Rondas Sehenswürdigkeiten zählen zu den eindrucksvollsten Highlights Andalusiens. Nach dem Stop in der verwunschenen Stadt Setenil de las Bodegas geht es durch die abwechslungsreiche Landschaft weiter nach Ronda. Ronda gehört zu den ältesten Städten Spaniens und begeistert nicht nur mit historischen Baudenkmälern, sondern vor allem mit der spektakulären Brücke Puente Nuevo, die sich hoch über die El-Tajo-Schlucht spannt.
Bei meinem Stadtrundgang durch Ronda erkunde ich nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, sondern entdecke auch ein Stück der regionalen Spezialitäten, die die Region kulinarisch so besonders machen.
Ein Stadtrundgang zu den Sehenswürdigkeiten in Ronda
Ich nehme euch mit auf einen spannenden Stadtrundgang durch Ronda, eine der schönsten Städte Andalusiens. Wir starten am Busbahnhof. Der liegt am Plaza Concepción García Redondo, gut 400 Meter südwestlich vom Hauptbahnhof. Das Stadtzentrum ist in zwei Abschnitte unterteilt: Die historische Altstadt La Ciudad und der jüngere Stadtteil El Mercadillo. Genau hier beginnt unsere Tour zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Ronda.
El Mercadillo – Moderner Stadtteil von Ronda
El Mercadillo ist der moderne Stadtteil von Ronda mit Cafés, Tapas-Bars, Restaurants, Hotels sowie zahlreichen Läden und Geschäften, deren Dichte merklich zunimmt, je näher ihr der Altstadt kommt. Es macht aber auch viel Spaß, durch die weniger belebten Seitenstraßen zu schlendern.
Ronda zählt außerdem zu den schönsten weißen Dörfern Andalusiens, auch wenn der Begriff Stadt hier eigentlich treffender ist. Immerhin leben mittlerweile über 33.000 Menschen in Ronda.


Plaza del Socorro – Ein Highlight in El Mercadillo
Ein Highlight in El Mercadillo ist der Plaza del Socorro. Der eckige Platz samt Herkules Statue, dem opulenten Brunnen und der schmucken Kirche Parroquia de Nuestra Señora del Socorro lädt zum Verweilen ein. Da wir unseren Rundgang durch Ronda gerade erst starten, ist weder meiner Reisebegleitung noch mir nach einer Pause zumute, also geht es weiter Richtung Altstadt.

Plaza de Toros – Historische Stierkampfarena in Ronda
Wir biegen in die Carrera Espinel ein, lassen alle Souvenirläden links liegen und erreichen die Stierkampfarena Plaza de Toros.
Von außen gesehen macht der kreisrunde Bau erst mal nicht viel her, aber im Inneren soll er wunderschön sein. Falls ihr mehr über den Plaza de Toros und seine Geschichte lernen wollt, könnt ihr das Museum besichtigen und einen Blick ins Innere der Arena werfen. Das soll sehr schick sein und die Stierkampfarena zählt zu den ältesten Arenen in Spanien. Der Eintritt kostet 9 Euro pro Person. Für 2 Euro mehr könnt ihr euch per Audioguide durch die Arena führen lassen. Die Tickets bekommt ihr vor Ort oder könnt sie auf der Website online kaufen.

Gegenüber dem Haupteingang der Stierkampfarena liegt die Touristeninformation. Da schauen wir kurz vorbei und nehmen einen Stadtplan unseren Stadtrundgang durch Ronda mit.
Balcón del Coño – Atemberaubender Aussichtspunkt in Ronda
Wir zögern den Besuch in der Altstadt noch ein paar Minuten heraus, denn die Aussicht vom Balcón del Coño auf die Landschaft, die Ronda sozusagen zu Füßen liegt, ist wunderschön. Der Aussichtspunkt selbst gleicht einem riesigen Balkon mit Parkanlage, sodass es sich hier selbst bei brütender Sommerhitze gut aushalten lässt. Der Balcón del Coño ist ein absolutes Highlight auf jedem Stadtrundgang durch Ronda.

