Lettland, Städtereise
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Riga Sehenswürdigkeiten & Städtetrip: Altstadt, Jugendstil & Highlights

Die prachtvolle Fassade des Schwarzhäupterhauses am Rathausplatz in der Altstadt von Riga, Lettland.

„Fährst du auch nach Riga?“, fragt meine Schwester, als ich ihr von meinem geplanten Roadtrip durch Litauen und Lettland erzähle.

Natürlich steht ein Besuch in der lettischen Hauptstadt Riga auf dem Plan. Schließlich gilt sie als eines der beliebtesten Ziele für einen Städtetrip im Baltikum. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, das Jugendstilviertel zählt zu den schönsten Europas und viele Sehenswürdigkeiten lassen sich bequem zu Fuß erkunden.

Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen und nehme euch jetzt mit auf meinen Stadtrundgang durch Riga.


Altstadt Riga – Sehenswürdigkeiten im Überblick

Ein Spaziergang durch die Altstadt von Riga gehört bei einem Besuch der lettischen Hauptstadt einfach dazu. Das historische Zentrum ist überschaubar, sodass ihr die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erkunden könnt, ohne viel planen zu müssen.

Bei meinem Besuch bin ich am Nachmittag im Stadtzentrum (Centrs) angekommen und über den Brivibas Boulevard (Brīvības bulvāris) in Richtung Altstadt gelaufen. Viel Zeit bis zur Dämmerung blieb nicht mehr, daher habe ich das Jugendstilviertel auf den nächsten Morgen verschoben.

Schauen wir uns also an, was es in Riga zu entdecken gibt.

Geburtskathedrale

Die erste Sehenswürdigkeit auf meinem Stadtrundgang durch Riga ist die Geburtskathedrale. Sie ist Rigas größte orthodoxe Kirche und steht am Rand der Parkanlage Esplanade.

Die Sonne scheint und die herbstlich gefärbten Blätter rahmen die Kirche mit ihren fünf goldenen Kuppeln stimmungsvoll ein.

Im Nachhinein erfahre ich, dass die Kathedrale zur Sowjetzeit als Planetarium und Café genutzt wurde und kann mir nicht recht vorstellen, wie Kaffe und antike christliche Ornamente zusammenpassen.

Geburtskathedrale in Riga

Freiheitsdenkmal (Brīvības piemineklis)

Weiter geht es auf dem Brīvības bulvāris Richtung Altstadtzentrum und zur nächsten Sehenswürdigkeit, die ich bereits auf den gut 300 Metern Entfernung gut sehen kann.

Es ist das 42 m hohe Freiheitsdenkmal. Es ist das Herzstück des weitläufigen Freiheitsplatzes und ein Symbol für Lettlands Unabhängigkeit. Der mit über 50 Skulpturen verzierte Sockel der Freiheitsstatue zeigt Motive der lettischen Mythologie, Kultur und Geschichte des Landes.

Freiheitsdenkmal auf dem Brīvības laukums in Riga

Pulverturm

Von der Freiheitsstatue aus geht es weiter geradeaus in das Altstadtzentrum. Bereits an der ersten Kreuzung lugt die nächste Sehenswürdigkeit hervor. Es ist der Pulverturm. Mit seinem leicht gewölbten, grünlichen Dach, dass wie ein Spitzhut auf dem runden Backseinbau thont, erinnert er mich eher an einen Turm aus einem Märchen.

Natürlich ist das weit gefehlt. Der Pulverturm gehörte einst zur Verteidigungsmauer der Stadt und ist heute der letzte der ehemals 28 freistehenden Türme. Heute beherbert er das lettische Kriegsmuseum.

Der Pulverturm in der Altstadt von Riga

Līvu laukums (Livenplatz)

Ich bleibe der Einfachheit halber auf der Kaļķu iela und bin nach ein paar Schritten am Livenplatz (Līvu laukums).

Bis zum 18. Jahrhundert floss hier der Fluss Rīdzene entlang, der der Stadt Riga ihren Namen gab.

