Nach zwei intensiven Tagen in Singapur begann für mich eine der außergewöhnlichsten Kreuzfahrten überhaupt: 21 Tage mit der Costa Fortuna von Asien bis nach Europa – von Singapur bis Rom.
Diese Route fühlt sich fast wie eine kleine Weltreise an und unterscheidet sich stark von klassischen Mittelmeer- oder Karibikkreuzfahrten.
In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen, zeige dir alle angelaufenen Häfen, erzähle ehrlich, für wen sich diese Kreuzfahrt lohnt – und für wen eher nicht.
Wenn du über eine lange Kreuzfahrt, eine Repositionierungsfahrt oder sogar eine Weltreise per Schiff nachdenkst, bist du hier genau richtig.
Kreuzfahrt von Singapur nach Rom – meine Erfahrungen auf der Costa Fortuna
Die Entscheidung, eine Kreuzfahrt von Singapur nach Rom in meine Weltreise einzubinden, kam spontan ein paar Monate zuvor in Kambodscha. Bis dahin hatte ich alle Orte in Thailand, Myanmar und Co. maximal zwei Tage im Voraus geplant. Das hat gut geklappt, da ich alle Last minute Angebote mitnehmen konnte. Andererseits ging in jedem Ort jeweils ein Abend mit Reiseplanung und Unterkunftssuche ins Land. Alles Zeit, die ich hätte besser nutzen können.
In Phnom Penh habe ich mir schließlich eine Woche Zeit genommen, um die nächsten Monate zu planen, Routen und Hotels ausgesucht und diese 21-tägige Kreuzfahrt von Singapur nach Rom für einen supergünstigen Preis ergattert.
Zu dem Zeitpunkt war die Costa Fortuna in Singapur, um komplett neu eingerichtet und ausgestattet zu werden, bevor sie ihre normalen Routen im Mittelmeer aufnimmt. Und genau das war der Grund, warum sie diese ungewöhnliche Route von Singapur nach Rom gefahren ist.
Tag 1 – Abfahrt in Singapur
Anreise & Boarding
Ich verlasse mein Hotel in Singapur gegen 11 Uhr. Ab 14 Uhr kann man an Board gehen. Die paar Stunden zwischendrin lohnen sich für mich nicht, um weitere Ecken von Singapur zu entdecken. Ich hiefe meinen Rucksack auf die Schultern und mache mich auf den Weg zum Hafen. Falls ihr wissen wollt, was ich in Singapur alles erlebt habe, dann schaut gerne in meinen ausführlichen Singapur-Reisebericht vorbei.

Erwartungen an Costa & Essen
Nach zwei vollen Tagen, die ich Singapur zu Fuß erkundet habe, freue ich mich sehr darauf, einfach nur faul an Deck zu sitzen und aufs Meer zu schauen. Das wird meine dritte Kreuzfahrt insgesamt, aber meine erste Kreuzfahrt mit der Costa Fortuna. Ich bin gespannt auf das Schiff, auf meine Kabine und das Essen. Nach so vielen Monaten in Asien freue ich mich auf Pizza, Pasta und vor allem auf Brot. Schließlich ist die Reederei in Italien ansässig, also sind meine Erwartungen ans Essen hoch.

Mit der Idee, gleich nach dem Check Out zum Schiff zu fahren, war ich nicht alleine. Die Halle, in der ich mit den anderen Passagieren wartete, war bereits sehr gut gefüllt.
Die Wartezeit verging schneller als gedacht und dann war es auch schon an der Zeit, die Kabine zu suchen, an der obligatorischen Rettungsübung teilzunehmen und das Schiff zu erkunden.
Ablegen in Singapur
Gegen 20:30 war es dann soweit. Leinen los! Langsam setzte sich das schwimmende Hotel in Bewegung und wir verließen Singapur mit einem wunderschönen Ausblick von Deck auf die Skyline der Stadt.

