Asien, Sri Lanka
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Sri Lankas Norden: Zwischen Stränden, Tempeln und Spuren der Vergangenheit

Sri Lanka Tincomalee Pathirakali Amman Tempel

Wer bei Sri Lanka nur an Strände im Süden, Teeplantagen und Safari denkt, verpasst einen ganz besonderen Teil der Insel. Der Norden ist deutlich ursprünglicher, weniger touristisch und fühlt sich vielerorts ganz anders an als der Rest des Landes.

Wir haben die letzte Woche unserer Rundreise in Trincomalee, Nilaveli und Jaffna verbracht. Die Region war wegen des Bürgerkriegs lange Zeit für Reisende gesperrt und wird auch heute noch deutlich seltener besucht. Gerade das hat den Norden für uns so spannend gemacht, auch wenn nicht alles so war, wie wir es aus dem Süden Sri Lankas kannten.


Uppuveli

Mein Aufenthalt begann, wie so oft auf dieser Reise, am Busbahnhof. Nach rund vier Stunden Fahrt trennten mich nur noch zwei Kilometer von meinem Hotel im kleinen Strandort Uppuveli. Also stieg ich in ein TukTuk, das in Sri Lanka eine der schnellsten und günstigsten Möglichkeiten ist, von A nach B zu kommen. Vorausgesetzt, man wird sich vorher über den Preis einig. Das klappte diesmal problemlos und wenige Minuten später stand ich bereits auf der Terrasse meines Hotels mit Blick auf den Strand.

Der Strand von Uppuveli ist kilometerlang und schön feinsandig. Bis auf ein paar kleine Restaurants ist er unbebaut. Uppuveli selbst ist ein überschaubarer Ort mit vielen Restaurants und Unterkünften. Im Gegensatz zu den bekannten Stränden im Süden geht es hier allerdings richtig ruhig zu.

Sri Lanka Uppuveli Strand

Was mich allerdings völlig überrascht hat, waren die Kühe am Strand. Während sie im Landesinneren zum Straßenbild gehören, hätte ich sie zwischen Palmen und Meer nun wirklich nicht erwartet. An einem Abend fand mein Dinner sogar inmitten einer kleinen Kuhherde statt. So etwas erlebt man schließlich auch nicht alle Tage.

Sri Lanka Tincomalee Uppuveli Strand Kuh
Sri Lanka Curry

Nicht nur die Landschaft verändert sich Richtung Norden, sondern auch das Essen. Je weiter man nach Norden reist, desto stärker sind die Einflüsse der indischen Küche. Das merkt man vor allem am Schärfegrad.

Generell wird in Sri Lanka gerne scharf gegessen. In den Touriorten sind die Leute darauf eingestellt, dass die Besucher bei der normalen Würzung Schnappatmung bekommen und ihnen die Schweißperlen auf der Stirn stehen.

Hier oben legen sie gefühlt noch eine gute Prise oben drauf.

Wenn ihr am Strand Richtung Trincomalee lauft, tauchen nach und nach immer mehr Fischerboote und kleine Fischerhäuser auf. Der Strand verliert dort etwas von seiner Postkartenidylle, dafür bekommt ihr einen kleinen Einblick in den Alltag der Menschen vor Ort. Über schmale Wege gelangt ihr jederzeit zurück auf die Hauptstraße und von dort schnell ins Zentrum von Trincomalee.

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Trincomalee Sehenswürdigkeiten: Tempel, Fort Frederick und wilde Hirsche

Trincomalee, von den Einheimischen liebevoll „Trinco“ genannt, ist eine Hafenstadt mit einem kleinen Stadtkern, Busbahnhof und Bahnhof. Nach den ruhigen Stränden von Uppuveli wirkt die Stadt deutlich geschäftiger. Trotzdem lohnt sich ein Abstecher hierher. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Trincomalee liegen relativ nah beieinander und lassen sich gut miteinander verbinden.

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist der hinduistische Pathirakali Amman Tempel. Er ist nicht der erste Tempel, den ich in Sri Lanka gesehen habe, aber durch seine leuchtenden Farben einer der eindrucksvollsten. Gerade die vielen kleinen Figuren und bunten Details machen ihn für mich zu einem der eindrucksvollsten Tempel, die ich in Sri Lanka gesehen habe.