La Ciudad – Die Altstadt von Ronda
Auf geht’s in die Altstadt La Ciudad. Die Altstadt von Ronda wird durch die rund 120 Meter tiefe Schlucht El Tajo vom restlichen Stadtgebiet getrennt. Ihr könnt über drei Brücken zur Altstadt gelangen. Ihr habt die Wahl zwischen der Puente San Miguel, der Fußgängerbrücke Puente Viejo und dem Wahrzeichen von Ronda, der Brücke Puente Nuevo. Letztere ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Andalusiens.
El Tajo und die Brücke Puente Nuevo – Wahrzeichen von Ronda
Wir entscheiden uns für den Weg über die Puente Nuevo. Von hier oben aus hat man zwar einen tollen Blick auf die Umgebung und den jüngeren Stadtteil El Mercadillo, aber richtig gut sieht man das Wahrzeichen der Stadt natürlich nicht. Wie auch – schließlich stehen wir direkt darauf.

Die Steinbogenbrücke Puente Nuevo wurde im 18. Jahrhundert erbaut und galt lange als höchste Brücke der Welt. Rund 200 Meter tief schneidet sich die Schlucht El Tajo in die Landschaft, durch die sich der Fluss Guadalevín seinen Weg bahnt.
Casa Museo Don Bosco – Historisches Herrenhaus mit Blick auf die Puente Nuevo
Einen guten Ausblick auf die Puente Nuevo habt ihr von der Terrasse des Casa Museo Don Bosco. Das historische Herrenhaus wurde um 1850 erbaut und ist nicht nur wegen der Aussicht auf die berühmte Brücke einen Besuch wert. Alleine das palastartige Innere des Gebäudes kann sich mehr als sehen lassen. Opulente Möbel mit handgeschnitzten Verzierungen, wunderschöne, farbenfrohe Fliesen, Wandteppiche und viele weitere kunstvolle Details.. Die Bewohner des Casa Museo Don Bosco waren wahrlich keine armen Kirchenmäuse.

Ganz ehrlich. Für den Eintrittspreis von 2,50 Euro pro Person kann man die kleine Reise in die Vergangenheit und die super Aussicht bedenkenlos mitnehmen.
Falls euch solche Museumshäuser gefallen, dann ist eventuell auch der Palacio de Mondragón am Plaza Mondragón oder das Casa-Palacio del Gigante am Plaza del Gigante für euch interessant. Die liegen ebenfalls in der Altstadt von Ronda und sind nur ein paar Gehminuten voneinander entfernt.
Mirador Puente Nuevo de Ronda – Der perfekte Postkartenblick
Mein persönlicher Tipp für die perfekte Postkartenansicht der Puente Nuevo ist der Wanderweg zum Aussichtspunkt Mirador Puente Nuevo de Ronda.
Biegt dafür hinter dem Monumento a San Juan Bosco auf dem Plaza de María Auxiliadora in die kleine Seitenstraße ein und folgt dem Weg gut 240 Meter bergab. Die müsst ihr dann natürlich auch wieder hochlaufen, aber der spektakuläre Ausblick auf die Brücke und die Schlucht El Tajo lohnt sich allemal.
Ich kannte den Aussichtspunkt bei meinem Besuch noch nicht und habe ihn daher leider verpasst. Das werde ich bei meiner nächsten Reise nach Ronda nachholen.
Plaza Duquesa de Parcent und Iglesia de Santa María la Mayor – Historisches Herz von Ronda
Der Plaza Duquesa de Parcent ist auf den ersten Blick sehr schön. Mittig des nahezu dreieckigen Platzes ist ein kleiner Park angelegt. Rundherum schmiegen sich Klöster, Cafés und die Kirche Iglesia de Santa María la Mayor. Diese war einst eine Moschee und ist heute vor allem im Inneren sehenswert.


