Das Elsass lässt sich wunderbar mit dem Auto erkunden – besonders entlang der Elsässischen Weinstraße.
Statt möglichst schnell von Straßburg nach Colmar zu kommen, habe ich mich für die Landstraße entschieden. Genauer gesagt für einen Abschnitt der Route des Vins d’Alsace. Unterwegs habe ich unter anderem in Obernai, Dambach-la-Ville, Ribeauvillé und Riquewihr Halt gemacht. Ein richtiger Mini-Roadtrip sozusagen. Welche Orte mir besonders gut gefallen haben und wo meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, erzähle ich euch in diesem Reisebericht.
Die Weinstraße (Route des Vins d’Alsace) und meine Route von Straßburg nach Colmar
Die Elsässische Weinstraße führt durch die Weinberge am Fuß der Vogesen. Auf rund 170 Kilometern verbindet sie zahlreiche Orte, die für ihre Fachwerkhäuser, kleinen Altstädte und den elsässischen Wein bekannt sind. Sie gehört damit zu den schönsten Möglichkeiten, das Elsass mit dem Auto zu erkunden. Statt die Strecke möglichst schnell zurückzulegen, lohnt es sich, immer wieder anzuhalten und die kleinen Orte entlang der Route zu erkunden.
Die eigentliche Route des Vins d’Alsace beginnt in Marlenheim und führt bis nach Thann. Für meine Reise habe ich mir nur einen Teil davon vorgenommen. Nach einem Aufenthalt in Straßburg ging es für mich innerhalb eines Tages zunächst nach Obernai und anschließend über mehrere Orte der Weinstraße nach Colmar.

Meine Route auf einen Blick:
Straßburg → Obernai: ca. 45 Min.
Obernai → Dambach-la-Ville: ca. 30 Min.
Dambach-la-Ville → Ribeauvillé: ca. 30 Min.
Ribeauvillé → Riquewihr: ca. 10 Min.
Riquewihr → Colmar: ca. 20 Min.
Colmar → Eguisheim: ca. 15 Min. (am nächsten Morgen)
Ein Nachmittag in Straßburg
In Straßburg beginnt meine Reise durch das Elsass. Hier, in der regionalen Hauptstadt, hat das Europäische Parlament seinen Sitz. Den modernen Stadtteil lasse ich aus. Ich nehme mir den Nachmittag Zeit, um die Altstadt, die vom Fluss Ill umrundet wird, und ihre Geschichte kennenzulernen.
Die Region Elsass hat eine bewegte Geschichte hinter sich – mal mit deutscher, mal mit französischer Nationalität. An dem deutsch-französischen Mix hat sich bis heute wenig geändert. Straßennamen werden z. B. in beiden Sprachen ausgewiesen und auch die regionale Küche schwankt zwischen Sauerkraut und Baguette.

Mein erster Weg führt mich zur Barrage Vauban – die große Schleuse mit Wehr war im 17. Jahrhundert Verteidigungsanlage. Heute ist sie für Fußgänger geöffnet, um die Ill zu überqueren. Im unteren Teil führt ein langer Gang mit Einbuchtungen zur Treppe, von der man auf die Aussichtsterrasse gelangt. Von hier aus hat man einen super Blick auf die Ponts Couverts und den Heinrichsturm.

Hinter den Ponts Couverts beginnt der Stadtteil Petite France mit dem malerischen Gerberviertel, welches sich nur zu Fuß über die schmalen Brücken erkunden lässt.


Für Museumsbesuche ist es zu spät, daher lasse ich mich einfach entspannt durch die Straßen der Altstadt und am Ufer der Ill entlang treiben.
Kurz vor dem Münster, dem Wahrzeichen der Stadt, wird es trubelig, also gehe ich lieber wieder zurück in die entspannten Seitenstraßen.


Der Nachmittag ist viel zu schnell vorbei. Am nächsten Tag geht es für mich weiter Richtung Colmar. Doch ich muss sagen: Der erste Eindruck von Straßburg ist schon mal nicht schlecht. Die Altstadt ist wirklich niedlich.
Bei meinem nächsten Besuch werde ich mir ein Boot mieten und die Stadt vom Wasser aus erkunden. Das scheint hier eins der Tourihighlights zu sein. Am nächsten Morgen geht es für mich weiter Richtung Colmar und damit auf die Elsässische Weinstraße.