Neben der Großen Gilde und dem Russischen Theater Riga, die sich zwischen die Wohnhäuser aus dem 18. Jahrhundert auf dem Platz einreihen, gefällt mir die Kleine Gilde besonders gut. Die hätte ich wirklich zu gerne von innen besichtigt.

Fassade der Kleinen Gilde mit Turm und neugotischen Elementen in der Altstadt von Riga, Lettland.
Kleine Gilde (Mazā Ģilde) auf dem Livenplatz in Riga

Rathausplatz & Schwarzhäupterhaus (Melngalvju nams)

Bis zum Rathausplatz mit dem Roland und dem Schwarzhäupterhaus ist es vom Līvu laukums aus auch nicht weit.

Das Ensemble des Schwarzhäupterhauses (mit der Uhr) und des Schwabhauses ist das Wahrzeichen von Riga. Es gehört seit seiner Erbauung zu den schönsten Gebäuden der Stadt. Beide Gebäude sind zwar Rekonstruktionen, da die Originale den Zweiten Weltkrieg nicht überstanden haben, aber ich finde sie trotzdem beeindruckend.

Der Rathausplatz mit Schwarzhäupterhaus und Roland in der Altstadt von Riga

Ein wenig Geduld für ein Foto ohne Touristen gehört selbst in der Nebensaison dazu – mich stört das nicht weiter. Die Zeit kann man gut nutzen, um sich die vielen Details anzusehen, wie die astronomische Uhr, die Skulptur von Neptun oder die Reliefs an der Fassade.

Mehr Informationen zu Gebäude, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen findet ihr auf der Website des Schwarzhäupterhauses.

Domplatz (Doma laukums)

Weiter geht es durch die Krāmu iela. Ich komme an der bunten Fassade des Restaurants „DOM“ vorbei, biege dann rechts ab und stehe ein paar Schritte später am Domplatz. Rund um den Platz sind die Restaurants gut besucht.

Bisher hat mir der Rundgang wirklich gut gefallen, und auch der Dom braucht sich in der Liste der Sehenswürdigkeiten nicht zu verstecken.

Wer kann, sollte einen Blick auf die Orgel werfen. Die ist wirklich sehenswert, selbst wenn man sonst mit Orgelmusik wenig anfangen kann.

Domplatz mit dem Rigaer Dom in der Altstadt von Riga

Drei Brüder (Trīs Brāļi)

So, wohin jetzt? Ich zücke mein Smartphone und schaue bei Google Maps. Natürlich – die Drei Brüder fehlen mir noch.

Bisher hatte ich bei meinem Rundgang durch Riga Glück: Alle Gebäude waren gut zu fotografieren. Hier wird es schwieriger, die Drei Brüder sind nicht so leicht auf ein Bild zu bekommen.

Ich bin nicht allein mit der Aufgabe. Eine kleine Touristengruppe müht sich ebenfalls ab und achtet nicht wirklich auf die Erzählung des Tourguides, der erklärt, dass der Name der Wohnhausgruppe auf eine Gruppe von Lagerhäusern in Tallinn zurückgeht und welche Besonderheiten die Häuser aufweisen.

Während der Guide die Details erklärt, mache ich mich langsam wieder auf den Weg zurück durch die Altstadt, schlendere noch eine halbe Stunde durch die Straßen und mache mich dann auf den Weg zurück ins Apartment.

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Jugendstilviertel Riga (Albertstraße / Alberta iela)

Der nächste Tag in Riga beginnt früh. Ich schaue aus dem Souterrainfenster meiner Unterkunft und blicke durch das Fenstergitter auf die Einfahrt. Die Sonne scheint. Perfekt!

Bevor ich Riga auf Wiedersehen sage und mich auf den Weg zum Gauja-Nationalpark mache, möchte ich mir noch das Jugendstilviertel ansehen. Gestern, nach der Tour in die Umgebung, war es bereits zu dunkel. Heute ist meine Chance.

Ich parke vor dem Rigaer Schloss auf der 11. novembra krastmala, ziehe ein Parkticket und habe genau eine Stunde Zeit.

