Ich mag die kleinen französischen Orte, die vor Geschichte, Fachwerkhäusern und verwinkelten Gassen strotzen – Auxerre gehört definitiv dazu. Die Stadt liegt zwischen Paris und Dijon in der Region Bourgogne-Franche-Comté und überrascht mit einer charmanten Altstadt direkt an der Yonne.
Die wichtigsten Auxerre Sehenswürdigkeiten lassen sich gut zu Fuß entdecken. Schon an meinem ersten Abend habe ich die Kathedrale, den historischen Uhrturm und die schönsten Plätze der Altstadt erkundet. So kann ich vorab verraten: Auxerre eignet sich perfekt für einen Zwischenstopp oder einen entspannten Tagesausflug in Burgund.
In diesem Artikel findet ihr die wichtigsten Auxerre Sehenswürdigkeiten sowie praktische Tipps für euren Besuch und für einen entspannten Rundgang durch die Altstadt.
Wo liegt Auxerre in Frankreich?
Auxerre liegt im Nordwesten der Region Burgund-Franche-Comté in Zentralfrankreich. Die Stadt befindet sich etwa 170 Kilometer südöstlich von Paris und rund 150 Kilometer nordwestlich von Dijon.
Durch ihre Lage an der Yonne war Auxerre schon im Mittelalter ein wichtiger Handelsplatz. Heute eignet sich die Stadt ideal als Zwischenstopp auf dem Weg von Paris Richtung Burgund oder weiter in den Süden Frankreichs.
Wer eine charmante, kleinere Alternative zu den großen Städten sucht, findet in Auxerre eine entspannte Atmosphäre abseits der bekannten Touristenströme.
Sehenswürdigkeiten in Auxerre: Die Highlights der Altstadt
Die Altstadt von Auxerre gehört zu den schönsten historischen Stadtkernen in Burgund. Fachwerkhäuser, kleine Plätze und enge Gassen prägen das Bild der Stadt.
Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Auxerre liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt und lassen sich bequem zu Fuß entdecken. Besonders die Kathedrale Saint-Étienne und der mittelalterliche Uhrturm gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
Rue du Temple – Einkaufsstraße in der Altstadt von Auxerre

Mein Stadtspaziergang beginnt in der Rue du Temple, einer der zentralen Straßen in der Altstadt von Auxerre.
Sie ist die Haupteinkaufsstraße der Innenstadt. Neben ein paar Modeketten findet ihr hier auch kleine Boutiquen und inhabergeführte Geschäfte.
Die Straße ist verkehrsberuhigt und schön dekoriert. Bei meinem Besuch war sie mit Fähnchen und Flaggen des französischen Fußballclubs AJ Auxerre geschmückt.
Place Charles Surugue
Nach ein paar Minuten erreiche ich den Place Charles Surugue, einen der schönsten Plätze in der Altstadt von Auxerre. Die Sonne steht bereits tief und wirft ihr warmes Licht auf die Fachwerkhäuser. Das erinnernt mich sofort an die Altstadt von Dijon.
In der Mitte des Platzes, auf dem jeden Mittwochmorgen Markttag ist, steht die Statue von Cadet Roussel.

Cadet Rouselle – Auxerres berühmtester Einwohner
Ich würde sagen, dass Cadet Roussel eine der bekanntesten historischen Persönlichkeiten von Auxerre ist. Mit 20 Jahren kam Guillaume Joseph Roussel in die Stadt und arbeitete sich vom Hausdiener bis zum Gerichtsvollzieher hoch.

Über die Herkunft des französischen Volksliedes „Cadet Roussel“, das nach ihm benannt ist, ranken sich einige Geschichten. Fakt ist, dass fast jedes Kind in Frankreich dieses Lied kennt. Der exzentrischen Figur wurde unter anderem ein Film gewidmet.
In der Nähe der Statue, unter der Veranda des Uhrturms, befand sich sein Haus. Vielleicht habt ihr Glück und entdeckt die Gedenktafel, die dort angebracht sein soll.
Tour de l’Horloge – der berühmte Uhrturm von Auxerre
Vom Place Charles Surugue biege ich in die schmale Rue de la Draperie ein, die mich direkt zur Tour de l’Horloge führt, einem der bekanntesten Wahrzeichen von Auxerre.
Der historische Uhrturm stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde auf den Fundamenten eines ehemaligen Stadttors errichtet. Besonders auffällig ist die astronomische Uhr aus dem 16. Jahrhundert, deren Zeiger sich unabhängig voneinander bewegen und neben der Uhrzeit auch Mondphasen anzeigen.