Der Eintritt in die Iglesia de Santa María la Mayor kostet 4,50 Euro pro Person und beinhaltet einen Audioguide sowie den Zugang zur Aussichtsplattform, von der aus ihr einen schönen Blick über Ronda habt.
Murallas de Ronda – Historische Stadtmauern mit toller Aussicht
Die gut erhaltenen Stadtmauern von Ronda, die Murallas de Ronda, zählen zu den sehenswerten Punkten in der Altstadt. Besonders die Ecke der Altstadt lohnt einen Besuch, denn von hier habt ihr nicht nur einen historischen Einblick, sondern auch einen fantastischen Blick auf den moderneren Stadtteil El Mercadillo.

Puente Viejo und Jardines de Cuenca – Historische Gassen und grüne Oasen
Langsam wird es schon Zeit für den Rückweg. Wir müssen uns jetzt entscheiden, ob wir noch weiter die Gassen und Straßen der Altstadt von Ronda erkunden, den arabischen Bädern einen Besuch abstatten oder mal schauen, ob wir noch einen besseren Blick auf die Puente Nuevo, dem Wahrzeichen von Ronda, bekommen. Außerdem wollten wir noch was essen gehen.
Von der Stadtmauer aus gehen wir den kurzen Weg zurück zur Hauptstraße, biegen dann von der Calle Armiñán in die verwinkelte Calle Marqués de Salvatierra ein. Die schlängelt sich langsam bergab bis zur Puente Viejo. Auf dem Weg passieren wir den historischen Steintorbogen Arco de Felipe V. Um genau zu sein, laufen wir dort nicht einfach nur vorbei, sondern passieren das ehemalige Stadttor zur Altstadt.

Nach der Überquerung der Puente Viejo biegen wir links in die Jardines de Cuenca ein und laufen auf dem gut ausgebauten Weg parallel zur Schlucht El Tajo und dem Fluss Guadalevín. Immer wieder eröffnen sich Ausblicke auf die Altstadt sowie auf La Mina at Casa del Rey Moro. Leider stand die Sonne ungünstig, sodass ich hier keine Fotos machen konnte.
Tatsächlich kommen wir auch an einem weiteren Aussichtspunkt für die Puente Nuevo vorbei. Besonders abends, wenn die Brücke schön beleuchtet ist, lohnt sich ein Spaziergang im Jardines De Cuenca. Aber Achtung, der Garten ist nicht durchgängig geöffnet.
In den Sommermonaten (1. Juni bis 15. September) könnt ihr von 8:00 Uhr morgens bis Mitternacht, in den Wintermonaten (16. September bis 31. Mai) von 09:00 bis 22:00 Uhr den Garten besuchen.
Ronda kulinarisch erleben – Ajoblanco, Tapas und Ronda-Wein
Nach all dem Sightseeing wird es Zeit für eine wohlverdiente Pause und einen Snack. Zwar hatten wir uns am Abend zuvor in Málaga schon Proviant für den heutigen Ausflug nach Ronda besorgt, doch meine Reisebegleitung möchte Tapas probieren und ich Ajoblanco.
Unsere Wahl fiel auf das Restaurant Casa Santa Pola. Das urige Restaurant liegt in der ruhigen Seitenstraße Calle Cta. de Santo Domingo, kurz hinter der Puente Nuevo. Um zur Terrasse mit der wundervollen Aussicht auf Ronda zu gelangen, muss man 2 Stockwerke treppab gehen.
Wer von euch ein wenig Spanisch kann, wird jetzt schon wissen, was es mit der bekannten Ajoblanco auf sich hat. Ajoblanco ist eine Suppe, die vor allem im Süden Spaniens bekannt ist und wird, im Gegensatz zu unseren Suppen in Deutschland, kalt serviert.

Hauptbestandteile sind altbackenes, eingeweichtes Weißbrot, gemahlene Mandeln, Gewürze und eine extra Portion Knoblauch, die dem kühlen, milchigen Süppchen seinen Namen gibt. Zugegeben, der Geschmack ist recht knoblauchlastig, aber nicht so intensiv, wie ich erwartet hatte.
Dazu haben wir einen der bekannten Weine der Region probiert. Die Landschaft rund um Ronda, also die Serrania de Ronda, wird seit Römerzeiten als Weinanbaugebiet genutzt und ist heute bei Weinkennern weit über die Costa del Sol hinaus bekannt.