Die Innenkabine
Wie bei meinen beiden vorherigen Kreuzfahrten habe ich mich auch auf dieser Kreuzfahrt von Singapur nach Rom für eine Innenkabine entschieden. Die sind halt klein, aber da ich mich fast eh nur zum Schlafen darin aufhalte, ist das voll ok

Tag 2 – Port Klang (Kuala Lumpur), Malaysia
Port Klang (auch Port Kelang genannt) ist eine Kleinstadt und der größte Seehafen in Malaysia. Für Kreuzfahrtpassagiere ist Port Klang vor allem das Tor zur Hauptstadt Kuala Lumpur. Die meisten Ausflügler haben sich daher für einen Tagesausflug nach Kuala Lumpur entschieden.
Vom Hafen aus erreicht man die Haltestelle KL Sentral mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in etwa 1:40 Stunden pro Strecke. Unsere Liegezeit auf dieser Kreuzfahrt betrug 10 bis 18 Uhr in Port Klang.

Wer bereits eine Kreuzfahrt gemacht hat, weiß, dass man nicht punktgenau zur angegebenen Uhrzeit vom Schiff kommt und spätestens deutlich vor der Abfahrtszeit wieder zurück sein sollte.
Realistisch gesehen wären mir damit gerade einmal gut drei Stunden in Kuala Lumpur geblieben – inklusive An- und Abreise. Das war mir zu knapp. Schade eigentlich, denn seit meinem Besuch gehört Kuala Lumpur zu meinen absoluten Lieblingsstädten.

Tag 3 – Langkawi, Malaysia
Traumhaft beginnt der dritte Tag auf der Costa Fortuna. Ich stehe mit einem Kaffe an Deck, lehne an der Reling und schaue zu, wie wir langsam an den kleinen Inseln der malayischen Küste vorbeigleiten. Heute steht die Insel Langkawi auf dem Programm, einer der schönsten Kreuzfahrt-Häfen in Malaysia. Ich finde es irgendwie schön, einige der Orte wieder zu besuchen, an denen ich gerade erst vor ein paar Monaten war.
Langkawi hat mir, bei meiner Rundreise durch Malaysia, sehr gut gefallen. Umso schöner ist es, dass unser Schiff in der Nähe des Pantai Cenang, dem wohl bekanntesten Strand an der Westküste der Insel, anlegt.

Ankunft per Tenderboot + Tipp zum Tendern auf Kreuzfahrten
Diesmal kann man nicht direkt von Bord gehen, denn wir mussten tendern. Das bedeutet, dass die Passagiere portionsweise mit kleinen Booten an Land gebracht werden.
Wichtiger Tipp:
Falls ihr auf einer Kreuzfahrt keinen organisierten Ausflug gebucht habt und ein Hafen nur per Tenderboot erreichbar ist, solltet ihr euch möglichst früh die Tender-Tickets sichern. Andernfalls können lange Wartezeiten entstehen, bis ihr an Land kommt.

Strandtag auf Langkawi
Nun, wie habe ich meinen Tag auf Langkawi verbracht? Es war ähnlich entspannt, wie der gestrige. Nur mit dem Unterschied, dass ich den Tag am Strand verbracht habe. Die Langkawi Sky Bridge, das Reismuseum und die Duty-Free-Shops kannte ich bereits von meiner früheren Reise. Optional stand die Bootstour durch die Mangroven im Kilim Geoforest Park zu Wahl, aber mir war mehr nach Strand und Nichtstun.

Um 16:30 ging es per Tenderboot zurück auf das Kreuzfahrtschiff und weiter zum nächsten Punkt der Reise.
Tag 4 & 5 – Seetage auf der Kreuzfahrt
An einem Seetag bleibt einem als Passagier auf einem Kreuzfahrtschiff viel Zeit für sich. Man kann nicht von Bord gehen. Die unendlichen Weiten des Meeres ziehen langsam vorbei.
Frühstück, Mittag- und Abendessen. In der Sonne liegen, im Pool dümpeln, beim Bingo mitspielen, neue Leute kennenlernen oder ein Buch aus der Bibliothek ausleihen. Das Spa besuchen, eine Runde auf dem Laufband im Fitnesscenter drehen und abends die Shows anschauen oder sein Glück im Casino versuchen.

