Avignon, auch bekannt als die Stadt der Päpste, ist ein beliebtes Ziel für eine Städtereise in der Provence. Die schönsten Sehenswürdigkeiten von Avignon lassen sich am besten bei einem Spaziergang durch die historische Altstadt entdecken, die nahezu vollständig von einer mächtigen Stadtmauer umgeben ist.
Mir hat Avignon auf den ersten Blick richtig gut gefallen. Auch wenn ich nur ein paar Stunden Zeit hatte und mir lediglich einen ersten Eindruck verschaffen konnte, kann ich euch eine Reise nach Avignon wirklich ans Herz legen.
Ich zeige euch jetzt einen Einblick in die schönen Sehenswürdigkeiten von Avignon und gebe euch meine Reisetipps für die sandfarbene Stadt in der Provence an die Hand. Lasst uns loslegen.
Interessantes über die Stadt Avignon
Avignon liegt im Herzen der Provence im Südosten Frankreichs. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen die Brückenruine der Pont Saint-Bénézet, der mächtige Papstpalast (Palais des Papes) mit den Jardins Pontificaux sowie die gigantische Stadtmauer und die verwinkelten Gassen rund um die Rue Saluces.
In der Touristeninformation von Avignon liegen kostenlose Stadtkarten bereit, auf denen verschiedene thematische Rundwege eingezeichnet sind. So lassen sich die Sehenswürdigkeiten der Altstadt ganz entspannt erkunden. Im Gegensatz zur farbenfrohen Fachwerkstadt Auxerre oder der rosaroten Metropole Toulouse besticht Avignon durch seine sandfarbenen Bauten, die noch heute die ehemalige Pracht der Stadt widerspiegeln. Schließlich war Avignon siebzig Jahre lang Sitz der Päpste und damit ein äußerst wohlhabender Ort.
Sehenswürdigkeiten von Avignon
Ich habe Avignon während einer Durchreise nach Spanien besucht und war schon beim Anblick der mächtigen Stadtmauer beeindruckt. Auch die Sehenswürdigkeiten und Straßenzüge der Altstadt können sich definitiv sehen lassen.
Stadtmauer von Avignon – die 4,3 km lange Ringmauer
Fast drei Meter dick und rund zehn Meter hoch ist die sandfarbene Stadtmauer von Avignon, die die gesamte Altstadt umschließt. Mit über 30 Türmen, Wehrkernen mit Fallöffnungen sowie mehreren Toren und Pforten bot sie den damaligen Bewohnern Schutz vor Söldnerbanden. Heute zählt die Stadtmauer zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Avignon und trennt die mittelalterliche Altstadt elegant von den modernen Stadtteilen.

Wenn ihr genügend Zeit habt, lohnt sich ein Spaziergang entlang der gesamten Stadtmauer. Alternativ könnt ihr es so machen wie ich damals in der charmanten Stadt Brügge in Belgien: einfach nur einen Teil der Mauer erkunden, bevor ihr euch den Highlights der Altstadt widmet.
Für mich beginnt der Rundgang nicht am Porte Saint-Michel, sondern am nicht minder beeindruckenden Stadttor Porte de la République.

Temple Saint-Martial – Startpunkt für den Altstadtbummel
Mein erstes Ziel ist zum einen die Touristeninformation, um mir eine Stadtkarte zu holen, und zum anderen der Temple Saint-Martial. Die Kirche Saint-Martial und die Touristeninformation befinden sich am Square Agricol Perdiguier, nur etwa 250 Meter von der Porte de la République entfernt und umgeben von einem kleinen Park.

Auf der anderen Seite des Temple Saint-Martial geht es deutlich geschäftiger zu. In der Straße Cr. Jean Jaurès, die in die Rue de la République übergeht, finden sich die ersten Bars, Cafés und Hotels. Statt direkt weiter zum Papstpalast zu gehen, beschließen wir, einen Blick in eine der mittelalterlichen Gassen zu werfen.
Aumône Générale – ein stilles Denkmal mit Geschichte
Zu den weniger bekannten, aber dennoch sehenswerten historischen Bauwerken der Atstadt gehört das Aumône Générale in der Rue des Lices. Ich wäre nie darauf gekommen, dass das viergeschossige Gebäude mit seinen vielen Rundbögen einst als wohltätige Einrichtung für notleidende Menschen diente. Heute wird es als Wohnhaus genutzt, und lediglich eine kleine Schautafel vor dem Zaun erinnert noch an seine Vergangenheit.

Mühlencharme in der Rue des Teinturiers – eine der schönsten Straßen Avignons
In der Rue des Teinturiers, der sogenannten Straße der Färber, lässt es sich entlang des schmalen Flusses Sorgue herrlich entspannt unter schattenspendenden Platanen flanieren. Vier der einst 23 Schaufelräder sind noch erhalten, ergänzt durch Schautafeln, die die Geschichte dieser besonderen Straße erklären.


