtschatyk

An Sonntagen ist die sechsspurige Straße tagsüber ab der Kreuzung Bohdana für Autofahrer gesperrt und bis zum Maidan fest in der Hand der Kiewer Spaziergänger, Jogger und Radfahrer. Das ist der beste Zeitpunkt, um ganz entspannt die Architektur zu bewundern und super Aufnahmen vom Maidan machen zu können.

5. Maidan Nesaleschnosti

Der Maidan Nesaleschnosti – der „Platz der Unabhängigkeit“ – ist der zentralste und wohl bekannteste Platz Kiews. 2004 war er Schauplatz der Proteste gegen den Wahlbetrug (Orange Revolution) und 2013/2014 Mittelpunkt und Austragungsort der Euromaidan-Proteste.

Der Maidan Nesaleschnosti ist größer als gedacht. Das 63 Meter hohe Unabhängigkeitsdenkmal mit dem Springbrunnen der Statuen der vier Stadtgründer und den Blumenrabatten, die heute noch an die Euromaidanproteste erinnern, machen nur einen Teil aus.

Unabhängigkeitsdenkmal am Maidan in Kiew

Im Bereich der riesigen Blumenuhr kann es euch passieren, dass ihr auf Spenden für die Opfer und Hinterbliebenen der Euromaidan-Proteste angesprochen werdet – ich hatte das 2x. Einmal auf sehr unfreundliche Art, beim zweiten Mal wirklich nett und höflich.

Maidan Nesaleschnosti und das Ljadski-Tor in Kiew

Die sieben Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite, die sich rund um das Ljadski-Tor reihen, gehören ebenso zum Maidan.

6. Sophienkathedrale und das Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal

10 Gehminuten vom Ljadski-Tor entfernt liegt der Sophienplatz mit der Sophienkathedrale. Mit ihren sieben goldenen und grünen Kuppeln sieht sie aus wie aus einem Märchenbuch.

Sophienkathedrale und Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal in Kiew

Die Kathedrale wurde 1990 von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt und beherbergt ein Museum. Original erhaltene Wandmalereien und ein Modell vom mittelalterlichen Kiew sind hier ausgestellt.

Wer hoch hinaus will, kann den dazugehörigen, knapp 80m hohen Glockenturm erklimmen und wird mit einem schönen Blick über die Stadt und die Sophienkathedrale belohnt.

7. Das goldene Tor

Das goldene Tor in Kiew

Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein erweckt – nein, das goldene Tor von Kiew ist seit 1832 nicht mehr im Originalzustand. Seit seiner Erbauung zwischen 1017 bis 1024 diente es bis ins 18. Jahrhundert zuverlässig als Haupteingang in die Stadt. Heute beherbergt das goldene Tor ein Museum.

Tipp: Die gleichnamige U-Bahnstation (Soloti Worota) ist eine der wohl fotogensten und bekanntesten U-Bahnstationen in Kiew.

8. Taras-Schewtschenko-Opernhaus

Wart ihr schon einmal in einer Oper? Ich bisher noch nie – und ertappe mich doch glatt dabei, wie ich die Aufführungspläne des Taras-Schewtschenko-Opernhaus studiere. Na ja … Um ehrlich zu sein, schaue mir eher die Bilder von des Zuschauerraums an – und die halten, was die Fassade verspricht.

Taras-Schewtschenko-Opernhaus in Kiew

Tour 3
Mit der U-Bahn zum Kiewer Höhlenkloster und zur Mutter Heimat Statue

Auf Tour drei erkunde ich mit euch zwei der Top Sehenswürdigkeiten und wir tauchen tief in den Untergrund.

1. U-Bahn Station Arsenalna

Ein Bahnhof der Kiewer U-Bahn bricht Rekorde: Arsenalna, auf der roten Linie 1.

Der Eingang liegt auf einem Hügel, dementsprechend tief geht es bergab. Um genau zu sein, trägt Arsenalna, mit ihren 105,5 m, den Titel der tiefsten U-Bahn Station der Welt.

Da es keine so langen Rolltreppen gibt, müsst ihr in der Mitte einmal „umsteigen“. Macht euch den Spaß und besucht diese U-Bahn Station. Die 5 Minuten Fahrt, die ihr für eine Strecke braucht, sind es alleine aufgrund der extremen Steigung allemal wert.