Die Tage plätschern dahin wie die Wellen des Meeres.
Ich weiß nicht, wie der Stand heute in puncto Internetverbindung auf Kreuzfahrten ist, aber während dieser Kreuzfahrt mit der Costa Fortuna war das angebotene Datenvolumen teuer und zu langsam, um sich die Zeit in sozialen Medien mit Katzenvideos zu vertreiben.
Unterhaltung gibt es genug, und ansonsten kann man sich einfach mal ohne schlechtes Gewissen langweilen. Ich wusste vorher, was noch auf mich zukommen würde und bin deshalb in die Bibliothek gegangen und habe mir das dickste Buch ausgeliehen, das ich finden konnte.
Tag 6 – Colombo, Sri Lanka
Colombo – eine Stadt, die so anders ist als der Rest des Landes. Auf dieser Kreuzfahrt von Singapur nach Rom legten wir an Tag 6 in Colombo, Sri Lanka, an. Sri Lanka hatte ich als erstes Land während meiner Weltreise besucht. Colombo hat mich bei der Ankunft wirklich etwas überfordert: zu laut, zu wuselig. Und doch kann ich Colombo auf seine eigene Art schätzen. Aber nicht an diesem Tag. Es war mein Geburtstag, und ich hatte keine Ambition, mich ins Getümmel der Stadt zu werfen.

Im Nachhinein könnte ich sagen, dass es blöd von mir war, den Tag auf dem Schiff zu verbringen. Dafür gehörten die Pools, die besten Plätze an Deck und sogar der Blick auf den Lotus Tower fast mir allein.
Ddie Tagesausflügler, die Colombo auf eigene Faust erkundet hatten, waren alles andere als begeistert von der Hauptstadt Sri Lankas.

Nicht, weil Colombo zu laut oder zu wuselig gewesen wäre, sondern weil an diesem Tag ein Feiertag war. Es war kaum etwas los:
Keine geöffneten Läden, nur wenige Menschen auf den Straßen – die Stadt soll wie ausgestorben gewirkt haben. Viele kamen deshalb früher zum Schiff zurück, um ihre Zeit lieber dort zu verbringen.
So jedenfalls wurde es erzählt. Nun, dann hatte ich vielleicht doch die bessere Wahl getroffen. Für mich hat sich an diesem Tag gezeigt, dass man bei einer Kreuzfahrt nicht jeden Hafen zwangsläufig verlassen muss.
Tag 7 – Seetag auf der Kreuzfahrt
Tag 7 beginnt für mich spät. Warum auch nicht – mich hetzt niemand. Ein Tag zum Chillen, Entspannen, Essen und Relaxen. Das Meer, die Sonne, mein Buch und ich.

Tag 8 – Mangalore (New Mangalore), Indien
Land in Sicht an Tag 8. Wir laufen in den Hafen von Mangalore in Indien ein. Nach den Seetagen bin ich aufgeregt wie als Kind zu Weihnachten.
Einreise & Vorbereitung
Die Unterlagen für die Einreise nach Indien hatte ich für diese Kreuzfahrt bereits in Phuket sorgfältig und in doppelter Ausführung zusammengestellt. Mit dabei: ein Passfoto nach den indischen Anforderungen.

Ausflugsplanung auf eigene Faust
Mittlerweile habe ich mich während der Kreuzfahrt mit ein paar anderen Touris zusammengefunden und wir planen einen Ausflug zusammen, um ein Stück von Indien, dem immerhin siebtgrößten Flächenstaat der Welt, zu entdecken. Diesmal können wir so von Bord gehen und es bleibt die Wahl zwischen:
- Die Umgebung außerhalb der Stadt erkunden
- Mangalore Stadt besichtigen
Inoffizielle Anbieter am Hafen
Mangalore Stadt sah für mich nicht so prickelnd aufregend aus und meine Ausflugsbegleitung war auch mehr dafür, die Umgebung zu erkunden. Kaum hatten wir das Kreuzfahrtschiff verlassen und den Sicherheitsbereich passiert, prasselten die inoffiziellen Anbieter für Tagesausflüge auf uns ein. Das ist auf Kreuzfahrten nichts Ungewöhnliches und oft auch eine gute Option.
Zu meinen Erfahrungen damit werde ich aber noch einen eigenen Blogartikel schreiben.