Blick auf Rigaer Schloss
Blick auf das Rigaer Schloss

Ich bin schnell zu Fuß unterwegs und erreiche die für ihre Jugendstilarchitektur bekannte Albertstraße innerhalb von 15 Minuten (Kaffee holen war auch noch drin).

Bei dem Anblick schöner Architektur geht mir immer das Herz auf: furchteinflößende Löwen, sorgfältig gestaltete Blumen, riesige Männer- und Frauengesichter. Wie schön können Häuser bitte aussehen?

Wie so oft, das kennt sicher jeder Reisende, werden manche Häuser genau dann restauriert, wenn man zu Besuch ist. Das ist halt so. Sich darüber zu ärgern lohnt nicht.

Jugendstilarchitektur in Riga
Jugendstilfassade in der Albertstraße in Riga

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Unterkunftssuche für Fortgeschrittene

Meine Unterkunft in Riga

Ich habe in Riga ein AirBnB gebucht.

Das Apartment liegt in einem alten, dunkelgrauen Mehrfamilienhaus. Mein Gastgeber ist selbst nicht vor Ort, hält dafür aber regen Kontakt per Smartphone und schickt mir alle Infos, die ich brauche, um mein Apartment zu erreichen.

Rechts vor der schweren, rostbraunen Eingangstür des Hauses hängt ein kleiner Safe. Darin liegt der Schlüssel. Ich gebe die Kombination ein, entnehme ihn und öffne die Tür. Soweit, so gut. Weiter komme ich erst einmal nicht.

Im Hausflur ist es dunkel. Ich taste nach dem Lichtschalter. Rechts an der Wand rattern alte Stromkästen zuverlässig vor sich hin, links hängen in die Jahre gekommene Briefkästen. Hier und da blättert die gelbe Wandfarbe fröhlich ab.

Der weitere Weg ist versperrt. Die beiden stabilen Holztüren vor mir sind verriegelt.

Ich krame mein Smartphone raus und lese nach. Das Licht geht aus. Wieder taste ich nach dem Lichtschalter und lese weiter: Die rechte Tür ist die richtige. Ich tippe die Zahlenkombination in das Codeschloss, öffne die Tür, die gerade so an den Stromkästen vorbeipasst, und blicke in den weiß gestrichenen Gang, der hinunter in den Keller führt.

Ich bin Souterrainbewohner.

Hier im Keller gehen wieder zwei Türen ab. Ich fühle mich langsam wie Alice im Wunderland. Die linke Tür öffnet sich einen Spalt, ein kleines Mädchen lugt hervor und schaut mich erstaunt an. Und zack – ist die Tür wieder zu.

Das war wohl mein Publikumsjoker. Dann kann es nur die rechte Tür sein. Muss es auch, denn auch hier hängt ein Schlüsselsafe mit Zahlenkombination. Und tatsächlich: Hinter der Kellerwohnungstür liegt mein richtig schickes Apartment.

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Lohnt sich ein Städtetrip nach Riga?

Ich hatte eine schöne Zeit in Riga, wenn auch viel zu kurz. Trotzdem habe ich fast alles gesehen, was ich sehen wollte.

Die Jahreszeit war ideal: Nebensaison, aber trotzdem gutes Wetter. Dazu kommt, dass die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Riga dicht beieinander liegen und sich bequem zu Fuß erkunden lassen. Genau das macht den Städtetrip so entspannt.

Für mich hat sich der Abstecher in die lettische Hauptstadt auf jeden Fall gelohnt.

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Riga ist eine absolut tolle Stadt, die ich sicher nochmal besuchen werde.
Wart ihr schonmal in Riga? Erzählt mir davon in den Kommentaren.

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2 Kommentare

  1. Klife sagt

    Riga ist phänomenal. Die Pelmeni-Restaurants sind der Kracher.
    Wir waren zu Midsommer da und haben traditionell brennende Strohballen einen Berg hinunter gerollt, Blumenhaarkränze geflochten und sind durch die Nacht getanzt. Riga ist extrem zu empfehlen.

    • Wow, das klingt nach einem mehr als gelungenen Städtetrip!
      Das wäre auch was für mich.
      Midsommer in Riga, ja? Ich hab’s mir gemerkt.

      Lieben Dank.

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