Sri Lanka Tincomalee Pathirakali Amman Tempel
Pathirakali Amman Tempel in Trincomalee

Ein weitaus größerer Tempel befindet sich nicht weit entfernt auf dem Felsvorsprung Swami Rock.

Der Tirukoneswaram-Tempel ist Shiva gewidmet, einer der wichtigsten Gottheiten im Hinduismus. Einiges seiner Pracht musste der durch die portugiesischen Kolonialbesatzer einbüßen. Nicht alle Reliquien konnten gerettet oder geborgen werden. Trotzdem ist der Tempel einen Besuch wert. Allein die Lage ist wunderschön, da der Fels von drei Seiten vom Meer umgeben ist.

Der Hin- und Rückweg zum Tirukoneswaram führt euch an der portugiesischen Festung Fort Frederick entlang. Mit ein wenig Glück seht ihr hier einige Axishirsche. Um ehrlich zu sein, stehen die Chancen mehr als gut. Rund um und in Trincomalee leben einige Rudel der gefleckten Hirsche. Die sind sehr zutraulich und nicht fotoscheu.

Sri Lanka Jaffna axis Hirsch

Hoteltipp Trincomalee

Ich habe im Blackstar Inn eingecheckt. Die kleine Pension liegt direkt am Strand zwischen Trincomalee und Uppuveli Beach. Von daher ist die Lage perfekt. Die Zimmer sind klein und einfach eingerichtet, haben aber alles, was man braucht. Am besten ist die Dachterasse, von der ihr auf den Strand blicken könnt. Die Besitzer sind super nett und hilfsbereit. Ich konnte dort Wäsche wachsen und habe sogar eine Papaya aus dem Garten bekommen. Einfach super!

Sri Lanka Trincomalee Hoteltipp Blackstar Inn Aussicht
Aussicht von der Dachterrasse des Blackstar Inn auf den Strand

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Nilaveli Beach – ruhiger Strand nördlich von Trincomalee

Nur wenige Kilometer nördlich von Uppuveli liegt bereits der nächste bekannte Strand der Region: Nilaveli Beach. Während meines Aufenthalts in Uppuveli habe ich einen Ausflug hierher gemacht und wollte mir anschauen, ob der Strand seinem Ruf gerecht wird.

Nilaveli Beach ist mindestens genauso lang wie der Strand von Uppuveli, aber noch eine Spur ruhiger. Hier werdet ihr öfter auf Einheimische treffen, denn der Strand ist sehr beliebt.

Sri Lanka Nilaveli Strand

Nilaveli selbst erinnert eher an ein Dorf bzw. eine Ferienhaussiedlung. Unterkünfte und Restaurants findet ihr hier aber auch.

Von Nilaveli starten außerdem Ausflüge zur vorgelagerten Pigeon Island, die vor allem wegen der Schnorchelmöglichkeiten beliebt ist.

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Jaffna – zwischen Geschichte, Hindu-Tempeln und den Spuren des Bürgerkriegs

Nördlicher als Jaffna geht es in Sri Lanka fast nicht. Falls ihr über die A9 Richtung Jaffna fahrt, werdet ihr zwangsläufig am Elefantenpass vorbeikommen. Mein Bus ist einfach dran vorbeigefahren, da blieb mir nur ein kurzer Blick aus dem Fenster. Wenn ihr die Möglichkeit habt, haltet kurz an und schaut euch das Denkmal und die ausgestellten Kriegsfahrzeuge an.

Sri Lanka Jaffna Clock Tower

Das Hauptleben spielt sich in Jaffna Town ab, im kleinen, wuseligen Zentrum zwischen Hospital Road und Stanley Road.

Auf den ersten Blick wirkt Jaffna heute wie eine ganz normale geschäftige Stadt. Die Spuren des Bürgerkriegs sind aber bei genauerem Hinsehen noch deutlich sichtbar.

Die Kriegsvergangenheit ist anhand der vielen Ruinen, die ich bei meinem Stadtrundgang gesehen habe, nicht zu leugnen.

Sri Lanka Jaffna zerstörtes Gebäude

Eine der größten ist das ehemalige Verwaltungszentrum Old Kachcheri. Das prunkvolle Anwesen im Old Park wurde ursprünglich als Garten und Gelände der Residenz des britischen Regierungsvertreters erbaut. Im Bürgerkrieg wurde es besetzt und als Armeelager benutzt. Heute stehen nur noch die verwucherten Überreste.

