Eisenach = die Wartburg.
Jein. Klar gehört die Wartburg zu Eisenach und ist aus der Geschichte der Stadt nicht wegzudenken. Sie gehört einfach auf die Liste der Sehenswürdigkeiten, die man bei einem Besuch nicht verpassen sollte.
Aber Eisenach ist noch viel mehr. Zwischen Fachwerk und Villen, neben den Spuren von Luther und Bach, begeistert die Stadt mit ihrer malerischen Lage mitten im Thüringer Wald. Was liegt da näher, als Wandern und Sightseeing miteinander zu verbinden?
Und genau darum geht es in diesem Artikel. Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Eisenach nicht verpassen? Welche Wanderungen rund um die Stadt lohnen sich? Und wie kommt man am besten zur bekannten Drachenschlucht?
Darum lohnt sich ein Besuch in Eisenach
Ein bisschen Kultur hier, ein bisschen Natur da und ein bisschen Sightseeing obendrauf. Was wie ein All-inclusive-Buffet für Reisefans klingt, erfüllt Eisenach bestens.
Eingebettet in die sanfte Hügellandschaft und die dichten Mischwälder des Thüringer Waldes passen Eisenachs urige Fachwerkhäuser und die schöne Altstadt bestens hinein. Zusammen mit dem Mix aus Wandern und Stadt könnt ihr hier wunderbar abwechslungsreiche Tage verbringen.
Als Reisezeit würde ich euch eher die Nebensaison empfehlen. Die Sommerferien und verlängerten Wochenenden würde ich eher meiden, denn nicht nur die UNESCO-Welterbestätte Wartburg ist ein absoluter Besuchermagnet, sondern auch die Drachenschlucht erfreut sich großer Beliebtheit.
Wir waren ein Wochenende in Eisenach und haben dabei Stadt und Natur miteinander verbunden. Unser erster Tag stand ganz im Zeichen der Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Nach dem Rundgang ging es für uns noch hinauf zum Metilstein mit seinem Blick auf die Wartburg.
Am zweiten Tag haben wir Eisenach dann aus einer anderen Perspektive entdeckt und die Wanderschuhe ausgepackt. Die Drachenschlucht sowie die Route über das Burschenschaftsdenkmal und die Ludwigsklamm standen auf dem Programm. Für uns war diese Mischung perfekt.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Eisenach
Die Stadt Eisenach liegt der Wartburg zu Füßen. In der Altstadt dominieren wunderschön restaurierte Fachwerkhäuser, aber auch das Eisenacher Südviertel, eines der größten und am besten erhaltenen geschlossenen Villenviertel Deutschlands, ist einen Besuch wert.
Besonders schön finde ich, dass die Wege durch die Altstadt vorwiegend flach sind und die Sehenswürdigkeiten aufgrund der Größe der Stadt nah beieinander liegen. Dadurch lässt sich Eisenach wunderbar zu Fuß erkunden.
Das Nikolaitor und die Stadtmauer
Mein Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten von Eisenach startet am Karlsplatz.
Richtig gut gefällt mir der Blick auf das Nikolaitor und die angrenzende Nikolaikirche.

Das Nikolaitor ist das einzig erhaltene der ehemals fünf Stadttore Eisenachs. Abgesehen vom Tor sind nur noch einige Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten.
Die Kombination aus Stadttor, Kirche und den umliegenden Fachwerkhäusern macht den Platz für mich zu einem der schönsten Fotomotive der Altstadt. Deshalb lohnt es sich, hier einen kurzen Stopp einzulegen.
Altstadt von Eisenach: Marktplatz, Georgsbrunnen und Stadtschloss
Die Sonne scheint und lässt die goldene Figur St. Georg samt Drachen, die den Georgsbrunnen ziert, um die Wette funkeln.