Unterwegs auf der Elsässer Weinstraße – Orte entlang meiner Route
Auf meiner Fahrt von Straßburg nach Colmar habe ich einige der bekanntesten Orte entlang der Elsässischen Weinstraße besucht. Manche haben mich sofort begeistert, andere konnten meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Aber das erzähle ich euch bei den einzelnen Stopps.
Obernai (Oberehnheim)
Mein erster Stopp an der Elsässischen Weinstraße ist Obernai. Verschlafen wirkt das Zentrum des kleinen Ortes Obernai. Kaum ein Auto und nur wenige Menschen sind in den Straßen unterwegs.

Dabei ist Obernai ein richtig niedlicher Ort, der vor blumengeschmückten Fachwerkhäusern nur so strotzt. Besonders rund um den Place du Marché zeigt er sich von seiner schönsten Seite.

Dambach-la-Ville

Drei Stadttore schützen noch heute die Altstadt von Dambach-la-Ville. Das schnuckelige Zentrum mit seinen farbenfrohen Fachwerkhäusern ist wirklich sehenswert.
Je näher ich der großen Kirche im Zentrum der Altstadt komme, desto mehr wirkt dieser Ort wie aus einem Märchenbuch entsprungen.

Ähnlich, wie in Obernai, sind hier keine Touristen und kaum Einheimische unterwegs. Der Ort wirkt wie ein Stillleben.


Ribeauville (Rappoltsweiler)
Ribeauville wird neben Riquewihr in fast jedem Reiseführer über das Elsass erwähnt. Also gut. Ich mache auch hier halt und schaue mir den Ort an.
Vor dem Eingang zur Altstadt schürt ein großer und gut besuchter Parkplatz meine Erwartungen noch mehr an. Tatsächlich: ist hier, im Gegensatz zu den anderen beiden Orten, richtig viel los!

Restaurants, Souvenirshops, Spezialitätenläden und Störche – das elsässische Wappentier – wohin man schaut.
Ich gehe auf der Grand Rue bis zum Tour des Bouchers (der Fleischerturm) und biege in die Seitenstraßen ein.


Mögen es die 32° bei Sonnenschein oder meine hohen Erwartungen an diese Stadt sein: Ribeauville ist schön, aber ich hatte es mir jetzt echt besser vorgestellt.
Riquewihr (Reichenweiher)
Touristisch gesehen ist hier fast noch mehr Betrieb als in Ribeauville. Ich finde, das ist durchaus berechtigt, denn mir gefällt der Ort auf den ersten Blick auch besser. Die Hauptstraße ist schmaler und die Fachwerkhäuser sind knuffiger: Es wirkt gemütlicher und entspannter.

Auch was die Anzahl an Restaurants und Shops angeht, hat Riquewihr fast noch eine höhere Dichte als Ribeauville.
In den Seitenstraßen ist – wie üblich – nicht so viel los. Aber auch die finde ich, im direkten Vergleich, schöner und authentischer als in Ribeauville.
Riquewihr gehört auch zu den Orten, die zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählen.


Colmar
Gegen 16 Uhr erreiche ich mein Hotel in Colmar. Zugegeben, ich bin echt etwas müde und schon voll mit Eindrücken über das Elsass, aber die Innenstadt von Colmar schaue ich mir auf jeden Fall noch an!



Die schönste Art Colmar zu entdecken ist zu Fuß. Die Stadt Colmar hat dafür einen Rundweg geplant, dem ihr problemlos folgen könnt und der euch an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten und Stadtteilen entlangführt. Dafür muss man nur den kleinen Ausschilderungen auf dem Weg folgen: die Dreiecke mit der Freiheitsstatue.


Die Freiheitsstatue in Colmar

Für alle, die sich jetzt fragen, was die Freiheitsstatue mit Colmar zu tun hat: Colmar ist die Heimatstadt von Frédéric-Auguste Bartholdi – dem Erschaffer der Freiheitsstatue.
In der Rue des Marchands könnt ihr in seinem Geburtshaus das Bartholdi Museum besuchen und mehr über seine Arbeiten erfahren.
Colmar hat auch eine Freiheitsstatue, allerdings in kleinerem Maßstab. In der Innenstadt sucht ihr sie vergebens: sie steht in der Mitte eines Verkehrskreisels in der Nähe des Flughafens.
Eguisheim (Egisheim)
Am nächsten Morgen wird es Zeit für mich, zu meinem nächsten Ziel zu fahren: Lyon. Aber so ganz mag ich mich von den schönen Fachwerkstädten im Elsass nicht trennen.
Der Ort Eguisheim, liegt gerade mal ein paar Kilometer von Colmar entfernt und trägt auch den Titel, eins der schönsten Dörfer Frankreichs zu sein.



