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Wohnungsauflösung – Tipps zum Verkauf

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Nachdem die Entscheidung zur Weltreise gefallen ist, geht’s ans Eingemachte. Postwendend ist sie wieder da, die alles entscheidende Frage: Wo fängt man an?

Mir war klar, dass ich meine Wohnung aufgebe. Einfach aus dem Grund, da ich nicht wusste, wie lange ich mit meinem Ersparten durch die Welt reisen werde.

Ich könnte die Wohnung untervermieten, aber ich wollte seit langem umziehen und wenn sich Gelegenheiten anbieten, dann soll man sie auch nutzen.

Aber wie wird man seine Sachen am besten so los, dass man noch etwas Geld dafür bekommt? Ich habe euch meine Tipps zur Wohnungsauflösung zusammengefasst.


Inhaltsverzeichnis

Bestandsaufnahme

Fraukes Trödeltrupp

Flohmarkt
Ebay Kleinanzeigen
Tipps zum Verkauf auf ebay Kleinanzeigen
Vinted
Facebook
Andere Apps und Plattformen

Verpackungsmaterial auftreiben

Kleinvieh macht auch Mist


Bestandsaufnahme

Also ran an den Speck. Meine Wohnung war 70qm groß. Dazu kommt der Kellerraum, mit gut 20qm. Ein wahrer Tanzpalast an Kellerraum. Wenn dort nicht all mein Hab und Gut von über 15 Jahren gelagert hätten.

Dabei fing alles so unschuldig an, als ich das elterliche Nest verließ.

Da besaß ich ein Bett, eine Kommode, einen Fernseher und ein paar Klamotten. 3 Umzüge und Jahre später bekam ich regelrechte Schnappatmung, sobald sich die Kellertür öffnete. So schnell, wie die Tür offen war, war die auch wieder zu. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Mal Hand auf’s Herz: Wieviel Kram kann man in 15 Jahren anhäufen? Bei jedem der 3 Umzüge habe ich mich schwarz geärgert, so viel Krempel zu besitzen. Die Kartons wurden mit jedem Umzug mehr und mehr. Und auch schwerer. Man will ja nicht so oft laufen. Aber wegschmeißen wollte ich auch nichts. Das kann man nochmal gebrauchen. Daran hängen Erinnerungen usw.

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Fraukes Trödeltrupp

Ich musste den Kram, oder möglichst viel davon, innerhalb von 4 Monaten loswerden.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich war in der priveligieren Lage, dass meine Mülltonne vor dem Haus keine Wiegefunktion mit Chip hatte. Wenn man es smart runterrechnet: Die Müllabfuhr kommt einmal die Woche. Den Tag kannte ich. Ich hätte dort alles kurz vor Abholung reinknallen können. Aber wozu? Vielleicht kann man ja noch etwas Kohle für die Reise aus all den Kellerschätzen rausschlagen.

Flohmarkt

Ich bin selbst kein Flohmarktliebhaber, war aber 3 x auf einem Flohmarkt als Verkäufer. Beim ersten und zweiten Mal war es ok, beim dritten war es ein Reinfall. Die Standmiete ist hoch. Mein Auto ist zu klein für all die Habseeligkeiten und woher den Standtisch aka. Tapeziertisch nehmen? Mal ehrlich… das bringt nichts, wenn man es mal Zeit – Kosten – Nutzentechnisch unter die Lupe nimmt. Ganz zu schweigen vom frühen Aufstehen.

Falls euch ein Flohmarkt liegt oder ihr es mal ausprobieren wollt: mein Tipp: sucht euch einen speziellen Flohmarkt raus. Sucht euch nicht die aus, die 2x die Woche veranstaltet werden, sondern die exklusiven. Die, die es nur 1-2x im Jahr gibt. Da habt ihr kauffreudiges Publikum und keine Leute, die mit der Taschenlampe in eurem Kofferraum rumfunzeln und Rabatt aushandeln wollen, während ihr gerade eure exellenten Waren im Schutz der Dämmerung aus dem Kofferraum hebt.

Informiert euch vorher, wieviele Meter ihr in Beschlag nehmen könnt und wie hoch die Standmiete ist. Die Preise variieren je nach Flohmarkt. Mein fiesestes Erlebnis war 20 Euro pro Meter (!), der Kofferraum (ich nenne es mal Ladentiefe) war verboten und der Aufseher war offentsichtlich mit seinem Zollstock verheiratet.

Pech für mich. Man lernt aus Fehlern.

Und achtet immer darauf, dass ihr eure Schätze sauber und ansprechend präsentiert. Das Auge kauft mit! Wenn ihr da andere Erfahrungen habt, dann lasst mir gerne ein Kommentar da.

Ebay Kleinanzeigen

Ich muss ehrlich sagen, damit bin ich am besten gefahren und es funktioniert noch heute bestens. Mittlerweile bin ich ein richtiger Profi darin verwaiste Habseeligkeiten an einen neuen Besitzer zu bringen.