Zur Blütezeit der Textilindustrie war die Rue des Teinturiers sicherlich kein einladender Ort. Heute verleihen die vielen kleinen Cafés der Straße ein ganz besonderes Flair. Vor allem während des Theaterfestivals ist sie ein absolutes Muss für Besucher.
Place Pie – Cafés und mittelalterliche Geschichte am Tour Saint-Jean
Für die Bewohner Avignons, die Avignonnais, ist der Place Pie ein beliebter Treffpunkt. Der großzügige Platz bildet das Herz des gleichnamigen Stadtviertels, das nach Papst Pius IV. benannt wurde.
Neben zahlreichen Cafés, Restaurants und Bars steht mit dem Tour Saint-Jean bis heute ein Stück mittelalterlicher Geschichte auf dem Platz. Besichtigen kann man den Turm zwar nicht, aber mit seiner quadratischen Architektur und der runden Uhr macht er optisch einiges her.

Les Halles – provenzalische Spezialitäten in der Markthalle
Ein weiteres Highlight am Place Pie ist die Markthalle Les Halles. Im Gegensatz zur romantisch anmutenden Markthalle in Dijon präsentiert sie sich mit einer modernen, nahezu vollständig begrünten Fassade. Rund vierzig Händler bieten hier von Dienstag bis Sonntag frische Produkte aus der Region an. Die Vielfalt an Lebensmitteln, Käse, Backwaren und provenzalischen Spezialitäten macht Les Halles zu einem idealen Ort, um das lokale Leben hautnah zu erleben.
Clocher du Couvent des Augustins – der schiefe Glockenturm von Avignon
Falls ihr euch beim Anblick des Clocher du Couvent des Augustins denkt: „Moment mal, der steht doch schief!“, liegt ihr völlig richtig.
Im Gegensatz zum Schiefen Turm von Pisa, der auf instabilem Boden steht, geht die Neigung des Glockenturms Clocher du Couvent des Augustins auf ein Erdbeben zurück.

Stadtpark Jardin des Doms – der schöne Aussichtspunkt auf die Stadt
Ein Besuch im Stadtpark Jardin des Doms sollte bei einem Aufenthalt in Avignon auf keinen Fall fehlen. Zwischen Teichen, Statuen und zahlreichen schattenspendenden Bäumen lässt es sich selbst an heißen Sommertagen bestens aushalten. Besonders beeindruckend ist die Aussicht auf die Dächer der Stadt und das Rhônetal, die ihr von dem rund 30 Meter über der Rhône gelegenen Park genießen könnt.

Achtung: Der Park ist derzeit teilweise geschlossen, die Panoramaaussicht bleibt jedoch weiterhin zugänglich.
Pont Saint-Bénézet – die berühmte Brücke von Avignon
Einen weiteren fantastischen Blick auf das Rhônetal habt ihr vom Jardin des Doms. Für mich zählt die Pont Saint-Bénézet zu den absoluten Highlights – vielleicht auch, weil ich die berühmte Brücke aus dem französischen Volkslied „Sur le pont d’Avignon“ mit eigenen Augen sehen konnte.

Auch wenn sie heute nur noch teilweise erhalten ist, bleibt die Brückenruine äußerst sehenswert. Den besten Blick habt ihr von der Île de la Barthelasse.
Wer selbst einmal auf der Brücke stehen oder, ganz wie im Lied, auf ihr tanzen möchte, benötigt ein Ticket, das für etwa 5 Euro in der Touristeninformation oder direkt vor Ort erhältlich ist.
Palais des Papes – der Papstpalast von Avignon
Für mich heißt es langsam zurück zum Auto. Montpellier wartet bereits auf mich. Natürlich verlasse ich Avignon nicht, ohne mir den Papstpalast angesehen zu haben. Der Palais des Papes wurde von Papst Benedikt XII. und seinem Nachfolger Clemens VI. erbaut und zählt bis heute zu den zehn meistbesuchten Bauwerken Frankreichs.

Besichtigen könnt ihr den Papstpalast samt Prunkräumen, Kapellen, Kreuzgang, Privatgemächern und Obstgarten. Dafür solltet ihr ausreichend Zeit einplanen.
Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Kombitickets erhaltet ihr direkt bei der Touristeninformation in Avignon.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Avignon – mehr als nur die bekannten Highlights
Abgesehen von den bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die ich euch vorgestellt habe, gibt es hier noch viel mehr zu entdecken. Schon ein einfacher Spaziergang durch die Altstadt macht unheimlich viel Spaß, denn Avignon wirkt trotz der vielen Besucher angenehm entspannt. Dazu kommen zahlreiche Museen und die vielen Theater, die das kulturelle Stadtbild prägen und nicht wegzudenken sind.
Streetart in Avignon – kleine Kunstwerke abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten
Um Streetart zu entdecken, muss man wirklich genau hinschauen. Während die großflächigen Murals aus Lyon kaum zu übersehen sind und teilweise ganze Hausfassaden zieren, fallen die Street-Art-Kunstwerke in Avignon deutlich kleiner und oft erst auf den zweiten Blick ins Auge.
Das einzig großflächige Werk, das ich bei meinem Spaziergang durch die Altstadt gefunden habe, ist Pierrotd’après J.A.Watteau von Andrea Ravo Mattoni in der Rue Carreterie.