Im Hintergrund ragt der Turm der Georgenkirche empor. Bach und Luther sind die wohl bekanntesten Personen, die die wichtigste Stadtkirche von Eisenach je betreten haben. Der eine zur Taufe, der andere zum Predigen. Aber zu den beiden kommen wir später noch genauer.
Bleibt noch das Eisenacher Stadtschloss mit der vanillegelben Fassade. Einst als Residenz der Herzöge erbaut, beherbergt es heute die Stadtverwaltung, das Stadtarchiv Eisenach, das Thüringer Museum und die Touristeninformation der Stadt.
Lutherhaus
Bei meinem Besuch in der Lutherstadt Wittenberg habe ich einiges über den bekannten Reformator gelernt. Dass er zeitweise auf der Wartburg lebte, wusste ich ebenfalls, aber dass es ein Lutherhaus in Eisenach gibt, war mir neu.

Vom Marktplatz aus braucht ihr gerade einmal rund 160 Meter bis zu dem weiß-blauen Fachwerkhaus. Es gehört zu den ältesten erhaltenen Fachwerkhäusern Thüringens und beherbergt heute das Lutherhaus mit einem Museum über Martin Luther und die Reformation.
Schmalstes Haus von Eisenach
Als nächster Stopp auf meinem Rundgang durch die Altstadt von Eisenach steht für mich der Johannisplatz auf dem Programm. Hier steht das schmalste Haus der Stadt. Gerade einmal 2,05 Meter breit ist das alte Gemäuer mit der schön verzierten Tür.

Ich würde zu gerne wissen, wie es sich auf so schmalem Raum leben lässt. Die Krameramtsstuben, die ich bei meiner Städtereise nach Hamburg besucht habe, waren zwar ebenfalls klein, aber durchweg gemütlich. Also stelle ich mir das hier ganz ähnlich vor. Nur eben noch schmaler.
Sei es drum, das bleibt alles nur meine Spekulation, denn das Gebäude kann nur von außen besichtigt werden. Also begnüge ich mich mit der liebevoll sanierten Fachwerkfassade und gehe weiter zum Frauenplan.
Bachhaus
Der Platz Frauenplan steht unverkennbar im Zeichen von Johann Sebastian Bach. Die Bachstatue und das Bachhaus lassen keinen Zweifel offen.

Passend dazu ertönen Klänge des Komponisten und Organisten aus der kleinen aber durchaus witzigen Bachorgel, deren bezauberne Klänge man als Besucher selbst entlocken kann.
Ich frage mich allerdings, wie oft die Anwohner die Klänge der Bachorgel wohl täglich hören. Irgendwann kennt man vermutlich jedes Stück auswendig.
Auch wenn ich das Museum nicht besucht habe, lohnt sich schon der kurze Abstecher zum Bachhaus. Wer sich für Johann Sebastian Bach interessiert, kann hier mehr über sein Leben und Wirken erfahren.
Südviertel mit seinen Villen
Vom Frauenplan geht es jetzt langsam, aber stetig bergauf. Ich habe das Gefühl, je höher sich die Straße den Hang hinaufschlängelt, desto schmucker werden die Häuser und umso größer und opulenter die dazugehörigen Gärten.
Ich bin mitten im Villenviertel und mache gedanklich das, was wohl jedem durch den Kopf schießt: Ich bewundere die Villen und vergebe mein ganz persönliches Ranking an fast jedes Haus, an dem ich leicht keuchend vorbeischlendere. Man kann den Abstecher auch unter dem Arbeitstitel „Architektur und Workout“ zusammenfassen.