Strand-Ausflug auf der Bengre-Halbinsel
Wir wollten keine der angebotenen Ausflüge machen, sondern einfach nur irgendwo hinfahren und dort ein bisschen Indien kennenlernen. Wir verhandelten einen Preis und los ging die Fahrt zum Strand.
Etwa auf halber Höhe der Halbinsel Bengre, die sich südlich des Hafens erstreckt, hat uns der Taxifahrer abgesetzt. Von dort aus ging zu Fuß am Strand entlang weiter Richtung Süden. Auf den ersten Blick war der Strand echt schön. Links die Palmen, rechts das Meer und zwischendrin der breite, feinsandige Strand. Auf den zweiten Blick war es nicht wirklich traumhaft. Eher ziemlich dreckig.


Rückweg zum Kreuzfahrtschiff
Nach ca. 2 Kilometer haben wir uns entschieden, zur Stadt abzubiegen und uns auf den Rückweg zum Kreuzfahrtschiff zu machen. Nach kurzem Fußweg wurden wir auf der Bengre Main Road von einem älteren Herren eingeladen, auf der Ladefläche seines Pickups ein Stück mitzufahren. Das war super, denn weit und breit war weder ein Taxi noch eine andere Möglichkeit zu sehen, wie wir zurück zum Schiff kommen. Nach einigen Kilometern trennten sich unsere Wege. Für uns ging es wieder zu Fuß weiter, bis wir ein Tuk Tuk Fahrer fanden, der uns den restlichen Weg zum Schiff fuhr.
Genau solche ungeplanten Begegnungen sind es, die Reisen – und gerade Kreuzfahrtausflüge auf eigene Faust – für mich besonders machen. Alles in allem war es ein spannender, ehrlicher erster Einblick in Indien, fernab von organisierten Kreuzfahrtausflügen.
Tag 9 & 10 – Seetage auf der Kreuzfahrt
An Tag 9 und 10 habe ich mich tatsächlich im schiffseigenen Fitnessstudio blicken lassen. Nach all den üppigen Mahlzeiten und Törtchen, die man gefühlt alle zehn Minuten kredenzt bekommt, hat ein bisschen Bewegung nicht geschadet.
Ansonsten sind Seetage eben Seetage: entspannen, lesen und abwarten. Gerade auf einer so langen Kreuzfahrt gehören mehrere Seetage einfach dazu.

Tag 11 – Salalah, Oman
Shuttle & Warten am Hafen
Ein neuer Tag, ein neues Land auf dieser Kreuzfahrt. Diesmal ging es per Shuttlebus vom Hafen in die Stadt Salalah im Oman. Zusammen mit meiner kleinen Reisegruppe, mit der ich bereits einige Tage zuvor Mangalore erkundet hatte, wartete ich an Deck, bis sich das erste Gerangel um die Shuttlebusse gelegt hatte.

Salalah im Überblick + Tagesablauf in der Stadt
Salalah liegt im Südwesten des Oman und war bis 1970 die Hauptstadt des Landes. Unser erster Weg führte uns wieder zum Strand, danach zu einem Souk und dann ging es per Taxi zu einer Mall und von dort aus zurück zum Schiff.