Aber ebay Kleinanzeigen birgt auch Gefahren, wenn man Zeitnot hat. Man kann pro Monat 50 Anzeigen einstellen. Wäre normal kein Problem, aber ich hatte Zeitnot. Und mit der Anzahl werde ich nur einen Bruchteil los.

Tipps zum Verkauf auf ebay Kleinanzeigen

  • Erstellt euch einen zweiten Account. Dafür reicht auch ein altes Smartphone ohne Sim Karte. Hauptsache ihr habt Zugang zum Internet.
  • Wenn ein eingestellter Artikel schnell weggeht, dann klickt nicht auf verkauft, sondern bearbeitet den Artikel einfach. Tauscht das Bild und die Beschreibung aus und ihr bleibt am Ball.
  • Freundlichkeit siegt immer. Selbst bei Anfragen, die man liebend gerne mit einem Stinkefinger beantworten würde. Wenn euch irgendjemand richtig dumm kommt, dann macht euch das Leben nicht schwer und blockiert die Person einfach. Das könnt ihr allerdings nicht rückgängig machen.
  • Für ebay Kleinanzeigen macht ihr idealerweile mindestens das erste Bild im Querformat, damit die potenziellen Käufer eure Ware sofort in ganzer Schönheit sehen. Achtet darauf, dass der Hintergrund möglichst ruhig ist und dass ihr nicht gegen das Licht fotografiert. Bei allen anderen Bildern ist das Format relativ egal. Einfacher und schöner für den Käufer ist es aber, wenn ihr im Querformat bleibt. Die Bilder könnt ihr in der App zuschneiden und die Reihenfolge ändern. Probiert euch einfach aus.
  • Ihr habt 250 Artikel, die ihr loswerden wollt aber keinen Bock Texte zu schreiben? Macht es trotzdem ansprechend, ansonsten beantwortet ihr ein und dieselbe Frage 4x. Das nervt noch mehr. Außerdem ist die Menschheit faul und will so wenig Konversation, wie möglich. Gebt bei Möbeln oder Geräten die Maße an. Seid ehrlich und weist auf Mängel hin (gerne auch mit Bild). Bei Klamotten sind Material, Größe, Länge und der Waschhinweis trumpf.
    Für den Titeltext nutzt am besten verschiedene Ausdrücke hintereinander, nach denen die Leute suchen würden, wie z. B. Sparschwein, Spardose, Sparbüchse. Da habt ihr eine höhere Tefferquote.
  • Ihr wollt nicht reich, sondern den Kram loswerden.
    Wenn euer z. B. Buch 3x angeboten wird, schaut bei der Konkurrenz nach.
    Als Beispiel: Anna A bietet ihr Exemplar für 3 Euro an. Das Ding ist halb zerfleddert und der Einband fehlt. Betty B möchte ihr Buch (Top Zustand) für 5 Euro loswerden. Allerdings kann man das nur in München abholen. Clemens C. bietet sein Buch für 7 Euro zzgl. Versandkosten an. Dann setzt euer Buch für 6 Euro zzgl. Versandkosten ein. Damit habt ihr fast die halbe Miete.

Vinted

Vinted ist vorrangig eine Verkaufsplattform für Kleidung. Seit kurzem habt ihr hier auch die Möglichkeit Textilien, kleine Dekoartikel, Bücher, DVD’s und Haustierbedarf einzustellen.

Die App funktioniert im groben wie eBay Kleinanzeigen. Einzig das Bildformat ist anders. Da macht ihr am besten hochformatige Bilder im Verhältnis 16:9. Also ein ganz normales Smartphonebild.

So richtig glücklich bin ich mit Vinted nie geworden. Darüber ging bei mir nur wenig weg. Ideal sind neue Klamotten mit Etikett und Markennamen. Alles andere wird schwierig. Daher stellt am besten auch alles parallel bei ebay Kleinanzeigen rein.

Facebook

Man soll ja nichts unversucht lassen. Bei Facebook findet ihr zu fast jeder Stadt oder einem Umkreis Gruppen, in denen ihr euer Hab und Gut anpreisen könnt. Tipp: schaut euch vorher etwas in den Gruppen um, ob bei anderen was weg geht und wie die Stimmung dort ist.

rebuy & momox

Bei rebuy und momox könnt ihr eure Elektroartikel, CD’s, DVD’s, Klamotten und Bücher an einen Händler verkaufen. Momox hab ich nie getestet, aber mit rebuy habe ich Erfahrung.

Was ich da sehr mag ist die Option, dass ihr zuerst den Zustand eures Gerätes, z. B. Smartphone, anhand von Fragen bestimmt. Daran wird der voraussichtliche Wert ermittelt. Ihr schickt das Gerät kostenlos ein, es wird geprüft und ihr bekommt ein verbindliches Angebot von rebuy.

Das könnt ihr annehmen oder sie schicken euch das Gerät gegen Versandkosten zurück.