Zum Abschluss gibt es eine kleine, bunt gemischte Tapas-Platte für meine Reisebegleitung.
Tapas gehören zu den kulinarischen Highlights Andalusiens und Spaniens. Sie reichen von Oliven, Käse oder Schinken über gebratene Meeresfrüchte, Fleischbällchen oder Gemüsegerichte bis hin zu kleinen warmen oder kalten Spezialitäten.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Ronda
Neben den bekannten Stationen des Stadtrundgangs gibt es in Ronda noch weitere Sehenswürdigkeiten, die je nach Zeit und Interesse einen Abstecher wert sind.
La Mina at Casa del Rey Moro – Historisches unterirdisches Wassersystem
La Mina at Casa del Rey Moro ist ein unterirdisches Wassersystem, das sich über sechzig Meter durch den Felsen bis zum Flussbett des Guadalevín zieht. Erbaut wurde die Wassermine bereits im 14. Jahrhundert, um die Bevölkerung von Ronda während Belagerungen durch die Arbeitskraft von Sklaven mit Wasser versorgen zu können.
An sich kein Ort mit besonders guten Vibes, aber dennoch sehr eindrucksvoll und sehenswert soll die Mine sein. La Mina at Casa del Rey Moro erzählt ein spannendes Stück Geschichte und gehört zu den besonderen Sehenswürdigkeiten in Ronda.
Der Zugang zur Mine liegt in der Altstadt im Museum La Casa del Rey Moro. Für 10 Euro pro Person könnt ihr euch den Garten ansehen und eine Zeitreise in die Gesichte der Wassermine machen. Die Öffnungszeiten sind von Oktober bis April von 10 Uhr morgens bis 20 Uhr und von Mai bis September von 10 Uhr morgens bis 21:30 Uhr.
Mal schauen, vielleicht besuche ich sie bei meiner nächsten Reise nach Ronda.
Baños Árabes – Die Arabischen Bäder von Ronda
Auf dem Weg von der Stadtmauer zur Brücke Puente Viejo könnt ihr bereits einen Teil der Ausgrabungsstätte der arabischen Bäder sehen. Die arabischen Bäder zähen zu einem der am besten erhaltenen auf der Iberischen Halbinsel. Für 4,50 Euro pro Person könnt ihr die Ausgrabungsstätte und einige Innenräume besichtigen.
Wer sich für historische Bäder in Spanien interessiert, wird auch die arabischen Bäder in Girona an der Costa Brava spannend finden. Dort könnt ihr die römisch-maurische Bauweise auf eine ähnliche Weise erleben.
Warst du schon einmal in Ronda oder planst du gerade eine Reise nach Andalusien? Welche Sehenswürdigkeiten haben dich besonders beeindruckt oder stehen noch auf deiner Wunschliste? Teile deine Erfahrungen, Tipps und Lieblingsplätze gern in den Kommentaren.




Hallo Frauke,
so toll Deine Berichte. Vielen Dank!
Wir werden in der 1. Dezemberwoche in Malaga sein und an einem Tag soll es nach Ronda gehen.
Wie bist Du von Malaga nach Ronda gefahren? Mit Bus oder Bahn? Hast Du einen Tipp?
Danke vorab für die Hilfe!
Sonnige Grüße von der Insel Rügen,
Mandy
Hi Mandy,
ich bin mit einer Tour von GetYourGuide unterwegs gewesen. Das war ein top Tagesausflug von Malaga nach Ronda und mit einem Stop in Setenil de las Bodegas. Preismäßig kann man da wirklich nicht meckern und es hat alles bestens geklappt. Erzähl gerne mal, wie Malaga war, wenn Du im Dezember dort warst.
Viele Grüße
Frauke