Klingt langweilig? War es nicht. Unser Taxifahrer war äußerst redselig und erzählte uns alles Mögliche über die Stadt und die Gebäude, an denen wir vorbeifuhren.
Salalah war für mich ein ruhiger, angenehmer Kreuzfahrt-Hafen, der sich perfekt für einen entspannten Tag an Land eignet.
Tag 12–18 – Seetage auf der Kreuzfahrt
Über die Tage 12 bis 18 gibt es tatsächlich nicht viel zu erzählen.
Sechs Seetage am Stück sind schon eine Hausnummer. Die meiste Zeit habe ich an Deck verbracht, bin zwischendurch in den Pool gegangen, habe in der Sonne gelegen und die Ausblicke auf das Meer genossen, bis die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand.
Es waren komplette Gammeltage auf dem Kreuzfahrtschiff – im besten Sinne. Die Besatzung unterhielt die Gäste dabei bestmöglich mit allerhand Veranstaltungen.

Durchfahrt durch den Suezkanal
Ein echtes Highlight dieser langen Seetage war die Durchfahrt durch den Suezkanal an Tag 17.
Der Suezkanal wurde im Jahr 1869 eröffnet und verbindet auf einer Länge von rund 164 Kilometern das Rote Meer mit dem Mittelmeer. Links und rechts vom Schiff war durchgehend Land zu sehen: riesige sandige Ebenen, Häfen, Kräne und Containerschiffe.
Die Durchfahrt durch den Suezkanal war für mich einer der eindrucksvollsten Momente der gesamten Kreuzfahrt.

Tag 19 – Heraklion/Kreta, Griechenland
Hallo Europa, da sind wir wieder und starten in den Endspurt der Kreuzfahrt. Es ist merklich kühler als zu Beginn der Reise in Asien und ich krame die wenigen wärmeren Kleidungsstücke aus meinem Rucksack hervor. Während der Weltreise bin ich gut mit kurzer Hose und T-Shirt klargekommen. Jetzt wird es Zeit für eine lange Hose und einen Pullover. Jedenfalls abends.

Ankunft & Lage des Hafens
Heraklion, die Hauptstadt der griechischen Insel Kreta, empfängt uns mit frühsommerlich warmen Temperaturen. Ich verlasse die Costa Fortuna und bin nach einigen Minuten Fußweg mitten im Zentrum. So liebe ich das bei Kreuzfahrten – einfach anlegen, von Bord gehen und nach ein paar Gehminuten mitten im Geschehen sein.

Sehenswürdigkeiten in der Altstadt
Ich schlendere zuerst an der Uferpromenade entlang und schaue mir die mittelalterliche Festung Rocca al Mare, auch unter dem Namen Koules bekannt, an.
Iraklion, wie Heraklion auch genannt wird, ist bekannt für die Sage um den Palast von Knossos. Der Palast liegt etwa fünf Kilometer südlich der Stadt und ist eine wahre Freude für Liebhaber der griechischen Mythologie.
König Minos, der im 16. Jahrhundert v. Chr. dort geherrscht haben soll, war der griechischen Sage nach nicht nur der König von Kreta, sondern auch der Sohn von Zeus und Europa. Die ganze Geschichte ist verworren, rätselhaft und lang. So wie mystische Sagen halt sind. Ohne Frage sind sie sehr interessant.

Gut zurück zu Heraklion. Während ich so durch die Stadt streife, werde ich nicht wirklich warm mit Heraklion. Vieles ist so neu und schmucklos – bis auf einige Ausnahmen, wie die Agios-Minas-Kathedrale. Heraklion hat einiges aushalten müssen. Den Rest gab der Stadt der Zweite Weltkrieg. Aber die griechische Sage rund um den Minotaurus, dem Sohn von König Minos und seiner Gattin Pasiphaë ist noch immer präsent.

In fast allen Souvenirläden stoße ich auf ein Bild, einen Magneten oder sonstiges rund um den Minotaurus – ein Wesen mit menschlichem Körper und Stierkopf, der in einem Labyrinth gefangen gehalten wurde, und sein jähes Ende durch Theseus mit der Hilfe eines Wollknäuels fand.
Aber nun zurück den Sehenswürdigkeiten in Heraklion. Ein Highlight ist der Morosini Brunnen – auch Löwenbrunnen genannt. Der venezianische Springbrunnen aus dem 17. Jahrhundert mit 4 wasserspeienden Löwen steht mitten im Herz der Altstadt und ist wirklich hübsch anzusehen. Ein weiteres Überbleibsel aus der venezianischen Zeit ist die venezianische Loggia, die sich unweit der Titus-Kirche befindet.