Aber auch die kleinen Kunstwerke aus Mosaik, die häufig an die jeweiligen Straßenschilder angelehnt sind, können sich sehen lassen. Vorausgesetzt, man entdeckt sie.
Reisetipps für Avignon – das solltet ihr für eure Reise wissen
Beste Reisezeit für Avignon – wann sich ein Besuch lohnt
Die beste Reisezeit für Avignon hängt davon ab, was ihr während eurer Reise erleben möchtet. Besonders im Frühling und Herbst zeigt sich das Wetter angenehm mild: Von März bis Mai liegen die durchschnittlichen Tageshöchstwerte meist zwischen etwa 15 °C und 23 °C, und auch im Oktober werden oft noch rund 20 °C erreicht. Damit eignen sich diese Monate ideal für Spaziergänge durch die Altstadt und entspanntes Sightseeing ohne große Hitze oder Sommertrubel.
Ich war zum Beispiel Ende April in der Stadt. Es war schon schön warm mit Tageshöchstwerten um die 18–19 °C, aber nicht so überlaufen. So konnte ich die Sehenswürdigkeiten ganz entspannt erkunden.

Wer das Festival d’Avignon im Juli erleben möchte, sollte sich frühzeitig um Unterkunft und Tickets kümmern, denn dann ist die Stadt besonders voll. Typisch für den Hochsommer sind durchschnittliche Höchsttemperaturen um 30 °C, und auch die Nächte bleiben mit etwa 18 °C warm. Wer’s mag…
Avignon City Pass – mehr Sehenswürdigkeiten, weniger Stress
Wenn ihr Avignon nicht nur flüchtig sehen, sondern die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Ruhe erleben möchtet, ist der Avignon City Pass ein praktischer Begleiter. Statt für jede Attraktion einzelne Tickets zu kaufen und in Warteschlangen zu stehen, ermöglicht der Pass freien oder bevorzugten Zugang zu vielen Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Wie bei vielen Städtepässen könnt ihr den Avignon City Pass für 24 oder 48 Stunden entweder direkt in der Touristeninformation vor Ort oder vorab online erwerben.
Schaut euch vor dem Kauf die Konditionen genau an und prüft ehrlich, ob sich der City Pass für eure geplanten Besichtigungen wirklich lohnt. Wenn ihr nur wenige Sehenswürdigkeiten besuchen möchtet oder vieles zu Fuß erkundet, spart ihr unter Umständen mehr Geld, wenn ihr einzelne Tickets kauft. Meine allgemeinen Tipps zum Geld sparen auf Reisen findet ihr auch auf dem Blog.
Feste und Feiern in Avignon – Festivals & kulturelle Highlights
Festival d’Avignon – das berühmteste Theaterfestival der Stadt
Wenn du im Juli in die Provence reist, sollte ein Besuch beim Festival d’Avignon fest eingeplant sein. Während des renommierten Theaterfestivals verwandelt sich die Altstadt in eine riesige Bühne: Kirchen, Innenhöfe und Plätze werden zu Schauplätzen für Theater, Tanz und Musik. Straßenkünstler mischen sich unter die Besucher, und spontane Aufführungen machen nahezu jeden Spaziergang zu einem Erlebnis – und das bereits seit über 80 Jahren.
Les Hivernales – Tanzfestival im Winter
Im Winter zeigt sich Avignon von einer ganz anderen Seite. Tanzfestival Les Hivernales stehen zeitgenössischer Tanz und unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen im Mittelpunkt. Ihr könnt Aufführungen besuchen oder, je nach Programm, selbst an Workshops teilnehmen.
Fête de la Lavande – Lavendelfest & Provence-Feeling rund um Avignon
Auf der Fête de la Lavande erwarten euch nicht nur Märkte mit Lavendelprodukten, sondern auch regionale Spezialitäten und weitere Angebote rund um die provenzalische Kultur.
So vielfältig wie die Lavendelfelder in der Provence ist auch das Angebot der Fête de la Lavande. Das nächstgelegene Lavendelfest von Avignon aus findet im rund 30 Kilometer entfernten Ort Le Thor statt und lässt sich gut mit einem Ausflug ins Umland verbinden.
Weitere Beiträge über Frankreich
Avignon vereint Geschichte, Kultur und provenzalisches Flair. Von der Altstadt über den Papstpalast bis zu den bunten Festivals und den Lavendelfeldern in der Umgebung. Mir hat es super gut gefallen und ich komme gerne nochmal wieder.
Habt ihr die Provencestadt schon besucht oder plant ihr eine Reise dorthin? Schreib mir gerne in die Kommentare, welche Sehenswürdigkeiten ihr auf keinen Fall verpassen würdet!




Avignon. Boah, das ist lange her, dass ich dort war. Die berühmte Brücke und der Papstpalast, daran erinnere ich mich dunkel. Am besten erinnere ich mich noch an den Spaziergang durch die Altstadt, die voller Gaukler und Künstler war. Das war im Hochsommer, da ist es auch am schönsten in Frankreich. Hach, muss ich nochmal hin.