Zwischen den eng stehenden Fachwerkhäusern wirkt der Turm fast versteckt – genau das macht seinen Reiz aus. Die schmale Gasse öffnet sich plötzlich und gibt den Blick auf das markante Bauwerk frei.
Bei meinem Besuch war der Turm leider eingerüstet. Schade, denn gerade dieses Wahrzeichen gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Auxerre und ist ein beliebtes Fotomotiv in der Altstadt.
Wenn ihr Auxerre besucht, solltet ihr unbedingt einen Abstecher in die Rue de l’Horloge machen, selbst wenn ihr den Turm nur von außen bestaunen könnt.
Nicolas Restif de la Bretonne
Bleiben wir noch einen Moment in der schön geschmückten Rue de l’Horloge. Hier steht die Statue von Nicolas Restif de la Bretonne, einem der bekanntesten Schriftsteller aus Auxerre. Der französische Autor arbeitete einige Zeit in der Druckerei, die sich im Erdgeschoss des Tour de l’Horloge befand.


Place de l’Hôtel de Ville und Marie Noël
Hinter dem Uhrturm, am Place de l’Hôtel de Ville, steht die Statue einer weiteren bekannten Persönlichkeit aus Auxerre. Die Dichterin Marie Noël wurde in der Stadt geboren und mit 77 Jahren von Charles de Gaulle zum Offizier der Ehrenlegion ernannt.
Alle drei Statuen wurden vom Bildhauer François Brochet geschaffen. Ich finde, dass ist eine interessante Verbindung zwischen den historischen Persönlichkeiten der Stadt.
Wer mehr über Marie Noël erfahren möchte, kann ihr Wohnhaus in der Rue Marie Noël besuchen, das heute als kleines Museum zugänglich ist.

Cathédrale Saint-Étienne d’Auxerre
Vom Place de l’Hôtel de Ville geht es für mich langsam bergab Richtung Cathédrale Saint-Étienne d’Auxerre. Die kleinen Seitenstraßen der Altstadt sind zu niedlich. Ich folge den Dreiecken, die den Rundweg durch Auxerre markieren, und treffe kaum andere Menschen nur ein Touristenpaar. Es scheint, als seien sie von Auxerre genauso verzaubert wie ich.
Die Kathedrale von Auxerre gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und prägt mit ihren mächtigen Türmen die Skyline an der Yonne. Der gotische Bau stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde auf den Fundamenten einer romanischen Kirche errichtet. Besonders beeindruckend sind die filigranen Fassadendetails und die großen Rosettenfenster.


Auch im Inneren lohnt sich ein Besuch. Neben hohen Gewölben und kunstvollen Glasfenstern zählt die Krypta zu den ältesten Teilen der Kirche. Sie stammt noch aus karolingischer Zeit und ist für ihre gut erhaltenen Wandmalereien bekannt.
Von außen habt ihr einen besonders schönen Blick auf die Kathedrale vom Ufer der Yonne oder vom Parkplatz vor der Kirche. Gerade in den Abendstunden wirkt das Bauwerk im warmen Licht besonders eindrucksvoll.
Die Kathedrale ist in der Regel täglich von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Wenn ihr Auxerre besucht, solltet ihr dieses Wahrzeichen der Stadt unbedingt einplanen.
Place Saint-Nicolas
Anstatt dem Rundweg weiter zu folgen, gehe ich die Rue Cochois entlang. An der Kreuzung zur Rue de Yonne schmiegen sich Fachwerkhäuser malerisch aneinander. Ein typisches Bild für die Altstadt von Auxerre. Bei so einem Anblick kann ich nicht vorbeigehen, ohne Bilder zu machen.
Kurz darauf erreiche ich den Place Saint-Nicolas. Rund um den Brunnen in der Mitte des Platzes befinden sich mehrere Restaurants und Bars. Wenn ihr mich fragt, ist das der perfekte Platz, um das Flair von Auxerre bei einem Drink oder Abendessen zu genießen.