Ich finde: Eguisheim hat diesen Titel mehr als verdient und ist für mich einer der schönsten, kleinen Orte, die ich bisher im Elsass besucht habe. Der Ort ist unglaublich niedlich, sodass ich vor lauter Fotografieren nur langsam vorwärts komme.
Aber auch Colmar hat mir sehr gut gefallen – besser noch als Straßburg.
Fest steht eins: Das Elsass werde ich auf jeden Fall nochmal besuchen.
Elsässer Weinstraße – Lohnt sich die Route?
Kurz gesagt: Ja, die Fahrt über die Elsässische Weinstraße hat sich für mich definitiv gelohnt.
Eigentlich wollte ich auf meinem Roadtrip von Deutschland nach Spanien nur in Straßburg oder Colmar einen Zwischenstopp einlegen. Mehrere Bekannte hatten mir allerdings davon abgeraten, das Elsass einfach „links liegen zu lassen“. Schlussendlich war es die richtige Entscheidung.
Besonders die kleinen Orte entlang der Weinstraße sind auf ihre eigene Art so zauberhaft, dass ich schlussendlich nicht anders konnte, als am nächsten Morgen noch einen Abstecher nach Eguisheim zu machen. Und ehrlich gesagt: Ich hätte gut noch einen weiteren Tag dranhängen können, um noch mehr Orte zu entdecken.
Welcher Ort mir am besten gefallen hat, kann ich gar nicht so einfach sagen. Klar habe ich meine persönlichen Favoriten, aber nur weil mir ein Ort besser gefallen hat, heißt das noch lange nicht, dass die anderen weniger sehenswert sind.
Mein Tipp: Macht eine Tour durch das Elsass und lasst euch die Ausblicke auf die Weinberge und die schmucken Fachwerkhäuser nicht entgehen. Und auch die Weißstörche, das Wappentier des Elsass, werdet ihr hier mit etwas Glück in größerer Anzahl sehen.
Ich würde jedenfalls gerne noch einmal ins Elsass fahren. Es gibt definitiv noch einiges zu entdecken.
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Weitere Beiträge über Frankreich
Wart ihr schon einmal auf der Elsässischen Weinstraße? Welcher Ort hat euch am besten gefallen und gibt es einen, den ich bei meinem nächsten Besuch unbedingt noch anschauen sollte?




Wie immer ist auch dieser Reisebericht von reisen-und- blog wieder äußerst unterhaltsam und informativ. Und dazu diese wunderschönen Fotos! Sehr gut gemacht!
Hallo Moni,
vielen, lieben Dank für Deinen Kommentar und das große Kompliment.
Ich freue mich sehr, dass Dir meine Beiträge so gut gefallen.
VG
Liebe Frauke
Wenn ich deinen Beitrag mir so ansehe, wird in mir auch wieder die Sehnsucht geweckt einmal wieder ins Elsass zu reisen. Als ich noch in Deutschland gewohnt habe und öfter Ausflüge a die Mosel unternommen habe, war es von dort nur einen Katzensprung ins Elsass. Ich erinnere mich noch a den einen schönen Abend, wo wir noch spontan nach Straßburg gefahren sind. Straßburg in der Weihnachtszeit mit all den Beleuchtungen ist nämlich auch sehr empfehlenswert!
Liebe Grüße nun aus Tirol,
Christin von https://wanderschoen.at/
Hallo Christin,
das Elsass ist wirklich bezaubernd. Ich möchte gerne nochmal hinreisen und mir weitere der zuckersüßen kleinen Fachwerkstädte ansehen. Mal schauen, wann das klappt. Österreich und vor allem Tirol stehen auch noch auf meiner Reisewunschliste. Da habe ich auf deinem Blog schon tolle Ausflugstipps entdeckt. 🤩
LG Frauke