Leider heißt es schon wieder Abschied nehmen von Griechenland. Um 14 Uhr verlässt das Schiff den Hafen und bringt mich langsam zur Endstation dieser Schiffsreise. Heraklion war für mich kein Ort zum Verlieben, aber ein interessanter Zwischenstopp auf dem Weg zurück nach Europa.
Tag 20 – Letzter Seetag auf der Kreuzfahrt
Straße von Messina
Der letzte volle Tag auf der Costa Fortuna bricht an. Es war der letzte Seetag und ich muss mich echt beeilen, damit ich die verbleibenden Kapitel meines Schmökers noch gelesen bekomme. Und das ist nicht so einfach, während wir gemächlich Richtung Rom fahren und die rund 32 Kilometer lange Meerenge von Messina passieren. Auf der einen Seite hat man teils beste Ausblicke auf die Küste und Küstenorte der italienischen Region Kalabrien.

Liparische Inseln & Stromboli
Kurze Zeit später sind die Liparischen Inseln, allen voran die Vulkaninsel Stromboli, fast zum Greifen nah. Ich möchte den Stromboli gerne mal besuchen. Auf der Rundreise durch Sizilien, der größten Insel des Mittelmeers, hätte es geklappt, wäre das Wetter besser gewesen. Aber ok. Irgendwann passt es vielleicht.

Vorbereitung auf die Ausschiffung
Der Rest des Seetages verlief an Deck eher kalt und windig. Ich habe mich deshalb lieber ins Innere zurückgezogen, mir einige Shows angesehen und den Abend früh ausklingen lassen. Schließlich muss ich noch den Rucksack packen und alles für die Abreise vorbereiten. So langsam wird klar: Diese Reise geht zu Ende.
Tag 21 – Civitavecchia, Italien
Organisation & Zeitdruck am Hafen
Time to say goodbye. Meine Reisebekanntschaften treffe ich auf einen letzten Plausch beim Frühstück. Für mich endet hier die Schiffsreise, während sie noch eine Station weiter bis Genua fahren.
Bis 10 Uhr muss ich mein Gepäck im Hafen von Civitavecchia einsammeln und sehen, wie ich zu meiner nächsten Unterkunft nach Rom komme.
Fahrt von Civitavecchia nach Rom
Schnell hat sich eine kleine Gruppe gefunden, die ebenfalls nach Rom möchte. Wir nehmen zusammen ein Großraumtaxi. Nach gut einer Stunde Fahrzeit erreichen wir die Ewige Stadt – Rom, die Hauptstadt von Italien.
Falls ihr wissen möchtet, wie meine Reise in Rom weiterging, findet ihr dazu einen eigenen Artikel hier auf dem Blog.

Lohnt sich die Kreuzfahrt von Singapur nach Rom?
Diese Kreuzfahrt von Singapur nach Rom war für mich weniger eine klassische Urlaubsreise als vielmehr ein entspannter Übergang zwischen zwei Kontinenten. Die Route ist lang, die Anzahl der Seetage hoch – und genau das muss man mögen.
Nicht jeder Hafen war ein Highlight und nicht jede Stadt habe ich intensiv erkundet. Dafür bot die Reise viel Zeit zum Entschleunigen, zum Lesen, Nachdenken und einfach Treibenlassen. Gerade diese Mischung aus Ruhe, gelegentlichen Landgängen und kleinen Abenteuern hat für mich den Reiz ausgemacht.
Würde ich diese Kreuzfahrt wieder machen? Ja – mit der richtigen Erwartungshaltung. Sie eignet sich vor allem für Reisende, die lange Strecken komfortabel zurücklegen möchten, Seetage schätzen und keinen Wert auf tägliche Programmpunkte legen. Als Etappe meiner Weltreise und als entspannte Rückkehr von Asien nach Europa war die Kreuzfahrt mit der Costa Fortuna für mich genau richtig.
Jetzt interessiert mich eure Meinung:
Habt ihr schon eine Kreuzfahrt mit Costa Kreuzfahrten oder einer anderen Reederei gemacht und wie waren eure Erfahrungen?