Welches Haus mein Favorit ist? Das kann ich nicht sagen. Zum einen habe ich nur einen Bruchteil der rund 400 Villen gesehen. Das Eisenacher Südviertel zählt schließlich zu den größten zusammenhängenden Villenvierteln Deutschlands. Zum anderen hat jede Villa ihren ganz eigenen Charme.
Wenn ihr nach dem Rundgang durch die Altstadt noch nicht genug habt, beginnt von hier aus der zweite Teil eures Eisenach-Besuchs. Nur wenige Minuten später tauscht ihr Kopfsteinpflaster gegen Waldwege und genießt die ersten Ausblicke auf die Wartburg.
Wandern rund um Eisenach
Leicht wiegen sich die Blätter in den Baumkronen. Zartes Gezwitscher unterstreicht das leichte Rauschen des Windes und die Luft riecht einfach nur frisch und rein. Der Thüringer Wald lädt zu kleinen und ausgedehnten Wanderungen ein. Auch rund um Eisenach könnt ihr euch beim Bezwingen einiger Höhenmeter auspowern oder ganz gemütlich einen Teil des Mittelgebirges erkunden.
Ich habe bei meinem Besuch drei ganz unterschiedliche Wanderungen unternommen, die ich euch jetzt vorstelle.
Metilstein – ein schöner Aussichtspunkt auf die Wartburg
Zum Metilstein führen mehrere Wege. Nach meinem Spaziergang durch die Altstadt von Eisenach ging es für mich von einem Teil des villenreichen Südviertels direkt weiter bis zum Aussichtspunkt Metilstein. Zugegeben war der Thüringer Wald bei meinem Besuch im Frühjahr noch weit entfernt vom Blätterwald, aber das ist nur zweitrangig.
Das letzte Stück auf den Metilstein hinauf ist zugegeben etwas Kraxelei, aber auch das ist machbar. Die Anstrengung lohnt sich. Der Ausblick auf die Wartburg kann sich wirklich sehen lassen und lässt sich bestens von der Parkbank, die auf dem kargen Stein steht, genießen.

Ich bin über einen Abschnitt des Lutherwegs zurück in die Stadt gelaufen. Entlang des Weges informieren mehrere Schautafeln über Martin Luther und seine Verbindung zur Wartburg.
Drachenschlucht – das Naturhighlight von Eisenach
Die Wanderung durch die Drachenschlucht stand für mich ganz oben auf der Liste der Dinge, die ich in Eisenach erleben wollte. Am zweiten Tag sind wir am späten Vormittag losgefahren. Obwohl ich beim Stadtrundgang am Tag zuvor eine überschaubare Anzahl an Touristen gesehen hatte, wurde die Parkplatzsuche doch schwieriger als erwartet.
Nun ja. Das ist wohl der Zauber der Feiertage. Wer zuerst kommt, parkt zuerst. Sobald ihr einen Platz ergattert habt, müsst ihr ein Parkticket ziehen. Wir haben uns für das Tagesticket für 6 Euro entschieden, da keiner von uns beiden wusste, wie lange wir unterwegs sein würden, und wir uns nicht stressen wollten.
Was schön ist: Auch von den öffentlichen Parkplätzen aus ist der erste Abschnitt entlang der Hauptstraße flach und gut zu begehen. Eure schönsten Schuhe würde ich für die Wanderung trotzdem nicht empfehlen. Der Weg ist zwar nicht steinig, aber unbefestigt und kann je nach Wetterlage stellenweise matschig sein.
Nachdem ihr das hölzerne Tor zur Drachenschlucht durchquert habt, geht es teilweise über Holzstege und weiter über unbefestigte Wege. Und es wird voller, denn die Drachenschlucht ist ein echter Besuchermagnet.

Der Weg durch die Schlucht führt über Gitterroste, die euch durch die moosbewachsene Schlucht leiten. Wir fanden die Drachenschlucht richtig cool und mussten sofort an unsere Wanderungen in Luxemburg denken. Gleichzeitig war es teilweise wirklich eng, sodass es hier und da zu kleinen Staus auf dem Weg kam.
Wir sind deshalb nur einen Teil der Drachenschlucht gelaufen und anschließend wieder umgedreht. Ich bin ja selbst Tourist, aber für uns wurde es dann doch zu voll.