Am Flussufer der Yonne
Ich muss mich beeilen. Die Sonne geht langsam unter und ich möchte noch ein paar Bilder von der Cathédrale Saint-Étienne d’Auxerre und der Yonne machen.
Am Flussufer spaziere ich weiter bis zur Passerelle de la Liberté und auf der anderen Seite zurück bis zur Pont Jean Moreau. Von hier aus habt ihr einen besonders schönen Blick auf die Altstadt von Auxerre und die Kathedrale, die sich im Wasser spiegelt. Schnell bin ich nicht, denn ich bleibe immer wieder stehen, um die Szenerie zu genießen.

Weitere Tipps für euren Besuch in Auxerre
Stadtrundgang durch Auxerre: Sur les Traces de Cadet Roussel
Die Altstadt von Auxerre ist kompakt und ideal für einen Rundgang zu Fuß. Ihr könnt sie in ein paar Stunden ganz entspannt und ohne Hektik entdecken.

Es gibt einen ausgeschilderten, etwa 5 Kilometer langen Rundweg durch die Altstadt von Auxerre, der euch an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeiführt. Die kleinen, dreieckigen Wegweiser kennt man auch aus anderen französischen Städten wie Metz oder Colmar. Ich finde diese Orientierungshilfe besonders praktisch.
In der Touristeninformation könnt ihr euch eine Broschüre kaufen, die euch zielsicher zu allen 67 Sehenswürdigkeiten in Auxerre führt und unterwegs mit Hintergrundinformationen versorgt.
Markt in Auxerre
Am nächsten Morgen scheint die Sonne aus allen Knopflöchern. Im Gegensatz zum Abend davor ist die Rue du Temple nun belebt. Am Place Charles Surugue bieten Marktverkäufer Käse, Obst und Gemüse an. Hier findet jeden Mittwochmorgen der Wochenmarkt in Auxerre statt.
Typisch französisches Markttreiben kommt schnell zwischen regionalem Käse, frischem Obst und Spezialitäten aus Burgund auf. Wenn ihr Auxerre authentisch erleben möchtet, lohnt sich ein Besuch am Markttag besonders.
Lohnt sich Auxerre?
Mir hat Auxerre sehr gefallen. Die Mischung aus Fachwerkhäusern, historischen Sehenswürdigkeiten und der Lage an der Yonne macht die Stadt zu einem lohnenden Ziel in Burgund – besonders für einen Tagesausflug oder einen Zwischenstopp auf einer Frankreichreise.
Schade, dass der Uhrturm bei meinem Besuch restauriert wurde. Doch genau das ist vielleicht der beste Grund, noch einmal nach Auxerre zurückzukehren.


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Ein interessanter Artikel mit schönen Bildern. Danke dafür 😁
Hallo Dave,
danke für Deinen Kommentar und Lob. Es freut mich sehr, dass Dir der Artikel zu Auxerre gefallen hat. 🙂
Wunderschön, im Oktober fahre ich mit meiner Mutter dorthin, als Zwischenstopp auf dem Weg nach Bourges, wo eine Hommage an meinen Großonkel, den Franziskaner von Bourges stattfindet. Sonst haben wir immer in Troyes gemacht, aber dieses Mal in Auxerre. Ich freue mich riesig. Vielen Dank für die tollen Infos. LG aus dem Teufelsmoor
Hallo Peter,
ich bin gespannt, wie Dir Auxerre gefallen wird. Ich fand es jedenfalls klasse. Troyes sieht auch super aus. Die Stadt hatte ich bisher nicht auf meinem Reiseplan. Jetzt schon. Danke für den Tipp!
Grüße Frauke