Rolltreppen in der U-Bahnstation Arsenalna

2. Park der Ewigen Herrlichkeit

Mit bestem Ausblick auf den Dnepr führt mich mein Weg zum Höhlenkloster durch den Park der Herrlichkeit. Gegen das kerzenförmige Denkmal des Nationalmuseum „Holodomor“ verblasst der 26 Meter hohe Obelisk, das Denkmal des unbekannten Soldaten.

Park der Ewigen Herrlichkeit in Kiew

Leider ist die Geschichte, die hinter dem „Holodomor“ steht, alles andere als glänzend. Ein junges, geradezu zerbrechliches wirkendes Bronze-Mädchen mit ihrem leeren Blick gibt den entscheidenden Hinweis: Hier dreht sich alles um die Hungersnot, die 1932-1933 Tausenden von Ukrainern das Leben kostete. Der Eingang zum Museum liegt etwas versteckt. Nehmt die Treppen, die seitlich vom Denkmal nach unten führen.

Der Eintritt kostet 30 UAH (ca. 91 Cent). Freien Eintritt habt ihr hier am 18. Mai und am vierten Samstag im November.

3. Kiewer Höhlenkloster

Glockenturm neben der Uspenski-Kathedrale in Kiew

Mein Tipp für das Höhlenkloster: Plant genug Zeit ein. Selbst wenn ihr, wie ich, nur einen kurzen Blick in die goldene Mariä-Entschlafens-Kathedrale werft und den Höhlengang besucht. Das Areal des Kiewer Höhlenklosters ist einfach so riesig, dass man sich allein dadurch lange auf dem Gelände aufhält.

Unterteilt ist der Komplex vom Höhlenkloster in zwei Bereiche: die obere und die untere Lawra.
Im oberen Teil wird euch auf jeden Fall der riesige Glockenturm auffallen, der direkt neben der makellosen Uspenski-Kathedrale steht.

Die originale Kirche wurde 1941 gesprengt. Der möglichst detailgetreue Nachbau, den ihr heute besuchen könnt, wurde 2000 fertiggestellt.

Im unteren Teil der Anlage liegen die Höhlengänge. Ich bin kein großer Freund von Geisterbahnen, habe aber trotzdem die für Touristen zugänglichen Gänge besucht. Kurz vor Ostern war es hier entsprechend voll, sodass ich mich eigentlich mehr in einer Menschenschlange an kleinen Mönchszellen, unterirdischen Kirchen und einigen Nischen mit mumifizierten Mönchskörpern entlanggeschoben habe.

Kiewer Höhlenkloster

Eine Kerze und eine Haarbedeckung für Frauen sind Voraussetzung, um die Höhlengänge zu betreten. Die Kerze könnt ihr vor Ort erwerben, die Kopfbedeckung solltet ihr mitbringen.

4. Nationales Museum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg

Mutter Heimat Statue in Kiew

Sie ist größer als die Freiheitsstatue in New York und das Zentrum des Nationalen Museums der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg: die Mutter Heimat Statue.
Schild und Schwert steckt die stählerne Dame in die Höhe und blickt fest entschlossen Richtung Dnepr.

Zwei Aussichtsplattformen gibt es auf ihr, wobei die Plattform auf 91 Metern Höhe, hinter dem Schild, definitiv nicht für jeden etwas ist. Wer sich traut, kann unter Anleitung (300 UAH (ca. 9 Euro)), hinauf bis zum Schild der Statue klettern.

Falls euch das nicht genug ist, bekommt ihr im Museum weitere Informationen und Einblicke in die Kriegszeit. Am 9. Mai und 14. Oktober ist der Museumsbesuch gratis. An allen anderen Tagen zahlt ihr 30 UAH (ca. 91 Cent) für den Eintritt.

Nationales Museum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg

Rund um die Statue stehen vereinzelt Militärgeräte. Sie geben einen kleinen Vorgeschmack auf die Freiluftausstellung der Militärwaffen und Techniken, die ihr gegen Eintritt (30 UAH pro Person) im hinteren Teil des Areals besuchen könnt. Dort findet ihr 65 Stücke der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts, von denen ihr in einigen auch im Cockpit probesitzen könnt.

Ich finde die Heldengalerie super. Die Bronzeskulpturen im sowjetischen Realismusstil sind einfach eindrucksvoll. Die entschlossenen Mimiken und die Größe ist glatt etwas einschüchternd.