Ich habe darüber mein altes Smartphone verkauft, aber etwas weniger bekommen, als gedacht. Die schauen sich die Sachen wirklich sehr genau an.

momox funtioniert im Prinzip wie rebuy, nur müsst ihr dort einen Mindestbetrag von 10 Euro erreichen, damit ihr eure Sachen gratis hinschicken könnt. Ich finde der Aufwand lohnt sich nicht, da man für manche Bücher gerade mal 15 cent angeboten bekommt.

Andere Apps und Plattformen

Wenn man sich damit ein bisschen beschäftigt findet man so unglaublich viele Apps und Plattformen über die man seine Sachen verkaufen kann. Shock, Zalando Zircle, Quoka und wie sie nicht alle heißen. Ihr könnt das gerne ausprobieren, aber ich denke am einfachsten und besten geht es, wenn man über die großen und bekannten Anbieter seine Sachen anbietet. Allein aus dem Grund, da sich dort die meisten potenziellen Käufer tummeln.

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Verpackungsmaterial auftreiben

Ihr habt potenzielle Käufer gefunden? Herzlichen Glückwunsch. Idealerweise kommen die Leute vorbei und holen die Sachen persönlich ab. Das spart euch Verpackungsmaterial und Zeit.

Dennoch lege ich euch ans Herz, soviel wie möglich zum Versand anzubieten. Da ist die Chance 1000x höher, dass ihr alles schnell loswerdet.

Nur wie kommt man günstig an Verpackungsmaterial wie Versandtaschen und Kartons jeder Größe? Das extra einzukaufen wäre absolut kontraproduktiv.

Habt ihr eine Abteilung in eurer Firma, die täglich Unmengen an Material zugeschickt bekommt? Das ist ein Jackpot! Wenn ihr nicht wollt, dass eure Arbeitskollegen Wind von eurem Vorhaben bekommen, dann muss eine andere Quelle her.

Fragt einfach bei euren Freunden, ob die so eine Abteilung in ihrer Firma haben oder wendet euch selbst an Firmen. Alles, was die Größe von Schukartons hat, bekommt ihr im Schuhladen. Aber auch Drogerien, Supermärkte und Modeketten, Elektronikmärkte usw. werden täglich mit Kartons und Verpackungsmaterial in jeglicher Form beliefert, die postwendend in den Müll wandern. Fragt da einfach mal nett beim Filialleiter nach und ich bin mir sicher, dass die kaum nein sagen werden.

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Kleinvieh macht auch Mist vs. Das lohnt sich nicht

Glaubt mir. Alles lohnt sich. Wenn ihr ein Buch für 1 Euro loswerdet klingt das nicht viel. Besonders nicht dann, wenn man sich überlegt, wie viel man hierzulande für 1 Euro bekommt. Bei den meisten Bäckern reicht das nicht für ein belegtes Brötchen. Aber rechnet das mal in eine andere Landeswährung um. In Asien kann man sich für schlappe 3 Euro eine gute Hauptmalzeit bestellen. Und danach ist man lange satt.

Selbst wenn ihr einen Artikel habt, von dem ihr denkt, dass ihn eh niemand kaufen wird. Probiert es trotzdem. Nur weil ihr so denkt, heißt es nicht, dass es für andere Menschen wertlos ist. Ich bin bisher alles mögliche losgeworden. Das beste Beispiel war eine kaputte Bongotrommel. Da war das Holz gerissen. Ich hab einen Liebhaber gefunden, der sie reparieren wollte und zack. Weg war sie.

  • Super war auch das leere Fußball Panini Bundesliga Stickerheft von 1990, das ich für 50 Euro in die Schweiz verkauft habe.
  • Ein Käufer hat mir jede Woche mehr Geld geboten, wenn ich meine E-Gitarre für ihn solange reserviere, bis er das Geld zusammen hat. So wurden es 120 Euro statt 70 Euro.
  • 65 Kotztüten aus Flugzeugen haben für 130 Euro den Besitzer gewechselt.
  • Mein defekter Kaffeevollautomat hat für 50 Euro ein neues Zuhause bei einem Bastler gefunden.

Die Liste lässt sich noch ewig fortführen. Ich habe die vollen 4 Monate durch Sachen im Akkord eingestellt, verpackt und verschickt. Das ganze Geld habe ich in ein Sparschwein gesteckt. Am Abend vor der Reise musste es dran glauben und wurde feierlich geschlachtet.

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Das einzige Schwein, was selbst Veganer gerne schlachten: Das Sparschwein

Es kamen über 1400 Euro zusammen. 1400 Euro! Für Kram der im Keller oder in Schubladen jahrelang ein liebloses Dasein fristet.

In diesem Sinne: viel Spaß in der Verkaufswelt. Selbst wenn ihr keine Weltreise geplant habt: beim nächsten Umzug werdet ihr euch (und vielleicht auch mir) danken. Aber nicht wieder vollmüllen!

Habt ihr weitere Tipps, wie man seine Sachen am besten los wird uns etwas Geld dafür bekommt? Dann rein damit in die Kommentare!

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