Sri Lanka Jaffna altes Kachcheri
Sri Lanka Jaffna altes Kachcheri Baum Detail
Sri Lanka Jaffna altes Kachcheri

Das Dutch Fort von Jaffna hat auch einiges erlebt. Bis auf die wehrhaften Grundmauern erinnert kaum etwas an die Befestigungsanlage. Im Gegensatz zum Galle Fort gibt es hier bis auf eine riesige Grünfläche nur Details zu entdecken.

Sri Lanka Jaffna Dutch Fort Eingang
Sri Lanka Jaffna Dutch Fort innen
Sri Lanka Jaffna Dutch Fort
Sri Lanka Jaffna Dutch Fort Einschusslöcher
Sri Lanka Jaffna Dutch Fort Korallen Gehweg

Ein weiterer sehr schöner Zeitzeuge ist das Mantri Manai. Der historische Ministerpalast gehört zu den archäologisch geschützten Denkmälern der Stadt.

Sri Lanka Jaffna Manthiri Manai

Unweit davon steht die goldene König Sangiliyan-Statue und der goldene Kandaswamy Kovil. Den hinduistischen Tempel hätte ich mir gerne von innen angesehen. Leider hatte ich Pech. Das Gelände war menschenleer und die Türen verschlossen.

Sri Lanka Jaffna Sangiliyan Statue
Sri Lanka Jaffna Kandaswamy

In Jaffna kann man gut durch die Straßen spazieren. Allerdings ist es ratsam, hier etwas mehr auf angemesse Kleidung zu achten als im touristischeren Süden. Einer der schönsten Spaziergänge hatte ich am Spätnachmittag vom Fort zurück zum Hotel. Anstatt durch die Straßen zu laufen, bin ich an der Promenade entlanggegangen. Den pastellfarbenen Sonnenuntergang gab es gratis dazu.

Jaffna ist kein Ort, der mit spektakulären Sehenswürdigkeiten um Aufmerksamkeit kämpft. Der Reiz liegt eher in der Geschichte, der tamilischen Kultur und dem Gefühl, an einem Teil Sri Lankas unterwegs zu sein, den viele Reisende auslassen.

Sri Lanka Jaffna Promenade
Sri Lanka Jaffna Sonnenuntergang

Ich war drei Nächte in Jaffna und fand genau diese Langsamkeit spannend. Die Stadt hat keine Ansammlung spektakulärer Sehenswürdigkeiten wie manch anderer Ort in Sri Lanka. Der Reiz liegt eher darin, sich treiben zu lassen und einen Teil der Insel kennenzulernen, der lange Zeit kaum zugänglich war.

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Lohnt sich der Norden Sri Lankas?

Mir persönlich hat die Reise in den Norden Sri Lankas sehr gut gefallen. Ich habe die Menschen dort genauso gastfreundlich erlebt wie im Rest des Landes – gleichzeitig aber auch etwas zurückhaltender.

Damals war es außerhalb der touristischen Orte oft schwieriger, sich auf Englisch zu verständigen. Auch beim Kleidungsstil habe ich darauf geachtet, Schultern und Knie zu bedecken, da man sich hier deutlich konservativer kleidet als in vielen Urlaubsorten im Süden.

Was die Anzahl der Sehenswürdigkeiten angeht, kann der Norden auf den ersten Blick vielleicht nicht mit anderen Regionen Sri Lankas mithalten. Das hat sicher auch mit der Geschichte der Region zu tun. Dafür erlebt ihr hier ein ursprünglicheres und weniger touristisch geprägtes Sri Lanka – und genau das hat für mich den Reiz ausgemacht. Wer hingegen vor allem viele bekannte Sehenswürdigkeiten und eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur sucht, wird sich im Süden vermutlich wohler fühlen.

Bitte beachtet, dass mein Besuch bereits einige Jahre zurückliegt. Seitdem hat sich die Region sicherlich weiterentwickelt. Wie sie heute aussieht, kann ich euch daher nicht aus eigener Erfahrung sagen.

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Wart ihr selbst schon im Norden Sri Lankas oder plant eine Reise dorthin? Dann schreibt mir gerne eure Erfahrungen oder Fragen in die Kommentare. Gerade weil mein Besuch schon einige Jahre zurückliegt, freue ich mich auch über aktuelle Eindrücke aus der Region.

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