Detail der Heldengalerie in Kiew

Wissenswertes rund um Kiew

U-Bahn fahren in Kiew

Seit 1960 rauschen die Schnellbahnen durch Kiews Untergrund. Heute könnt ihr auf 3 Linien ruck zuck von einem Stadtteil zum anderen fahren.

Die U-Bahnfahrten sind extrem günstig. Ich habe bei meinem Besuch im April 2018 umgerechnet gerade mal 20 Cent pro Fahrt bezahlt – und konnte sooft umsteigen, wie ich wollte.

Das einzige, was verwirrend sein kann: Die Bahnsteige an Umsteigebahnhöfen zwischen den einzelnen Linien haben verschiedene Namen. Aber auch das ist letztendlich kein Problem, denn alles ist in kyrillischer Schrift und auch in lateinischen Buchstaben super gut ausgeschildert.

Falls ihr mehr über die Geschichte der Kiewer U-Bahn lernen möchtet, wäre der Besuch im Museum am U-Bahnhof Politechnitschnij Institut was für euch. Informiert euch vorher über die Öffnungszeiten, da das Museum nur an vier Tagen in der Woche geöffnet hat.

Kulinarisches Kiew – das Puzata Hata

Super lecker, unschlagbar preiswert und typisch ukrainisch: Die Restaurantkette Puzata Hata erinnert vom Ablauf an ein Ikea Restaurant. Nehmt euch ein Tablett, geht an der Essensausgabe entlang und bestellt bei den Mitarbeitern das Essen, worauf ihr gerade Lust habt.

Dinner im Puzata Hata - Kiew

Egal ob Frühstück, Snacks, Salate, Suppen, komplette Menus, Nachtisch und Getränke – die Auswahl an landestypischer Küche ist von morgens bis abends extrem vielfältig. Die Ausschilderung der Menus war bei meinem Besuch auf Ukrainisch, aber die Bedienungen geben sich große Mühe die Gerichte auf Englisch zu übersetzen. Oder seid mutig und probiert euch einfach durch.

Mir hat das Interieur und das Essensangebot so gut gefallen, dass ich fast nur hier essen war.

Frühstück im Puzata Hata in Kiew

Feiertage in Kiew

Ich habe in Kiew ein richtiges Osterspektakel erwartet – bisher war davon nicht viel zu sehen. Es hatte mehr den Anschein, als ob die Stadt noch in den Vorbereitungen steckt. Dass die Ukrainer die Osterfeierlichkeiten ausfallen lassen, erschien mir unwahrscheinlich.

Ich bin kein Religionsprofi, aber Fakt ist: In der Ukraine werden (kirchliche) Feiertage entsprechend der orthodoxen Kirche, also nach dem julianischen Kalender gefeiert. Die Feiertage in Deutschland richten sich dagegen nach dem gregorianischen Kalender.

Während wir dieses Jahr z. B. am 4. April 2021 Ostern feiern, fallen die Feiertage in der Ukraine auf den 2. Mai 2021. 2025 fällt Ostern wieder in beiden Kalendern auf das gleiche Datum.

Das selbe trifft auch auf Weihnachten und Silvester zu.

Shopping in Kiew

Shoppingmäßig kann Kiew mit jeder Großstadt mithalten. Anders, als in anderen Großstädten, habe ich keine „richtigen“ Einkaufsstraßen gefunden. Kiew scheint den Hauptfokus auf Shopping-Malls zu legen – und davon gibt es selbst im Stadtzentrum einige, wie z.B. das Einkaufszentrum Globus am Maidan Nesaleschnoski.

Mehr zufällig bin ich dagegen auf eine andere Art der Shoppingmeile gestoßen: Die Gänge zwischen den U-Bahn Stationen Lva Tolstogo-Platz und dem Bessarabska-Platz sind ein einziges Shopping-Labyrinth. In den weit verzweigten Gängen wird alles mögliche zum Verkauf angeboten: vom Pelzmantel, über Lederwaren bis hin zu Haushaltssachen bekommt ihr hier vorrangig lokale Artikel. H&M oder Zara sucht ihr hier vergebens und die Suche nach dem Ausgang war bei den vielen Gängen und Geschäften auch nicht so einfach. Aber definitiv einen Besuch wert.


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Ich hoffe mein Artikel hat euch auf den Geschmack gebracht Kiew einmal zu besuchen und hilft euch bei der Reisevorbereitung.
Hinterlasst mir gerne einen Kommentar und erzählt mir von euren Reiseplänen oder euren Erfahrungen zu Kiew.

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