Zurück am Parkplatz haben wir unser Tagesticket an andere Besucher weitergegeben. Im Nachhinein hätten wir uns die Parkplatzsuche und die Parkgebühr sogar sparen können: Von der Altstadt aus sind es nur rund 2,9 Kilometer bis zur Drachenschlucht, die man gut zu Fuß zurücklegen kann. Alternativ könnt ihr auch den Bus nehmen.
Vom Burschenschaftsdenkmal über den Panoramaweg zur Ludwigsklamm
Jetzt geht es höher hinaus. Vom Stadtpark Eisenach führt der Weg bergauf zur Villa Pflugensberg. Wir machen ein Foto und folgen der Dr.-Moritz-Mitzenheim-Straße, bis wir auf den Panoramaweg kommen. Langsam können wir das Burschenschaftsdenkmal ausmachen, aber bis dorthin sind es noch einige Meter, die weiterhin sanft bergauf führen.
Am Denkmal angekommen, ist Zeit für eine kurze Pause. Den Aufstieg auf das Burschenschaftsdenkmal mit seinem Panoramablick über den Thüringer Wald, die Hörselberge und die Stadt Eisenach lassen wir aus. Nach der kurzen Rast geht es weiter auf dem Panoramaweg.

Von hier aus genießen wir noch einmal schöne Ausblicke über die Stadt und kommen schließlich am Drachenspielplatz Johannistal wieder im Tal an. Von dort sind es nur wenige Meter bis zur Ludwigsklamm.

Mit den spektakulären moosbewachsenen Felsen der Drachenschlucht kann die kleine Klamm natürlich nicht mithalten – aber das macht mir nichts aus. Zu meinem Besuch war von dem Plätschern, das man sich bei einer Klamm eigentlich vorstellt, nicht viel zu hören. Trotzdem bin ich bis zum Wasserfall gegangen, der zu dieser Jahreszeit eher ein kleines Wasserfällchen war.
Egal. Ich fand den Weg trotzdem schön.
Die Wartburg und der Wartburg
Beide sind eng mit der Stadtgeschichte von Eisenach verknüpft und könnten doch unterschiedlicher kaum sein. Die geschichtsträchtige Burg, die hoch über der Stadt thront, ist bis heute ein lebendiger Teil von Eisenach. Die Karosserien der DDR-Automarke Wartburg hingegen gehören für viele inzwischen zum „alten Eisen“. Schauen wir uns die beiden Eisenacher mal genauer an.
Die Wartburg
Bei diesem Besuch in Eisenach habe ich den Abstecher zur Wartburg ausgelassen. Aber auch nur, weil ich bereits vor mehreren Jahren dort war und damals zwar die Burg besichtigt, dafür aber die Stadt und die Wanderwege rund um Eisenach vernachlässigt hatte.
Trotzdem habe ich den Besuch noch gut vor Augen. Der Eingang zur Burg, der Rundgang auf dem Burghof und auch die Innenräume mit dem Lutherzimmer sind mir noch gut in Erinnerung.
Damals war an einen Reiseblog noch nicht zu denken, von daher gibt es von meiner Seite aus keine Bilder. Aber ganz ehrlich: Die Wartburg solltet ihr euch ohnehin am besten selbst anschauen. Sie gehört zu einem Besuch in Eisenach einfach dazu.
Der Wartburg
Lange ist es her, dass der letzte Wartburg in Eisenach vom Band lief. 1991 endete die Produktion der bekannten DDR-Automarke. Im Technikmuseum Automobile Welt Eisenach könnt ihr heute verschiedene Oldtimer und Exponate rund um die Marke entdecken.
Der Besuch steht bei meiner nächsten Reise nach Eisenach auf meinem Programm.
Ein Wochenende in Eisenach – Wie war es?
Ich fand das Wochenende in Eisenach durchweg super. Die Stadt ist charmant und hat mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern ein unglaublich schönes Flair. Auch die Wanderungen rund um Eisenach waren klasse.
Wir hatten zunächst überlegt, am zweiten Tag einen Ausflug in die Umgebung zu machen. Aber schnell wurde uns klar: Rund um Eisenach gibt es selbst genug zu entdecken, sodass wir den Plan wieder verworfen haben.
Und eigentlich sagt das doch schon alles.
Seid ihr schon einmal in Eisenach gewesen? Welche Sehenswürdigkeit oder Wanderung hat euch am besten gefallen? Oder habt ihr noch einen Tipp, den ich bei meinem nächsten Besuch unbedingt einplanen sollte?
Schreibt mir eure Erfahrungen und Empfehlungen gerne in die Kommentare. Ich freue mich darauf, von euch zu lesen!