Tolle Eindrücke von deiner Reise 👍👍👍
Vielen lieben Dank Astrid. Es bleibt spannend. Ich habe noch weitere Kreuzfahrten gemacht, über die ich noch schreiben werde.
VG Frauke
Liebe Frauke,
endlich kommt der lang ersehnte Kreuzfahrtbeitrag von dir. 🙂
Mit Costa hast du mE eine gute Wahl gehabt. Ich hatte selbst vor zehn Jahren meine erste Kreuzfahrt mit der Costa Pacifica. Damals ging es ans Nordkapp. Mir gefiel es damals so sehr an Bord dieses Schiffes, dass ich gleich im Jahr darauf die große Ostseerunde absolvierte. Ich mochte besonders die italienische Lebensfreude und den guten Kaffee sowie die leckeren Dolces zum Frühstück.
Eine Transroute wie die deine sagt mir allerdings weniger zu. Viel zu viele ereigenislose Seetage. Ja, auch die bekommt man sicher gut rum. Aber ich tummel mich dann doch lieber in den Häfen und Destinationen. Besonders auf einer Asienreise möchte ich viel lieber ganz tief in Land und Kultur eintauchen.
Viele Grüße
Der Nerd
Hallo Nerd,
eine Kreuzfahrt bis ans Nordkapp möchte ich auch mal machen. Mit der liebäugel ich schon seit Jahren. 🤩
Zu den Seetagen kann ich dir zustimmen. Mein Favorit ist das auch nicht, aber die Reise war damals eine perfekte Alternative zum Flug und es war durchaus eine Erfahrung.
Ich denke die nächsten Kreuzfahrtberichte werden Deinen Geschmack eher treffen. Da geht es in die USA und nach Südamerika – und bei der Südamerikakreuzfahrt habe ich die Seetage geliebt. Aber die Details erzähle ich dann im Blogbeitrag.
LG Frauke
Da bin ich ja mal gespannt, was du zu Amerika schreibst.
Das Nordkapp bin ich tatsächlich schon zwei Mal mit dem Schiff angefahren, beide Male im Sommer.
Beim ersten Mal kamen wir klassisch von Süden die Küste hoch gefahren und unrundeten das Nordkapp morgens bei starkem Wellengang und Eisregen. Mittags fuhren wir dann bei ruhiger See und blauem Himmel im Hafen von Honnigsvag ein und hatten dann einen tollen Nachmittag bei bester Fernsicht am Nordkapp. Es war wirklich erhaben und fühlte sich nach dem Ende der Welt an. Ab hier nur noch der arktische Ozean…
Beim zweiten Mal kamen wir von Spitzbergen und legten gegen 23 Uhr in Honnigsvag an. Da war es aber nur kurz dunkel und wir starteten mitten in der Nacht zum Nordkapp, wo wir bei Sonnenaufgang eintrafen. Das war natürlich auch einfach Wow! So ähnlich muss sich das auf dem Gipfel eines Berges anfühlen, den man in der Nacht bestiegen hat.
Ich wünsche dir auch noch deinen Nordkapp Moment.
Der Nerd
Liebe Frauke,
dein Beitrag über deine Kreuzfahrt ist sehr hilfreich, da mein Mann und ich auch schon länger darüber sprechen. Wir lieben es ebenfalls wie du zu reisen und die Welt zu erkunden. Sehr informativ, kann man nur weiterempfehlen!
Liebe Grüße
Verena
Hallo Verena,
vielen Dank für das Lob.
Ich mag Kreuzfahrten sehr und habe noch einige Artikel zu weiteren Kreuzfahrten und hilfreichen Kreuzfahrt-Tipps in Planung.
Bleib gerne gespannt und berichte doch mal, wie eure Kreuzfahrt war, sobald ihr selbst eine gemacht habt.
Liebe Grüße
Frauke